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Supermarkt-BilligfleischWWF und Vier Pfoten kritisieren: Ketchup teurer als Fleisch

Kampfpreise auf Kosten von Umwelt, Klima und Tierwohl: Von April bis Mai waren in den heimischen Supermärkten 254 Fleischprodukte verbilligt, kritisieren WWF und Vier Pfoten.

Kritik an Supermarkt-Billigfleisch: 254 Aktionsangebote im Monat © (c) Sergey Ryzhov - stock.adobe.com
 

Der hohe Preis von Billigfleisch: Umwelt- und Tierschützer haben wieder Fleisch-Rabattaktionen der Supermärkte analysiert und kritisieren den Verkauf zu Schleuderpreisen: Binnen vier Wochen von April bis Mai waren 254 Fleischprodukte verbilligt, berichteten WWF und Vier Pfoten.

Die in fünf Ketten österreichweit angebotenen Flugblatt-Rabatte lagen durchschnittlich bei 22 Prozent, teils sogar bei 50 oder 60 Prozent.

"Der Preiskampf im Handel zerstört die Wertigkeit von Fleisch und erhöht den Druck auf Umwelt und Landwirtschaft", sagte Hannah-Heidi Schindler, WWF-Expertin für nachhaltige Ernährung. "Ein ganzes Huhn um drei Euro, ein Kilo Schweinefleisch um etwas mehr als vier Euro oder ein Kilo Cevapcici um weniger als fünf Euro – ein umwelt- und tierfreundlicher Betrieb ist bei solchen Kampfpreisen schwierig bis unmöglich."

Flächendeckende Herkunftsangabe?

Vier Pfoten wies auf ein Kernproblem hin. Während Frischfleisch in Österreich nach Herkunft gekennzeichnet werden muss, gibt es bei verarbeiteten Produkten wie Grillwürsten oder mariniertem Fleisch keine verpflichtende, flächendeckende Herkunftsangabe. "Aber gerade dafür wird während der Grillsaison verstärkt mit Rabatten gelockt", sagte Veronika Weissenböck von der heimischen Tierschutzorganisation. "Auf Würsten wird zwar der verarbeitende Betrieb genannt, oft jedoch nicht, woher das Fleisch tatsächlich stammt."

Auf Würsten wird zwar der verarbeitende Betrieb genannt, oft jedoch nicht, woher das Fleisch tatsächlich stammt.

Veronika Weissenböck (Vier Pfoten)

Fleisch aus dem Ausland

Selbst eine klare Herkunftskennzeichnung würde noch aber nichts über Tierwohl aussagen. "Von den untersuchten Geflügelprodukten stammte ein beträchtlicher Teil aus dem Ausland. Dies ist besonders problematisch, da im Ausland bei Mastgeflügel in der Regel noch weit mehr Tiere pro Quadratmeter als in Österreich gehalten werden", so Weissenböck.

Heimische Putenproduzenten etwa stehen durch ausländische Billigpute stark unter Preisdruck.

Ketchup teurer als Fleisch

Die Rabatte zeigten "die absurde Schieflage bei der Wertigkeit von Produkten", wurde kritisiert: "Bei einem Kilopreis einer Hühnerkeule von 2,99 Euro ist allein das Ketchup in Relation dazu dreimal so teuer wie das Fleisch", rechnete Schindler vor.

Vier Pfoten und WWF setzen sich für eine Kennzeichnung nicht nur nach Herkunft, sondern auch nach Haltungsform ein, und forderten zum Verzicht auf Billigfleisch auf. Mit einem Fleischkonsum von durchschnittlich 64 Kilo pro Person im Jahr liege Österreich im weltweiten Spitzenfeld - und weit über allen wissenschaftlichen Empfehlungen.

Kommentare (11)

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jahcity
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Ich

fahre mit den Radl die abgelegenen Nebenstraßen in der Ost- u Südoststeiermark - wenige Autos und sehr ruhig! Dort stehen Sie, die Tresore der Tierfabriken! Keine Fenster, gut versteckt und Kameras rund um die Fabrik! Bauernhof ist meist weit weg - eh klar, den Bauern stinkt es auch zu viel in der Nähe dieser Fabriken! Es ist eine Schande!

Estarte
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SCHWEINE SEHEN EIN LEBEN LANG KEIN STROH UND KEINE SONNE !!!! EIN LEBEN IM DRECK ZUSAMMENGEPFERCHT ZERKRATZT UND KRANK ARME GESCHÖPFE GOTTES UM 3 EURO DAS KILO

Massentierhaltung ideale Brutstätte für gefährliche Viren
„Tierställe sind Brutstätten für tödliche Keime, denn dort werden massenweise Tiere auf engstem Raum inmitten ihrer eigenen Exkremente zusammengepfercht“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin bei der Tierschutzorganisation Peta. „Die Corona-Krise könnte nur ein erster Vorgeschmack auf das sein, was in der Zukunft durch die Ausbeutung von Tieren immer öfter passieren könnte. Es ist alternativlos, Maßnahmen zu ergreifen, um künftige Katastrophen zu verhindern.“ "Es gilt, sämtlichen ‚fleischproduzierenden‘ Betrieben deutschlandweit den Weg für eine rein vegane Produktion zu ebnen – zum Schutz der Arbeiter, der Tiere und der gesamten Bevölkerung.“

Guccighost
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Sollen sie doch

Die Massentierhaltung verbieten es wäre so einfach.
Dann wird Fleisch teuerer und die Leut würden weniger essen.

Estarte
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Jährlich werden 150 Milliarden Tiere getötet und 1 Kilo totes Leben kostet 3 Euro

„Statt uns von Pandemie zu Pandemie zu hanteln und multiresistente Keime zu produzieren, sollten wir die Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts nutzen: Die endgültige Abkehr von der industriellen Nutztierhaltung und von Wildtiermärkten!“
, fordert Dr. Kurt Schmidinger, Lebensmittelwissenschaftler und Geophysiker. „Wenn wir so weitermachen, werden wir aber auch immer wieder Pandemien, immer wieder Lockdowns, immer wieder Zusammenbrüche unserer Wirtschaft hinnehmen müssen. Daher müssen wir gegensteuern und all das radikal umkehren, was in der Vergangenheit in die falsche Richtung gelaufen ist", fordert auch Vier Pfoten.
Weg von Billigfleisch und Massentierhaltung.!!! Tierschutz- und Umweltschutzorganisationen fordern in Zeiten von Covid-19 mehr denn je einen Systemwechsel in der Fleischindustrie.
Wer Billigfleischfetzen aus Massentierzucht kauft wird auch dementsprechendes hormonbehandeltes krankmachendes Fleisch bekommen

55plus
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Wie wäre es mit einer Werbekampagne gegen Fleischkonsum

oder gegen Milchkonsum. Frage ist halt nur wer unterstützt das ? Die lieben Tierschützer haben kein Geld, Einzelpersonen, die was in der birne haben und Geld haben gibts leider anscheinend nicht viel, der Staat steht für Wirschaftswachstum.
Aber alle wissen " Werbung funktioniert!" Sie kenne doch sicher eine Werbung für Fleischkonsum ? Oder für Milchkonsum ? Ich glaube "ja natürlich" :-) und das bewirkt doch Massentierhaltung, gegen die wir ja irgendwie alle sind ... Bio ist jedes Fleisch und jede Milch - hoff ich zumindest ;-) Maximal einmal in der Woche Fleisch und die die kleinen Baby Ferkel oder Baby Kälber und die 3 Euro Hühner können wieder normal leben und werden auch wieder wertvoller... Gesund für dich, gesund fürs Tier nur der Wirtschaftswachstums-Gedanke sagt "nein" - Geld regiert die Welt - ernähren tut es nicht alle, und die auch oft ungesund.

melahide
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Hm

Ich frag mich da auch immer, warum Katzenfutter teurer ist als Fleisch! Milch ist auch viel zu billig. Vor allem kommt beim Erzeuger gar nichts mehr an. Früher hat der Fleischer beim Bauern gekauft. Fleischer hat selbst geschlachtet. Hat ja funktioniert. Jetzt muss der Bauer billigst produzieren , dann gibt es einen billigen Schlachthof, eine Verpackungsfirma, einen Spediteur und einen Handelskette. Alle wollen was verdienen. Der Konsument will es billig. Alle sind glücklich. Nur Bauer und Tier nicht

klaxmond
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Auf Kosten der Tiere

Wenn alle, die immer behaupten, ausschließlich regional und beim Bauern einzukaufen, das Tierschutzvolksbegehren unterschrieben hätten, würden nicht noch so viele Unterschriften abgehen. Es macht einfach nur traurig.

Haheande
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Wildbretpreis

Ich kann nur sagen, daß man hochwertigstes Wildfleisch derzeit um einen Preis bekommt, wogegen Hundefutter als Luxuspreis erscheint...

rebuh
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Der Handel ist ja nicht blöd

Hunde und Katzenliebhaber würden das " letzte Hemd " für ihre Lieblinge geben!

fliegenpilz123
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Viele denken

dass es im Supermarkt kein Tierwohlfleisch gibt sondern nur beim Bauern direkt.Einige Supermärkte bieten sehr gutes,leistbares Qualitätsfleisch aus tiergerechter Haltung an.Man braucht nur ein wenig genauer schauen,und dieses Fleisch kommt aus Österreich!!!!!

klaxmond
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Leider

kann ich nicht alles glauben, was auf der Verpackung steht.