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Dating-Meile für HipsterWien und sein "Tinder-Strich"

Dating im Jahre 2019: Ein wenig swipen, schon sitzt man einem fremden Menschen gegenüber – in Wien besonders gerne geballt in einem bestimmten Grätzl. Über ein Phänomen, das die Wiener liebevoll "Tinder-Strich" nennen.

Wien hat einen Tinder-Strich
Wien hat einen Tinder-Strich © unsplash.com
 

Dating ist dieser Tage einfacher denn je. Schnell bei Tinder, Bumble und Co. angemeldet, ein paar Mal geswiped und schon sitzt man einem fremden Menschen gegenüber, mit dem man sich unterhalten kann – oder eben nicht. Aus dieser neuen „Freizeitaktivität“ hat sich in Wien ein Phänomen entwickelt – der „Tinder-Strich“, auch „Zoller-Strich“ oder „Kirchen-Strich“ genannt. In der Zollergasse und der Kirchengasse im Bezirk Neubau sind die hippen Lokale voll mit Menschen, die sich erstmals persönlich treffen. 

Warum gerade dort? „Die Lage ist zentral und die Lokale sind entspannt“, erzählt der 33-jährige Chris, der seit einem Jahr „tindert“. „Und von hier aus kommt man gut zu anderen Locations - wenn das Date gut läuft.“ Wer auf so einem Date ist, erkennt Chris sofort. „Das sieht man an der Körpersprache. Wenn sich beide vorlehnen, läuft es gut. Wenn es nur einer tut und der andere lehnt sich zurück, wird das wohl nichts mehr.“ Besonders erfahrene Dater wie der Web-Entwickler achten sogar auf die Sitzposition. „Wenn man sich gegenüber sitzt, wirkt das oft zu konfrontativ. Wer das vermeiden will, setzt sich seitlich nebeneinander.“ Situationen wie diese könne man in Zollergasse-Lokalen wie dem „Cafe Europa“, „Ganz Wien“ und im „Liebling“ täglich beobachten. Vor allem Donnerstags und Freitags, sagt Chris. „Das sind die typischen Dating-Tage. Wer sein Wochenende dafür opfert, gibt dem ganzen eine vielleicht zu große Bedeutung.“ 

Im Dating-Verhalten der Wiener gibt es laut Chris zwei „peaks“ im Jahr. „Frühling und November. Warum November? „Weil viele zu Weihnachten nicht alleine sein wollen.“ Damit ein Date gelingt, müsse man sich auf die Situation einlassen. „Du weißt nie, wohin ein Date führt – zu Sex, zu einem einfach netten Abend, oder zumindest zu einer guten Geschichte.“ Den „Tinder-Strich“ meidet Chris aber als Date-Location. „Am Ende des Tages muss man wissen, wie man sich von einem Trend abheben kann – um aus der Masse hervorzustechen.“

Kommentare (2)

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büffel
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Sehr strange

Ich kann mich nur wundern, wie oberflächlich man sein kann. Hier wird bewußt die Körpersprache eingesetzt, um scheinbar sein gegenüber möglichst flott in die Kiste zu kriegen. Traurig, wenn sich eine Beziehung zwischen Menschen ausschließlich darum dreht. Der Zeitgeist reflektiert diese Einstellung - wer hip und schön ist, darf mich bum.en, die anderen Loser werden weggewischt.
Ganz einfach, oder....?

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Leberknoedel
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Und was ist daran neu?

War doch schon immer so.

Wie schrieb W. Moers so schön dazu:

Vorbereiten des Geschlechtsverkehrs
Wenn Sie einer Frau nachhaltig imponieren wollen, dann legen Sie vor dem Rendezvous ein möglichst prunkvolles Gewand und einen Kopfputz aus Frischgeld an, das signalisiert soziale Sicherheit.

Führen Sie die Frau in ein Restaurant. Sobald Sie am Tisch sitzt, setzen Sie Ihre "Markierung", indem Sie rund um den Platz der Dame urinieren. Damit haben Sie Ihre Besitzansprüche angemeldet und Ihr "Revier" festgelegt. Treten und beißen Sie jeden, der es verletzt (bis auf den Kellner).
Loben Sie jetzt die Beckenbreite der Frau, spekulieren Sie lautstark über ihre Gebärfähigkeit. Verblüffen Sie sie mit der Kenntnis der Quadratzentimeterzahl ihrer Schamlippen. Frischen Sie bei Gelegenheit die Markierungen auf.

Schwenken Sie jetzt Ihr Gemächt herum, annoncieren Sie sein Gewicht und seine Länge und fordern Sie jeden geschlechtsreifen Mann im Lokal zum Schwanzvergleich. Prahlen Sie mit dem Markennamen Ihrer Unterhose und der Anzahl Ihrer Kabelprogramme. Bestellen Sie die Rechnung und fordern Sie den Kellner zum Schwanzvergleich.

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