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Coronavirus Kinder vermutlich genauso ansteckend wie Erwachsene

Das Forschungsteam um Virologen Christian Drosten fand in einer Studie keine signifikanten Altersunterschiede bezüglich Viruslast in Proben.

© Martin Villadsen/stock.adobe.com
 

Kinder sind einer neuen Analyse zufolge in der Coronavirus-Pandemie vermutlich genauso ansteckend wie Erwachsene. Die Zahl der Viren, die sich in den Atemwegen nachweisen lässt, unterscheide sich zwischen Altersgruppen nicht, berichten Forscher um den Virologen Christian Drosten von der Berliner Charite in einer vorab veröffentlichten und noch nicht von unabhängigen Experten geprüften Studie.

Die Forscher warnen aufgrund ihrer Ergebnisse vor einer uneingeschränkten Öffnung von Schulen und Kindergärten in Deutschland. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hätten in vielen Ländern Wirkung gezeigt, schreiben sie. Mit der Lockerung der Kontaktbeschränkungen gebe es vermehrt auch Diskussionen darüber, inwieweit die Schließung von Schulen und Kindergärten zu diesem Erfolg beigetragen hat - und wie sich eine Wiedereröffnung auf die Ausbreitung des Virus auswirken könnte.

Bisher sei unklar, inwieweit Kinder das Virus an andere weitergeben. Die Untersuchung dieser Frage sei schwierig, gerade weil die Schulen in Deutschland früh geschlossen wurden und weil das Virus vor allem in der Anfangsphase der Epidemie vor allem von erwachsenen Reisenden weitergegeben wurde.

Das Team um Drosten hat im Rahmen seiner Studie nun in Proben von 3712 Infizierten, die zwischen Jänner und 26. April in einem Berliner Testzentrum untersucht wurden, die jeweilige Menge an SARS-CoV-2-Viren bestimmt. Sie fanden keinen Unterschied in der Viruslast zwischen verschiedenen Altersgruppen. Bei der Beurteilung der Ansteckungsgefahr in Schulen und Kindergärten müssten daher die gleichen Annahmen zugrunde gelegt werden, die auch für Erwachsene gelten, schreiben die Forscher.

Kommentare (7)

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Aleksandar
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Ah ja ....

Warum wundert mich das nicht? Es war mir immer schon nicht ganz klar, warum Kinder nicht "ansteckend" sein sollen ...

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spainman
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Bitte wissenschaftliche Standards einhalten

Die Viruslast ist bei INFIZIERTEN Kindern laut dieser Untersuchung ähnlich wie bei Infizierten Erwachsenen. Das überrascht nicht. ABER man sollte auch erwähnen, dass sich Kinder viel seltener infizieren, hierzu liegen Daten vor und damit von Kindern als Gruppe eine wesentlich geringere Ansteckungsgefahr ausgeht als von Erwachsenen. Diese hier in diesem Artikel besprochene Studie von Drosten ist im Detail nicht veröffentlicht, vor allem noch nicht von Experten gegen gelesen worden (peer review Prozess) und bisher auch nicht von anderen Arbeitsgruppen bestätigt. Das sind aber in der medizinischen Wissenschaft Grundvoraussetzungen für wirklich relevante tragfähige Aussagen. Im Übrigen hat genau dieser Herr Drosten in einer deutschen Talkschow einem anderen Virologen vorgeworfen Daten zu präsentieren, die nicht gegengelesen wurden und das sei, so Drosten in der Talkshow, nicht wissenschaftlich...(!) Schlage vor Herr Drosten tut das, was er am besten kann, seriös forschen und überlässt die ihm mittlerweile lieb gewonnene öffentliche Showbühne den Künstlern und Politikern.

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scionescio
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@Spainmain: Auch Wissenschaftler sind nur Menschen und können schwer der Versuchung widerstehen, sich als Promi aufzuführen, wenn sie gerade von den Medien gehypt werden ....

... und um im Rampenlicht zu bleiben, müssen sie natürlich auch regelmäßig etwas liefern - schon klar, dass da die wissenschaftliche Seriösität aus Zeitmangel oft nur zweiter Sieger ist. Groß ist auch die Gefahr der Instrumentalisierung dh die Wahrscheinlichkeit, interviewt zu werden oder Einladungen zu Talkshows zu erhalten, steigt natürlich, wenn man aus den Daten das herausliest, was diese Herrschaften je nach politischer Ausrichtung gerne verbreiten möchten. Leider führt das auch dazu, dass die verbleibende Gruppe von Wissenschaftlern im Kampf um Aufmerksamkeit (und damit indirekt auch um die Finanzierung ihrer Forschungstätigkeit) nur mehr durch stark polarisierende oder sehr extreme Aussagen aus der Masse hervorstechen kann - findet sich dann genug Medien, die auf diesen Zug aufspringen, gibt es einen neuen Star und wieder einen neuen Hype -die wissenschaftliche Seriösität spielt dabei die kleinste Rolle.
Die älteren Mitbürger können sich vielleicht noch an das Ozonloch erinnern - irgendwann war das Thema nicht mehr sexy genug und ausgelutscht - und ist mehr oder weniger von der Bildfläche verschwunden. Genau so wenig, wie man seinerzeit gesichert die Entstehung erklären konnte, kann man mittlerweile erklären, warum es sich - allen wissenschaftlichen Prognosen zum Trotz - mittlerweile wieder fast völlig geschlossen hat ... Simulationen sind eben immer von der Güte des Models und Annahme der Parameter abhängig- und das lässt leider erst im Nachhinein verifizieren!

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Mein Graz
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@spainman

Gibt es - aus der Studie aus Island - schon abgeschlossene Studien zu den Infektionszahlen bei Kindern?

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spainman
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Daten

Ja die Daten sind vor kurzem in der renommierten Zeitschrift New England Journal of Medicine publiziert. Es wurden Menschen untersucht, die ein hohes Risiko einer Infektion hatten (Symptome, Kontakt zu Krankens usw) und als zweite Gruppe die allgemeine Bevölkerung. In der allgemeinen Bevölkerung wurde kein einziges Kind unter 10 Jahren gefunden, welches Coronapositiv war, bei den Erwachsenen jedoch knapp unter 1%. Bei den Risikofällen lag die Positivität der Kinder unter 10 Jahren ca. bei dem halben Wert wie die Erwachsenen.

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romagnolo
6
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Ich gebe Ihnen absolut recht.

Drosten ist ein hervorragender Virologe, aber langsam bekomme ich das Gefühl, dass er sich zunehmend mit negativen Nachrichten in den Vordergrund spielen möchte. Er wird damit als seriöser Wissenschaftler leider etwas unglaubwürdig. Schuster bleib bei deinen Leisten. Drosten ist kein Epidemiologe, wie er selbst mehrfach betont hat.

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hfg
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Gestern in der ZIP 2

In Schweden und Island wurde aber in der Praxis festgestellt das sich obwohl Schulen und Kindergärten offen sind praktisch keine Ansteckung durch Kinder erfolgt ist. Das wiederum ist genau das Gegenteil was dieser Virologe in der Theorie festgestellt hat. Mir persönlich sind diese Virologen, Epidemiologen usw. doch sehr suspekt und sehr theoretisch - die Aussagen widersprechen sich sehr oft - und das Wissen über Corona ist eher gering -

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