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AUS DER PRAXIS

Woher kommt nächtlicher Harndrang?

Leser der Kleinen Zeitung fragen, Hausarzt Herbert Ederer antwortet: Diesmal auf die Frage, was hinter wiederkehrenden Harnwegsinfekten und nächtlichem Harndrang steckt.

Nächtlicher Harndrang
Nächtlicher Harndrang © fotolia
 

Ich (75) bin Diabetikerin, aber mit Medikamenten gut eingestellt, und leide an wiederholten Harnwegsinfektionen. Mein Urologe ist der Meinung, dass eine Harnröhrenverengung bzw. ein Harnröhrenkarunkel die Ursache meiner Beschwerden sei, wobei ich feststellen musste, dass nicht alle Fachkollegen das gleich sehen. Neuerdings habe ich nachts einen großen Harndrang, sodass ich fünf bis sechs Mal aufstehen muss und daher kaum zur Ruhe komme. Was soll ich tun?

Monika M., Graz

DR. EDERER: Harnwegsinfekte stellen ein häufiges Krankheitsproblem gerade bei Frauen dar. Eine Vielzahl von Faktoren begünstigt dies. Eine Harnröhrenverengung ist nur eine dieser Ursachen, die dazu führt, dass sich durch die Behinderung des Abflusses Restharn in der Harnblase sammelt. Die längere Verweildauer des Harns in der Blase begünstigt das Bakterienwachstum und eine Infektion.

Ein Harnröhrenkarunkel, eine Schleimhautwucherung an der äußeren Harnröhrenöffnung, tritt meistens bei Frauen nach Ende der Regelblutungen (medizinisch: Menopause) auf. Es kann zwar Beschwerden beim Wasserlassen machen und die Entstehung von Harnröhrenvorfällen begünstigen, aber weniger die von Harnwegsinfekten.

Herzschwäche?

Der jüngst aufgetretene nächtliche Harndrang könnte auch Ursachen haben, die außerhalb der unteren Harnwege liegen: Die Beschwerden könnten zum Beispiel auf das Vorliegen einer Herzschwäche hinweisen. Eine diesbezügliche Abklärung ist jedenfalls erforderlich. Ebenso ist es ratsam, dem Behandlungsvorschlag Ihres Urologen des Vertrauens zu folgen. Auch wenn es, wie überall sonst im Leben, unterschiedliche Meinungen zu einer Fragestellung gibt.

 

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