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SO SOLLTEN SIE TRAINIERENFünf Dinge, die man von Profisportlern lernen kann

Nicht immer läuft es mit dem Sportprogramm ganz rund. Beim einen hapert es bei der Leistung, der andere ist von den oft widersprüchlichen Fitness-Halbwahrheiten verwirrt. Profi-Trainer Harald Pachner weiß, worauf es ankommt und was man dabei vom Profisport lernen kann.

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1. Wissenschaftliche Fakten statt Doktor Google

Die Sportwissenschaft liefert laufend neue Erkenntnisse zu Tage und professionelle Sportler passen ihr Training daran an. Ein Beispiel ist das Thema Faszien. Vor wenigen Jahren noch fanden diese kaum Beachtung, mittlerweile weiß man, dass sie für die Beweglichkeit eine große Rolle spielen und damit auch Teil eines umfassenden Trainings sein sollten. „Wie bei jedem Training ist aber auch hier das Wie entscheidend bzw. das Eingehen auf den individuellen Körper. Wenn man einfach nur blindlings mit der Faszienrolle am Körper entlangrollt, so wie es diverse Youtube-Videos vorzeigen, kann das für manche Menschen kontraproduktiv sein“, weiß Pachner. „Im Bereich der Sportwissenschaft tut sich laufend so viel, das kann man als Laie schwer überblicken. Wenn man hier auf einen professionellen Trainer vertraut, ist man aber auf jeden Fall auf der sicheren Seite.“

Harald Pachner betreut national sowie auch international tätige Unternehmen und Sportler im Hochleistungsbereich, u.a. das Mercedes AMG DTM-Team mit Lucas Auer. Er ist ehemaliger ÖSV Nationalkaderläufer und Jun. Vize-Weltmeister im Super-G und Trainer für den Steirischen Skiverband. Pachner ist Leiter des GESU High-Performance-Centers, eines Kompetenzzentrums für die persönliche Betreuung von Leistungssportlern, die mit wissenschaftlich fundierten Mental- und Fitnesstrainings ihre Performance und ihr Wohlbefinden verbessern wollen. Foto © Jan Federer


2. Der stärkste Muskel ist das Wohlbefinden

In seinem Training mit Spitzensportlern wie jenen desMercedes AMG DTM-Teams hinterfragt Pachner sehr genau, ob sie durch das harte Training nicht längst die Freude an der Sportart an sich verloren haben und nur noch „verbissen trainieren“. „Natürlich ist das Training oft entbehrungsreich und hart, man muss mit zunehmender Leistung ja die Trainingsreize erhöhen. Es ist aber ein sehr schmaler Grat zwischen fördern und überfordern, letzteres ist völlig kontraproduktiv und minimiert die Leistungsfähigkeit.“ Warum das so ist? „Jeder weiß, dass man das, was man gern macht, auch am besten macht. Und vor allem: Man muss sich dazu gar nicht motivieren, weil das Gefühl dabei die größte Motivation ist.“

3. Seine Wahrnehmung schärfen

Der Knackpunkt ist die Achtsamkeit. „Achtsam zu sein heißt, völlig auf den Augenblick zu fokussieren. Dann hat man im Augenblick auch seine ganze Energie zur Verfügung und kann sein Leistungspensum voll ausschöpfen“, erläutert Pachner.  Häufig ist es im Sport so, dass man selbst oder andere hohe Erwartungen haben. Man fokussiert dann so sehr auf diese Erwartungen, macht sich innerlich Druck und lenkt seine Energie damit weg von dem, was eigentlich wichtig wäre: die sportliche Tätigkeit an sich. „Die Katze beißt sich gewissermaßen in den Schwanz. Je mehr Druck man sich macht, desto weniger konzentriert man sich auf den Sport selbst. Man steckt seine Energie also in völlig falsche Dinge.“
Wer achtsam ist, muss sich kaum mehr Gedanken darüber machen, wie er ein Rennen anlegt oder welchen Fahrstil er wählt – er handelt intuitiv richtig. „Achtsamkeit trainiert die Körperrezeptoren und das führt dazu, dass man intuitiv richtig reagiert. Man muss dann während des Rennens nicht mehr überlegen, mit welcher Geschwindigkeit man die Kurve fahren soll, sondern weiß intuitiv, was richtig ist.“ Das Ganze läuft nicht über den Verstand, sondern über die Wahrnehmungsebene.

Spitzensportler werden von Teams aus Mental-, Fitness- und anderen Trainern sowie Physiotherapeuten und Ärzten betreut, die ihre Arbeit eng aufeinander abstimmen. Darin liegt der wesentliche Erfolgsfaktor, weil mentales und körperliches Training immer Hand in Hand gehen müssen.

Harald Pachner

4. Training bunter gestalten

Auch wenn Pizza das persönliche Lieblingsgericht ist: Jeden Tag Pizza ist langweilig bzw. verliert man die Freude daran. Nicht umsonst spielt die Trainingsvariabilität bei Spitzensportlern eine große Rolle und es finden laufend Trainingscamps z.B. am Meer, am Gletscher etc. statt, um für Umgebungswechsel zu sorgen. „Man muss dazu nicht gleich ein teures Intensivcamp irgendwo im Süden buchen, man kann die Geräte im Studio zur Abwechslung auch einfach gegen Parkbank und Slackline tauschen oder die Kettlebells mit auf die Wiese nehmen“, nennt Pachner Beispiele für mehr Abwechslung im Training.

5. Mentaltraining einbauen

Mentaltraining hat sich im Sport längst etabliert. Im Spitzensport wird dabei häufig auch mit einer engen Verbindung zwischen Aspekten aus dem Fitness- und dem Mentalbereich gearbeitet. Beispiele: Bei Kräftigungsübungen wird zum Fokussieren auf die Kraft im Muskel aufgerufen, beim Lauftraining zur Konzentration auf die Schritte, die man auf den Boden setzt etc.  Die Methoden des Sportmentaltrainings sind breit gefächert: Bekannt ist das Bild der Skifahrer, die vor dem Rennen den Kurs im Kopf visualisieren. Häufig zum Einsatz kommt auch die Centering-Technik, bei der man seine Konzentration durch eine tiefe Bauchatmung stärkt. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Selbstmotivation. Zahleiche Studien bestätigen mittlerweile, dass positive Selbstgespräche einen leistungsförderlichen Effekt haben. Was man für ein "erfolgreiches Selbstgespräch" beachten soll (z. B. das menschliche Gehirn versteht kein "Nicht", benötigt präzise Anweisungen etc.), lernt man ebenfalls vom GESU-Team. Eines gilt nämlich für den Sport ebenso wie für den Geschäftsalltag bzw. das Leben insgesamt: „Egal ob du glaubst du kannst es, oder du kannst es nicht. Du wirst Recht behalten.“ (Henry Ford)

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