Geschälte Knoblauchzehen, die sich Erkältungsgeplagte in die Nase stecken, um so verstopfte Atemwege zu behandeln – darum geht es in einem Video, das aktuell im Netz die Runde macht. Darin zu sehen: Zwei Personen, die sich nach einigen Minuten "Einwirkzeit" den Knoblauch wieder aus ihrer Nase ziehen. Und siehe da: Gemeinsam mit dem Knoblauch hat sich offenbar auch eine riesige Schleimglocke gelöst.

Doch nach fast fünf Millionen Klicks stellt sich die Frage: Handelt es sich bei dieser Methode tatsächlich um ein unterschätztes Hausmittel? Oder steckt dahinter gefährlicher Humbug?

Markus Gugatschka, Vorstand der Grazer Hals-Nasen-Ohren-Klinik, rät ausdrücklich davon ab, den „Knoblauch-Trick“ selbst Zuhause auszuprobieren. Er befürchtet, dass Öle im Knoblauch womöglich zu Reizungen oder sogar Entzündungen führen könnten. Sprich: Die Erkältungssymptome werden nicht gelindert, sondern der Schmerz möglicherweise noch verstärkt.

Durch Knoblauch gereizt

Auch, dass der ablaufende Schleim aus dem Video tatsächlich etwas mit der Erkältung zu tun hat, bezweifelt er. Vielmehr handle es sich dabei um Schleim, „den die Nase deshalb produziert, weil sie durch den Knoblauch zusätzlich gereizt wird.“ Sollte aufgrund einer Verkühlung das Atmen doch einmal schwerfallen, empfiehlt der Experte ganz klassisch: ein Nasenspray.

Dass sich dieses Video im Netz so rasch verbreitet, findet der Experte gerade in Hinblick auf junge Zuseherinnen und Zuseher bedenklich. "Nicht umsonst bringt man Kindern bei, dass man sich keine Gegenstände in die Nasenlöcher schieben soll." Denn bleiben Fremdkörper stecken, kann das im schlimmsten Fall zu Verletzungen führen. 

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