Trockene Luft in Räumen, heftiges Schnäuzen, Nasenbohren oder auch ein Schlag gegen die Nase: Nasenbluten kann viele Auslöser haben, die meisten davon sind harmlos. "Gerade bei Kindern ist Bohren oder Kletzeln in der Nase häufig die Ursache für Nasenbluten", sagt Veronika Rupprechter, HNO-Ärztin am Klinikum Klagenfurt.

In der Nasenscheidewand verlaufen die Blutgefäße sehr oberflächlich, ein leichtes Kratzen kann zu einer Verletzung und in der Folge zur Blutung führen. Bei älteren Menschen hingegen können auch andere Ursachen hinter häufigem Nasenbluten stecken: "Leidet man häufig an Nasenbluten, sollte man seinen Blutdruck kontrollieren", sagt Rupprechter – ein erhöhter Druck in den Gefäßen könne nämlich hinter dem Nasenbluten stecken. Prinzipiell rät die Expertin: Leidet man häufig an Nasenbluten, sollte man einmal beim HNO-Arzt mögliche Ursachen abklären lassen.

Blutverdünner als Risikofaktor

Häufig betroffen sind auch Menschen, die aufgrund von anderen Erkrankungen blutverdünnende Medikamente einnehmen – "Verkalkung" in den Gefäßen oder Herzrhythmusstörungen sind typische Grunderkrankungen. Bei Patienten mit so einer blutverdünnenden Therapie kann das Nasenbluten schwer zu stoppen sein, denn: "Durch die Medikamente ist die Blutgerinnung reduziert", erklärt Rupprechter.

Was ist jetzt aber zu tun, wenn es aus der Nase blutet? Hartnäckig hält sich hier der Mythos, man sollte den Kopf in den Nacken legen, um die Blutung zu stoppen – dabei sollte gerade das Gegenteil getan werden. "Um Nasenbluten zu stoppen, soll man den Kopf nach vorne beugen und das Blut herausrinnen lassen", erklärt Rupprechter – sonst würde das Blut in den Rachen rinnen, man schluckt es und Übelkeit kann die Folge sein.

Kopf nach vorne

Stattdessen: Kopf nach vorne und etwas Kaltes in den Nacken legen. "Dadurch verengen sich die Blutgefäße, die zur Nase führen und die Blutung wird gestoppt", sagt die HNO-Ärztin. Es kann auch helfen, die Nasenflügel fest zusammenzudrücken, denn die meisten Blutungen treten vorne in der Nase auf. "Hört die Blutung gar nicht auf, muss man zum Arzt und das geschädigte Gefäß veröden lassen", sagt Rupprechter. 

Menschen, die zum Beispiel aufgrund von Gerinnungsmedikamenten oder ihres höheren Alters zu Nasenbluten neigen, sollten einige Risikofaktoren reduzieren: nicht zu heftig schnäuzen, die Nase gerade bei kalter, trockener Luft gut pflegen, zum Beispiel mit Salzwassersprays oder Nasensalben. Und: Besser nicht in der Nase bohren oder kletzeln.