Wenn es trüb und kalt wird, kann sich eine ausgiebige heiße Dusche nach einem langen Tag schon fast wie ein kurzer Wellnessurlaub anfühlen. Tritt man dann aufgewärmt und wohlduftend wieder aus der Kabine hinaus, ist Entspannung beinahe garantiert. Doch heuer wird darauf vermehrt verzichtet. Aufgrund der Teuerungen ist Sparen vielerorts das Gebot der Stunde. Auch beim Wasser wollen viele einsparen – dadurch fällt auch die ein oder andere Dusche weg. Kann das ungesund werden?

"Nein, im Gegenteil, weniger Wasserkontakt ist der Hautgesundheit zuträglich", sagt Daisy Kopera, Dermatologin der Med Uni Graz. Denn jeder Wasserkontakt lauge wertvolle Fette aus den oberen Hautschichten heraus. Und das bleibt nicht ohne Auswirkungen: Es kann zu trockener, juckender Haut kommen, die auch anfälliger für Ekzeme ist.


Wie oft man wöchentlich duschen sollte, ist individuell verschieden, meint die Expertin. Auch die berufliche Tätigkeit spielt dabei eine Rolle – sowie auch die Freizeitgestaltung: "Wenn man sich schmutzig und verschwitzt fühlt, kommt man an einer Dusche nicht herum", sagt die Dermatologin. Machen Job oder sportliche Betätigung es also notwendig, häufiger zu duschen, sollte man darauf achten, der Haut danach Feuchtigkeit und Fett zurückzugeben – das kann über das Eincremen mit Bodylotions geschehen. "Das gilt für genauso für Männer", sagt Daisy Kopera.

Schwitzt man den ganzen Tag über kaum, reicht auch eine Katzenwäsche, sprich mit einem Waschlappen Achseln und Leistengegend reinigen. Zusätzlich können auch die Füße mit einem Fußbad gesäubert werden – dadurch wird kaum Wasser gebraucht und somit gespart. Steht dann doch eine ausgiebige Körperreinigung an, sollte man die Dusche der Badewanne vorziehen: "Wasser ist Leben – mit unserer wichtigsten Ressource sollten wir sorgsam umgehen. Zur Körperhygiene ist eine Dusche ausreichend", so Kopera. "Ein Vollbad dann und wann kann aber Wellenessfaktor sein. Auch hier sollte auf das abschließende Nachcremen nicht vergessen werden."


Geht es um das Sparen, sehen nun viele auch bei den Heizkesseln für warmes Wasser genauer hin. Doch zu sehr sollte die Temperatur dort nicht gesenkt werden, rät Heinz-Jörn Moriske vom deutschen Umweltbundesamt. "Zu empfehlen sind 55 Grad", so der Experte. Das sei die Vorlauftemperatur, bei der Legionellen abgetötet werden. Die Bakterien befinden sich generell im Leitungswasser, vermehren sich aber besonders gut bei Temperaturen zwischen 20 und 45 Grad.

"Wenn man Legionellen einatmet, kann das zu Lungenentzündungen führen", erklärt Kopera. Diese können über Duschaerosole eingeatmet werden. In einem Haus mit zentraler Wassererwärmung und zentralem Warmwasserspeicher sollte die Regler-Temperatur am Trinkwassererwärmer auf mindestens 60 Grad eingestellt sein, damit die Wassertemperaturen im Leitungssystem an keiner Stelle Temperaturen auf unter 55 Grad sinken.

Was immer wieder vergessen wird

Was bei der Körperhygiene häufig vollkommen vergessen wird, sind die Füße: "Regelmäßige Fußbäder und danach das Eincremen mit einer desinfizierenden Fußcreme kann Fußgeruch und Fußpilz vorbeugen. Das kommt beim Duschen meist zu kurz", erklärt die Dermatologin. Nur selten vergessen wird hingegen das Haarewaschen. Wie häufig das notwendig ist, sei individuell verschieden und sollte sich zwischen ein bis dreimal pro Woche belaufen – je nachdem, wie schnell die Haare nachfetten.

Übrigens: Auch die Länge und die Wassertemperatur sind beim Duschen für die Hautgesundheit entscheidend. "Je länger der Wasserkontakt ist, desto stärker ist der 'Auslaugeffekt' auf die Haut – auch höhere Temperaturen tragen zu diesem Effekt bei. Eine Dusche sollte also kurz und frisch sein", rät die Expertin.

Will man Wasser sparen, sollte man das aber keinesfalls im Hinblick auf die Flüssigkeitszufuhr machen: "Unser wichtiges Getränk ist Wasser! Man kann der Gesundheit zuliebe auf zuckerhaltige Getränke verzichten, das spart nicht nur Energie, sondern auch unnötige Kilos", so Kopera.