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Lass uns über Sex reden

Wenn's im Bett nicht läuft...

... kann auch eine schwere Erkrankung dahinterstecken. Wie Bluthochdruck, Diabetes & Co. im Bett dazwischenfunken und warum die Vorsorge so wichtig ist. Plus: Machen Sie den Risiko-Sex-Check!

Probleme im Bett können ein Zeichen für andere Erkrankungen sein
Probleme im Bett können ein Zeichen für andere Erkrankungen sein © Gina Sanders - Fotolia
 

Es ist ein zweischneidiges Schwert: Einerseits können Probleme mit der Sexualität verhindert werden, wenn man Risikofaktoren (siehe unten) aktiv bekämpft. Andererseits können Erektionsstörungen & Co. auch das erste Anzeichen für eine schwerere Erkrankung sein. „Betroffene spüren ja nicht, dass Diabetes oder Bluthochdruck ihre Gefäße kaputtmachen“, sagt Sexualmedizinerin Elia Bragagna. Dafür kann eine Sexualstörung der erste Hinweis sein.

Viele Menschen, die an einer Sexualstörung leiden, glauben, man kann nichts dagegen tun, und finden sich einfach damit ab. 

Elia Bragagna, Sexualmedizinerin

Gemeinsam mit der Allgemeinmedizinerin Doris Köpp führt Bragagna deshalb Vorsorgeuntersuchungen durch, bei denen Sexualstörungen besondere Beachtung finden: den Risiko-Sex-Check.

Kaputte Gefäße - keine Erektion

Kaputte Gefäße führen dazu, dass Penis und Vagina nicht mehr richtig durchblutet werden – was wiederum zu Problemen beim Sex führt. Er kann keine Erektion bekommen, sie wird nicht feucht: Dahinter können schleichende Erkrankungen wie die Arterienverkalkung oder Diabetes stecken, die unbehandelt zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen können.

 „Auch für psychische oder neurologische Krankheiten können Sexualstörungen der erste Hinweis sein“, sagt Köpp. Tumore oder multiple Sklerose können zu Veränderungen im Gehirn oder an der Wirbelsäule führen, die das Liebesspiel beeinträchtigen – sowie Lustlosigkeit das erste Symptom der Depression sein kann. „Viele Menschen, die an einer Sexualstörung leiden, glauben, man kann nichts dagegen tun, und finden sich einfach damit ab“, sagt Bragagna.

Keine Endstation

Doch diese Situation muss keine Endstation sein: „Wird die Grunderkrankung wie der Bluthochdruck gut behandelt, kann sich auch die Sexualstörung bessern“, sagt Köpp. Wichtig sei, dass man sich von einem spezialisierten Arzt durchchecken lasse – und damit auch schwerere Folgen verhindern kann.

Haben auch Sie Risikofaktoren, die zu einer Sexualstörung führen können? Machen Sie den Test unten und beurteilen Sie Ihr Risiko.

Diese Faktoren können zu einer Sexualstörung führen:

Organische Faktoren

  • zu hohes Cholesterin
  • zu hoher Blutzucker
  • zu hoher Blutdruck
  • Gefäßerkrankungen
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Bauchumfang größer als 84 cm (Frau), 94 cm (Mann)
  • Krebs

Operationen

  • Blutgefäße im Bauchraum
  • Becken
  • Wirbelsäule
  • Urologische/gynäkologische OP

Lebensstilsünden

  • Rauchen
  • wenig Bewegung
  • fettes, süßes Essen
  • süße Getränke
  • regelmäßig hoher Alkoholkonsum

Medikamente

  • Welche Medikamente nehmen Sie regelmäßig? (Medikamente können die Sexualfunktion stören, z. B. Antidepressiva)

Psychische Faktoren

  • ungeklärte Probleme mit dem Partner
  • überzogene Erwartungen an oder vom Partner (tägl. Sex, immer spannender Sex)
  • abschätzige Bemerkungen des Partners zu Ihren sexuellen Fähigkeiten
  • sexualfeindliche Erziehung
  • sexuelle Übergriffe

Soziale Faktoren/Arbeit

  • Stress/Überlastung
  • Mobbing
  • Angst vor Arbeitsplatzverlust
  • Geldsorgen

Soziale Faktoren/Familie

  • kleine Kinder
  • Probleme mit Familienangehörigen (pubertierende Kinder, Großeltern, Partner)
  • kanke Angehörige
  • enge Wohnverhältnisse

Sexuelle Zufriedenheit

  • Unzufriedenheit mit der Art der sexuellen Kontakte
  • Häufigkeit der sexuellen Kontakte
  • über längere Zeit mit Partnerschaft unzufrieden
  • Stress, ob in der Sexualität alles funktioniert
  • Leistungsdruck, ein „guter Liebhaber“ zu sein

So steht es um Ihr Risiko

Keine Risikofaktoren, keine Sexualstörung? Das beruhigt Sie sicher. Falls Sie dennoch Fragen zum Thema Sex haben, suchen Sie sexualmedizinische Beratung.

Keine Risikofaktoren, trotzdem Sexualstörung? Es gibt noch eine Unzahl von weiteren Gründen für eine Sexualstörung – lassen Sie sich beraten.

Risikofaktoren, keine Sexualstörung? Versuchen Sie, Risikofaktoren zu verändern, denn: Auf Dauer wird jedes System unter ständiger Belastung krank.

Risikofaktoren und Sexualstörung? Nehmen Sie das nicht so hin. Es gibt Hilfe, damit Sie wieder eine befriedigende Sexualität haben. Suchen Sie sexualmedizinische Beratung.

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