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Gute FrageWas macht eine gute Sonnenbrille aus?

Das Wissen der Österreicher über Lichtschäden ist lückenhaft, darüber sind sich Augen- wie Hautärzte einig. So finden Sie trotzdem eine geeignete Sonnenbrille.

Kinderaugen müssen besonders geschützt werden © (c) Ilshat - stock.adobe.com
 

Sobald der Sommer beginnt, sind sie überall zu sehen: Sonnenbrillen. Groß oder klein, eckig oder rund, grell oder dezent schmücken sie die Nasen der Österreicher. Als Modeaccessoires sind sie nicht mehr wegzudenken, doch viele vernachlässigen die eigentliche Funktion der Brille: Unsere Augen vor schädlicher UV-Strahlung zu schützen. Hier ein paar Tipps, wie Sie nicht nur modisch, sondern auch gesund in den Sommer starten.

UV-Schutz

Das Wichtigste beim Sonnenbrillenkauf ist natürlich der UV-Schutz. Von April bis September ist die UV-Strahlung in unseren Breiten am stärksten, doch niemand sollte den Fehler begehen, zu denken, nur in dieser Zeit seien Sonnenbrillen notwendig. Schnee, zum Beispiel, reflektiert 80 Prozent der UV-Strahlung - die Sonnenbrille darf also auch im Winter nicht fehlen. Pro tausend Höhenmetern steige die UV-Belastung um 10-20 Prozent, schreibt der Österreichische Touristenklub, einer der ältesten alpinen Vereine Österreichs, auf seiner Website. Das heißt, im Gebirge ist ebenfalls auf genügend Schutz zu achten.

Grundsätzlich kann man Produkten mit “UV 400”-Aufklebern trauen, auch den billigen. Sonnenbrillen müssen nach EU-Vorgabe geprüft werden, bevor sie bei uns auf den Markt kommen. Wer trotzdem auf Nummer Sicher gehen will, kann den UV-Schutz seiner Brille beim Optiker überprüfen lassen.

Bundesinnungsmeister der Augenoptiker, Markus Gschweidl, appellierte in einer Pressekonferenz im Juni vor allem darauf, kleine Kinder mit Sonnenbrillen auszurüsten: 97 Prozent der Kinder würden nicht regelmäßig eine Sonnenbrille tragen. "Dabei lassen die Augen von Kindern unter zehn Jahren 75 Prozent der UV-B-Strahlen durch." Ab 25 Jahren seien es nur mehr zehn Prozent. Weiters dementiert er, dass die Mittagssonne für die Augen das größte Problem darstellt. Die Gefahr sei vielmehr das seitlich einfallende Licht, etwa um neun oder 15 Uhr, bei tiefstehender Sonne. "Dagegen bieten die meisten Brillen keinen Schutz", erklärte der Innungsmeister. "Bei seitlichem Lichteinfall wird die Strahlung durch die Hornhaut und Linse zudem bis zu 20-fach verstärkt." Wichtig ist es daher auch darauf zu achten, dass der Bügel breit genug ist, um die seitliche Sonneneinstrahlung zu blockieren und die Brillengläser mindestens bis zu den Augenbrauen reichen.

Tönung der Gläser

Abgesehen von der UV-Strahlung, schützen Sonnenbrillen auch davor geblendet zu werden. Da die Intensität der Sonnenstrahlung immer von dem Ort abhängt, an dem man sich gerade befindet, werden hier vier Kategorien unterschieden:

Blendschutzkategorien

Kategorie 0: Die Lichtdurchlässigkeit wird um maximal 20 Prozent verringert. Diese Brillen eignen sich abends und für lichtempfindliche Augen zum dauerhaften Tragen.

Kategorie 1: Die Lichtdurchlässigkeit wird um 20-57 Prozent verringert. Diese Brillen eignen sich für bedeckte und wechselhafte Tage.

Kategorie 2: Die Lichtdurchlässigkeit wird um 57-82 Prozent verringert. Diese Brillen eignen sich für sonnige Tage in unseren Breiten.

Kategorie 3: Die Lichtdurchlässigkeit wird um 82-92 Prozent verringert. Diese Brillen eignen sich für den Süden, das Meer oder Gebirge.

Kategorie 4: Die Lichtdurchlässigkeit wird um 92-97 Prozent verringert. Diese Brillen werden für Hochgebirge und Gletscher empfohlen, für den Straßenverkehr sind sie ungeeignet.


Die Blendschutzkategorie befindet sich meist auf der Innenseite der Bügel, es gibt aber auch bereits selbsttönende Gläser, die ihren Blendschutz automatisch an die gegebenen Lichtverhältnisse anpassen. Braune und graue Gläser verfälschen die Farbeindrücke am geringsten.

Kennzeichen und Prüfzeichen 

Um die Zuverlässigkeit einer Sonnenbrille zu überprüfen, können auch einige Prüf- und Kennzeichen herangezogen werden. Mit dem CE-Kennzeichen, zum Beispiel, garantieren Hersteller die EU-Qualitätsmindestanforderung einzuhalten. Zusätzlich zu dieser Hersteller-Selbsterklärung kann man sich auf das GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) verlassen. Im Gegensatz zum CE-Zeichen erhalten dieses nur Produkte, die von einer unabhängigen Stelle geprüft wurden. Die Prüfstelle wird beim GS-Zeichen immer auch angegeben.

Preis

Eine gute Sonnenbrille muss kein Vermögen kosten. In österreichischen Städten kann man auch gut mit einem Billig-Modell auskommen, solange der UV-Schutz gegeben ist. Wer seine Brille allerdings im letzten Urlaub am Strand gekauft hat, sollte diese mit Vorsicht genießen: Sind die Gläser zwar verdunkelt, aber ohne UV-Schutz ausgestattet, könnte das Tragen sogar schädlicher sein als ohne Brille. Da sich die Iris durch die Verdunklung öffnet, aber nicht geschützt wird, könne noch mehr UV-Licht in das Auge eindringen. Sind sie außerdem aus Plastik, könnten Schlieren zu einer Verzerrung der Optik und im schlimmsten Fall zu einer Horhautverkrümmung führen, warnt der TÜV-Verband. Dies lässt sich aber schnell selbst überprüfen: Brille auf und eine gerade Linie fokussieren. Krümmt sich die Linie, sollte auf die Brille verzichtet werden.


"Sonnenbrillen sollten am besten direkt beim Optiker gekauft werden. Dort kann man sich auf die Qualität der Brillengläser verlassen und der Fachhändler geht auf die individuellen Bedürfnisse des Brillenträgers ein", sagt Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. Billige Modelle lassen sich auch dort finden.

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