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Reden wir über Sex

Kein Samenerguss wegen Diabetes?

Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, sich aber nicht zu fragen getraut haben. Diesmal zur Frage, was Diabetes mit dem trockenen Samenerguss zu tun hat.

Kein Samenerguss wegen Diabetes?
Kein Samenerguss wegen Diabetes? © nuttapongg - Fotolia
 

Sehr geehrte Frau Dr. Bragagna,

stimmt es, dass mein ausbleibender Samenerguss von meiner Zuckerkrankheit kommen kann? Ich bin 61 Jahre alt, habe seit einigen Jahren Altersdiabetes, Bluthochdruck, Probleme mit dem Cholesterin und gelegentlich auch Schwierigkeiten mit der Erektion.

ELIA BRAGAGNA ANTWORTET: Diabetes mellitus kann wirklich zu einer Ejakulationsstörung führen. Man nennt sie retrograde oder trockene Ejakulation, weil die Spermien beim Höhepunkt nicht über die Harnröhre nach außen abfließen, sondern zuerst in die Harnblase und erst beim nächsten Urinieren nach außen gelangen.

kk Elia Bragagna, Sexualmedizinerin
Elia Bragagna, SexualmedizinerinFoto © kk

Diabetes verursacht Schädigungen der Nerven des Blasenschließmuskels. Das führt zum trockenen Samenerguss, der ungefährlich ist. Viele Männer erzählen aber, dass sich der Höhepunkt weniger intensiv anfühlt. Ihre Erektionsstörung ist auch auf den Diabetes und all die anderen Erkrankungen, die Sie aufzählen (plus Medikamente), zurückzuführen.

Zerstörung der Blutgefäße

Diese führen zu einer Zerstörung der innersten Zellschicht der kleinen Blutgefäße des Penis. Dadurch können die Botenstoffe, die für eine Erektion nötig sind, nicht mehr produziert werden. Lassen Sie bitte ärztlich abklären, ob nicht auch die Blutgefäße des Herzens betroffen sind.
Wenn dann nichts dagegenspricht, können Sie sich Potenzmittel verschreiben lassen.

 

Fragen Sie die Expertin

Senden Sie Ihre Fragen zum Thema Sexualität an unsere Expertin elia.bragagna@sexmed.at.

Sie erreichen Dr. Bragagna jeden Donnerstag zwischen 13 und 14 Uhr auch telefonisch unter Tel. (0 900) 88 80 80.

Kommentare (6)

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bly2onszvhvar8yn8zxedi1dermexk46
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Gute Meldung für Diabetiker - es betrifft nur 50%

Häufigsten sexuellen Beschwerden, die von Diabetikerinnen genannt werden, sind Müdgkeit, Scheidenentzündung, vermindertes sexuelles Verlangen, verringerte vaginale Befeuchtung und längere Zeit bis zum Erreichen des Orgasmus. Der Diabetes mellitus erhöht die Anfälligkeit für Infektionen. Dies kann Blasenentzündungen nach dem Geschlechtsverkehr sowie Scheidenentzündungen begünstigen.
Mein Leben wurde durch den Diabetes positiv verändert! Ich lebe bewusster und meine Libido hat durch die Therapie sogar zugenommen, da die dauernde Mattigkeit und Müdigkeit weg ist!

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reddog
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Und,

wie lange sind sie schon Diabetiker und welche Form des Diabetes haben sie 1 oder 2? Das sind alles nur Momentaufnahmen, sonst hätten sie ja nicht Diabetes, ich glaube eher, wenn bei der Zuckerkrankheit der eine oder andere Folgeschaden nicht kommt, kommt halt ein anderer.

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bly2onszvhvar8yn8zxedi1dermexk46
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Sie wollen es aber ganz genau wissen!

Typ 2, seit 3 Jahren, momentan 6.4 HbA1C, was ich als hoch empfinde. Ich hatte schon 5.9

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bly2onszvhvar8yn8zxedi1dermexk46
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Zu früh gefeuert, daher fortgesetzt:


Man spricht ja nicht umsonst vom metabolischen Syndrom. Diabetes wird meist begleitet von anderen Problemen: Fettleibigkeit, Bluthochdruck, schlechte Bluttfettwerte. Was jetzt der Auslöser und was die Folge ist, lässt sich schwer bestimmen.

Diabetes ist meiner Beobachtung nach eine sehr individuell ausgeprägte Krankheit. Sie selbst ist nicht so sehr das Problem, sondern die Auswirkungen auf die Gefässe.
Auf jeden Fall schlecht ist das auch viscerale Fett, das über 200 verschiedene Entzündungsstoffe produzieren soll.

Drei körperliche Anstrengungen über 30 Minuten pro Woche sind daher das Minimum!

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bly2onszvhvar8yn8zxedi1dermexk46
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Und weiter:


Ich selbst gehöre zu der Gruppe, die man glaube ich "happy fat people" nennt. Ich hab Übergewicht, aber Blutdruck und Bluttfette sind optimal, eine seltene Konstellation! Was sicher problematisch wird, wenn ich nicht aufpasse, sind eben die kleinen Gefäße. Zehen und Füße sind gefährdet, aber auch die Niere, auf die solkte man unbedingt aufpassen. Ich werde auch sofort auf Insulin bestehen, wenn es soweit kommen sollte. Momentan bin ich auf Janumet 850/50. 1-0-1.

Ich hoffe, das war erschöpfend genug.

Um auf die Sexualität zurückzukommen: Ich persönlich halte eine wertvolle Beziehung für das beste Potenzmittel, dazu 3x die Woche Sport und eine ausgewogene Diabetikerernährung, die ganz und gar nicht fad ist. Wer schon lange und schweren Diabetes hat, hat wahrscheinlich auch anderes im Kopf als Sexualstörungen, sag ich mal so.

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bly2onszvhvar8yn8zxedi1dermexk46
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Zu den Potenzmittel noch:


Vor meinem Diabetes habe ich natürlich Viagra und Cialis ausprobiert, aus Neugierde.
Ich hab schon eine Wirkung verspürt, Cialis hat mich über zwei Tage in eine latente Dauerbereitdchsft versetzt, aber der Sex selber war ernüchternd! Es war eine grausliche Leere in meinem Kopf und der Orgasmus rein körperlich. Viagra kann eine erfüllte Beziehung nicht ersetzen!

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