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Ratgeber

Die vier häufigsten Probleme mit der Schulter: operieren oder nicht?

Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des Körpers - und daher auch sehr anfällig für Probleme: die vier häufigsten Beschwerden und die besten Therapien.

Schulter
Schulter © (c) Sebastian Kaulitzki - Fotolia
 

So beweglich wie die Schulter ist kein anderes Gelenk im Körper. Diese Beweglichkeit ist der Anatomie geschuldet: Ein großer Oberarmkopf trifft auf eine sehr flache Gelenkpfanne - und das bringt auch Nachteile mit sich. „Wenn einer der Faktoren, die das Schultergelenk in Position halten, nicht mehr richtig funktioniert, hat man schnell ein Problem“, erklärt Georg Lajtai, Schulterspezialist an der Privatklinik Maria Hilf in Klagenfurt. Gemeinsam mit Gerald Gruber, Leiter der Sektion Sportorthopädie und Gelenkchirurgie für Knie und Schulter am LKH-Uniklinikum Graz, berät er zu den häufigsten Problemen der Schulter.

1. Schulter "auskegeln"

Das häufigste Problem, vor allem bei sportlich aktiven Menschen, ist die Luxation, das „Auskegeln“ der Schulter:  Das sogenannte Auskegeln (med.: Luxation) ist das häufigste Problem beim jungen Sportler. Dabei rutscht der Oberarmkopf aus seiner Gelenkspfanne. Dadurch werden die Bänder und die Gelenkskapsel gezerrt oder reißen gar.

Der Rat: Je jünger der Patient, desto eher wird das Auskegeln wieder stattfinden – daher sollte bei jungen Menschen operiert werden. Bei älteren Patienten kann die Heilung durch Physiotherapie gelingen. 

Je jünger man ist, desto eher wird es wieder zum Auskegeln kommen.  

Georg Lajtai, Schulterspezialist

2. Einriss von Muskel oder Sehne 

Ein Einriss in den Muskeln oder Sehnen, die die Schulter in Position halten, ist vor allem bei älteren Menschen (über 60 Jahre) sehr häufig. Der Hintergrund ist die schleichende Abnützung, die Sehnen werden dünner und reißen – oft sogar ohne äußere Einwirkung.

Der Rat: Nicht jeder Riss muss operiert werden! Bei schleichenden Rissen im Alter eher nicht operieren, Physiotherapie, Muskelaufbau sowie Infiltrationen seien meist die bessere Variante. Bei akuten Rissen durch Sportverletzungen bei jüngeren Patienten eher operieren.

Beim schleichenden oder chronischen Riss im Alter hat eine Operation oft wenig Erfolg. 

Gerald Gruber, Schulterspezialist

3. Das Schulterengpass-Syndrom

Dabei kommt es zu knöchernen Veränderungen in der Schulter: Es bilden sich kleine „Vorsprünge“, die auf Sehne und Schleimbeutel in der Schulter drücken. Erreichen diese Vorsprünge eine gewisse Größe, kommt es zum Einklemm-Schmerz: Dieser Tritt in der Nacht oder beim Abspreizen des Arms auf.

Der Rat: Bis zu drei Monate kann Physiotherapie versucht werden – tritt keine Besserung ein, braucht es eine Operation (Arthroskopie).

4. Die Arthrose („Abnützung“)

Wie in jedem anderen Gelenk kann es auch in der Schulter zu Abnützungserscheinungen, der Arthrose, kommen.

Der Rat: In der Schulter sollte man solange wie möglich versuchen, das eigene Gelenk zu erhalten. Es ist möglich, nur Teile der Schulter durch künstliche Teile zu ersetzen und so einige Jahre zu gewinnen. Laut Experten gab es aber auch bei den Gelenksprothesen für die Schulter große Fortschritte.

 

Für die Schulter gilt: Solange wie möglich, das eigene Gelenk erhalten.  

Gerald Gruber, Schulterspezialist

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