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Symptome erkennenWann bin ich ein Verdachtsfall?

Wie fühlt sich die Erkrankung Covid-19 an? Und wie kann sie von einer Erkältung unterschieden werden? Der Experte gibt Antworten. Und das Gesundheitstelefon 1450 ist völlig überlastet - auch wegen unnötiger Anrufe.

Gesundheitstelefon 1450 steiermark
Gesundheitstelefon 1450: Arbeiten am Limit © KK
 

Man wacht auf, hat ein Kratzen im Hals, fühlt sich unwohl - ist das nun das neuartige Coronavirus? Ob man eine herkömmliche Erkältung allein durch die Symptome von einer Erkrankung an Covid-19 unterscheiden kann, beantwortet der Infektionsspezialist Bernhard Haas (Steiermärkische Krankenanstalten Ges.m.b.H.) ganz klar: "Nein, allein anhand der Symptome können wir Covid-19 nicht von Erkrankungen durch andere Erkältungsviren unterscheiden."

Die Symptome bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus können in der Ausprägung sehr unterschiedlich sein. Als wichtigste Symptome werden genannt: Fieber, Husten, Kurzatmigkeit und Atembeschwerden.

Fieber ist altersabhängig

"Wobei das Auftreten von Fieber auch altersabhängig ist", sagt Haas: In der Altersgruppe der 20- bis 69-Jährigen trete bei über 80 Prozent der Betroffenen Fieber auf, bei Kindern und Jugendlichen hingegen läuft die Infektion häufig mit nur geringen Symptome ab. "Sie können aber dennoch Überträger sein, und daher müssen Kinder und Jugendliche unbedingt Kontakt mit Risikopersonen meiden", sagt Haas.

Auch bei hochaltrigen Menschen trete Fieber weniger häufig auf - was daran liege, dass das Immunsystem im sehr hohen Alter schwächer auf Krankheitserreger reagiert - Fieber ist typischerweise eine der ersten Reaktionen des Körpers auf eine Infektion.

Symptome erkennen
Symptome erkennen Foto © infografik

Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Coronavirus-Infopoint

Diese Unklarheiten führen dazu, dass die Anfragen das Gesundheitstelefon 1450 völlig überlasten. „Wir haben im Moment bis zu 2500 Anrufe pro Tag, anstatt maximal 500 wie in Zeiten vor Corona“, sagt Bernd Leinich, Geschäftsführer vom Gesundheitsfonds Steiermark. Was ihn wirklich empört: „Gut die Hälfte der Anrufe sind Menschen, die gar keine Symptome haben, aber Eventualitäten diskutieren wollen. Das lähmt unsere Kapazitäten und wir arbeiten ohnehin schon am Limit.“ Sein Appell: Die Nummer 1450 ist für Menschen vorgesehen, die wirklich Symptome haben!

Gut die Hälfte der Anrufe sind Menschen, die gar keine Symptome haben, aber Eventualitäten diskutieren wollen. Das lähmt unsere Kapazitäten und wir arbeiten ohnehin schon am Limit.

Bernd Leinich, Gesundheitsfonds Steiermark

Zurück zur Frage: Bin ich betroffen? „Wer an sich Erkältungssymptome bemerkt, sollte zunächst jedenfalls zu Hause bleiben“, sagt Haas. Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte 1450 gerufen werden. Bitte keinesfalls den Notruf wählen, wenn es sich nicht um einen wirklichen Notfall handelt! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Unterschiede Grippe und Covid-19

Die WHO zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Grippe und Covid-19 auf.

  • Ähnlich ist demnach die Ausprägung der Infektionskrankheiten. Beide sind von einem Virus verursachte Atemwegserkrankungen, deren Verlauf sehr unterschiedlich sein kann - von symptomlos oder mild bis hin zu sehr schwer, mitunter gar tödlich. Beide Erreger werden vorwiegend über Tröpfchen etwa beim Sprechen oder Husten oder auch direkten Kontakt übertragen. Darum greifen bei beiden auch die gleichen Vorsichtsmaßnahmen: gute Handhygiene, in den Ellbogen oder ein Taschentuch husten, Kontakt zu Infizierten vermeiden.

  • Unterschiede gibt es laut WHO bei der Ausbreitungsgeschwindigkeit. Influenza habe eine kürzere Inkubationszeit zwischen Ansteckung und der Ausbildung erster Symptome, zudem erfolgten die Ansteckungen in den Infektionsketten rascher aufeinander. Bei Covid-19 liege dieses Intervall bei etwa fünf bis sechs Tagen, bei Influenza bei drei Tagen. Das bedeute, dass sich Influenza rascher verbreiten kann als Covid-19.

  • Ein weiteres wichtiges Kennzeichen ist die Ansteckungsrate. Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 wird nach WHO-Daten von einem Infizierten im Mittel an zwei bis zweieinhalb weitere Menschen weitergegeben - und damit an mehr als bei Influenza. Wegen der unsicheren Datenlage und verschiedenen den Wert beeinflussenden Effekten sei ein Vergleich bei diesem Aspekt aber nur eingeschränkt möglich, heißt es von der WHO.

  • Erhebliche Unterschiede gibt es im Bezug auf Kinder: "Kinder sind bedeutsame Treiber für die Übertragung von Influenzaviren in der Gemeinschaft", so die WHO. Für den Covid-19-Erreger zeigten erste Auswertungen, dass Kinder weniger betroffen sind als Erwachsene und nur selten deutliche Symptome entwickeln. Vorläufige Daten lassen demnach zudem annehmen, dass Kinder sich vor allem bei Erwachsenen anstecken - Erwachsene aber umgekehrt kaum bei Kindern.

  • Schwere bis lebensbedrohliche Verläufe gibt es nach bisherigen Auswertungen bei Covid-19 häufiger als bei der Grippe. Der WHO zufolge ist der Verlauf bei 15 Prozent der Infizierten so schwer, dass eine zusätzliche Versorgung mit Sauerstoff nötig wird. Bei fünf Prozent der Infizierten ist demnach künstliche Beatmung nötig. Auch die Todesrate liegt wohl höher als bei der normalen saisonalen Grippewelle - exakte Angaben lassen sich dazu aber derzeit kaum machen.

 

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Unnötige Anrufe automatisch aussortieren

Man könnte ein intelligentes KI-Telefonsystem dem Gesundheitstelefon vorschalten, das die unnötigen Anrufe durch bestimmte Fragen - vor dem Durchsstellen - aussortiert. Bsp.: "Haben sie momentan akute Kranheitssymptome, die Sie besprechen möchten?" Ja - weiter; nein - Weiterleitung zur Info-Hotline.