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Sexualmedizin

Lasst uns über Sex reden

Was steckt hinter Erektionsstörungen? Und wie ist das mit dem weiblichen Orgasmus? Sexualmediziner beantworten die brisanten Fragen rund um das Thema Sex.

Probleme beim Sex: Viele sind betroffen, wenige reden darüber
Probleme beim Sex: Viele sind betroffen, wenige reden darüber © Creativa - Fotolia
 

Man ist nicht allein mit dem Problem, auch wenn das viele glauben: 46 Prozent der Frauen und 39 Prozent der Männer haben in ihrem Leben zumindest einmal Sexualprobleme. Doch darüber reden, das tun die wenigsten gern: Ein Mann mit Erektionsstörungen verliert an Männlichkeit, eine Frau, die Schmerzen beim Sex hat, muss sich damit abfinden – solche falschen Klischees beherrschen das Thema Sex noch viel zu oft.

Pionierarbeit auf dem Gebiet der Sexualmedizin leistet Elia Bragagna: Nächste Woche eröffnet sie in Graz eine in Österreich einzigartige Praxis zum Thema Sexualmedizin. Und auch ab nächster Woche wird Elia Bragagna als Kolumnistin für die Kleine Zeitung auf den Gesundheitsseiten Fragen rund um das Thema Sexualität beantworten – frei nach dem Motto: was Sie schon immer über Sex wissen wollten.

Neue Praxis eröffnet

Die sexualmedizinische Praxis „Sexmed“ wird als erste ihrer Art in Österreich am 29. Jänner eröffnet.

Am 31. Jänner lädt die Praxis zum Tag der offenen Tür: Die beteiligten Ärzte geben mit Kurzvorträgen Einblicke ins Thema Sexualmedizin.

Von 9.30 bis 14.30 Uhr stehen die Türen offen: Münzgrabenstraße 7, 80 10 Graz. www.sexmed.at

3 Fragen, 3 Antworten

Zur Einstimmung beantworten Elia Bragagna und ihr Team drei der häufigsten Fragen zum Thema Sex.

Die Frau und der Orgasmus: 20 Prozent sollen laut Umfragen noch nie einen erlebt haben – woran liegt das?

Elia Bragana, Sexualmedizinerin: Das Grundproblem ist, dass Frauen nicht wissen, was sie erregt. Läuft es mehr emotional oder doch genital – im Optimalfall sollten beide „Kanäle“ aktiv sein. Viele Frauen beschreiben, dass sie vor dem Geschlechtsverkehr erregt sind, aber währenddessen die Lust verlieren – das zeigt: Sie werden nicht richtig berührt. Man muss eine andere Stellung finden oder es braucht eine zusätzliche Stimulation der Klitoris. Noch immer herrscht die Vorstellung vor, allein durch „Rein-raus“ sei es getan. Dabei erreichen nur die wenigsten Frauen einen rein vaginalen Orgasmus. Wichtig ist: Alles ist erlaubt und Frau muss einfach herausfinden, was ihr gefällt. Dazu muss man ausprobieren – vielleicht auch alleine.

50 Jahre alt und das mit dem Sex funktioniert nicht mehr: Was sind die Ursachen für Erektionsstörungen beim Mann im besten Alter?

Doris Köppl, Allgemeinmedizinerin und Sexualtherapeutin: In diesem Alter ist es wichtig, dass abgeklärt wird, ob Erkrankungen hinter den Erektionsproblemen stecken. Bluthochdruck, Diabetes oder Übergewicht: All das kann die Erektionsfähigkeit beeinflussen. Durch einen großen Bauchumfang kann auch die Hormonproduktion beeinflusst werden – so kann es zu einem Mangel am Sexualhormon Testosteron kommen. All das muss abgeklärt werden, denn: Erektionsstörungen können ein erstes Alarmsignal für eine schwerwiegende Erkrankung wie eine Gefäßveränderung sein. Gibt es keine organischen Ursachen, muss man weiterforschen: Gibt es ein Problem in der Beziehung oder ist der Stress einfach zu groß? So kann eine Lösung gefunden werden.

Das wiederkehrende Brennen: Viele Frauen leiden
immer wieder an Pilzerkrankungen – was kann man tun?

Elisabeth Bacher, Gynäkologin: Wiederkehrende Pilzerkrankungen betreffen oft junge Frauen, und der Leidensweg ist meist ähnlich: Zahlreiche Therapien wurden schon ausprobiert, diese Salbe, dieses Zäpfchen
werden oft schon in Eigentherapie eingesetzt. Dadurch kommt das Scheidenmilieu völlig aus dem Gleichgewicht, da auch die guten Keime zerstört werden. Dann ist es wichtig, Frauen wieder zu einer Normalität zurückzuführen, und dabei ist weniger oft mehr: Wenn wieder Symptome auftreten, nicht gleich mit den üblichen Medikamenten
behandeln, sondern der Scheide die Chance geben, sich selbst zu regenerieren. Indem man auf Hygiene achtet, Duftstoffe und Seifen reduziert und auf Qualität bei der Unterwäsche achtet, kann man helfen, das natürliche Milieu wiederherzustellen. Das ist ein mühsamer Weg aus dem Teufelskreis, der vom Frauenarzt begleitet werden muss.

 

Jürgen Fuchs Das Team der Praxis "Sexmed": Martin Göttl, Doris Köppl, Elisabeth Bacher, Elia Bragagna
Das Team der Praxis "Sexmed": Martin Göttl, Doris Köppl, Elisabeth Bacher, Elia BragagnaFoto © Jürgen Fuchs

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