AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

GesundheitZum Welt-AIDS-Tag: Ist das Ende der Epidemie nahe?

Der 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag: Der Experte erklärt, warum nun alle Voraussetzungen geschaffen sind, um die Epidemie zu beenden, und was trotzdem noch zu tun ist.

Weiterlesen mit unserem Digitalabo

Gratis testen

    Sie erhalten Zugriff auf:

  • Alle Kleine Zeitung Plus Artikel
  • Tägliches E-Paper
  • Smartphone App
Europaweit ist fast jede zweite HIV-Diagnose eine Spätdiagnose © (c) alexkich - stock.adobe.com
 

Warum scheint es plötzlich möglich, die Pandemie HIV zu stoppen?

Der Meilenstein war eine Studie im Frühjahr 2019, die eindeutig zeigte: HIV-Infizierte, die eine Therapie bekommen und diese richtig einnehmen, können niemanden mehr anstecken – auch nicht, wenn sie ungeschützten Geschlechtsverkehr haben. Die Schlussfolgerung daraus: Wenn jeder HIV-Infizierte weltweit die Therapie bekommen würde, gäbe es keine weitere Übertragung des Virus und die Pandemie könnte gestoppt werden.

Mit der sogenannten PrEP (Präexpositionsprophylaxe) gibt es außerdem eine Pille, die vor der Ansteckung mit HIV schützen kann, auch wenn ungeschützter Sex stattfindet. „Wir haben alle Instrumente, um die Übertragung von HIV zu verhindern“, sagt Jürgen Rockstroh, Präsident der europäischen AIDS-Gesellschaft. Das unterstreicht auch Bernhard Haas, Generalsekretär der österreichischen AIDS-Gesellschaft (ÖAG): „Nun müssen diese Instrumente auch vernünftig eingesetzt werden.“

Welche Problemfelder gibt es dennoch?

Da ist zunächst die Verfügbarkeit der PrEP: Laut Haas müssen jene Menschen, die Hochrisikogruppen angehören, Zugang zu PreP bekommen – und zwar mittels eines Versorgungsschemas. „Nur die Tablette wie mit der Gießkanne zu verteilen, ist zu wenig“, sagt Haas – es brauche Aufklärung und regelmäßige Untersuchungen, um diese Risikogruppen gut betreuen zu können. Und auch die Frage, wer bezahlt für diese Maßnahmen, ist noch ungeklärt – bisher tragen die Betroffenen die Kosten für die Pillen selbst.

„Wenn es darum geht, Neuansteckungen mit HIV zu verhindern und die Zahl HIV-infizierter Personen in der Bevölkerung zu senken, ist die PrEP genauso effektiv wie Kondome“, sagt Alexander Zoufaly, Präsident der ÖAG. Ein zweites Problem: „Noch immer werden viele HIV-Infektionen zu spät erkannt“, sagt Haas. Um die Epidemie vollständig einzudämmen, ist eine frühe Diagnose aber entscheidend. Schließlich ist das Ansteckungsrisiko für andere unmittelbar nach der Infektion am höchsten.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren