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PollenReizender Staub, der aus Blüten regnet

Pollenalarm: Das Lebenselixier der Pflanzen sorgt bei Allergikern für Notstand. Forscher haben eine neue Technik zur Analyse und Frühwarnung entwickelt.

Pollen count in spruce
Pollen im Anflug: Allergiker haben es derzeit nicht leicht. Diverse Blütenpflanzen sind aktuell hochaktive Superspreader. © Wolfgang Kumm / dpa / picturedes
 

Es klingt in Zeiten der Digitalisierung wie aus der Zeit gefallen: Aber um herauszufinden, welche Pollen in der Luft vorhanden beziehungsweise in den nächsten Tagen die Schleimhäute von Allergikern reizen werden, ist nach wie vor viel Hand- und Kopfarbeit notwendig. Die verwendeten Pollenmessnetze saugen mithilfe eines Motors eine gewisse Menge Luft pro Minute an. Diese trifft hinter dem Ansaugschlitz auf eine Trommel, die mit einem Kunststofffilm versehen ist, auf dem die in der Luft enthaltenen Mikropartikel kleben bleiben.

Dann beginnt für Pollenexperten die Arbeit: Der nach Tagesabschnitten eingeteilte Streifen wird unter 400-facher Vergrößerung auf Pollen und Sporen untersucht. Spezialisten können die von verschiedenen Pflanzen stammenden Körner unterscheiden und zählen jedes einzelne Mikropartikel. Das können einige Tausend sein. Eine zeitaufwendige Auswertung.

Pollen - Winzlinge mit großer Wirkung

Pollen sind die männlichen Keimzellen der Blütenpflanzen, die für die Befruchtung notwendig sind. Sie bestehen aus Zellen, die von einer Schutzhülle umgeben sind. Auf dieser Hülle sitzen verschiedene Eiweiße - die Pollenallergene.

20 bis 60 Tausendstel Millimeter messen die vom Wind getragenen Pollen durchschnittlich. Das Gewicht der Pollen beträgt ca. ein halbes Millionstel Gramm.

In der Pollensaison enthält ein Liter Luft rund drei Millionen Pollen.

 



Inspiriert von moderner Staubsaugertechnologie hat ein Team rund um Olga Saukh am Institut für Technische Informatik an der Technischen Universität Graz jetzt einen Prototyp eines Messsensors entwickelt, der den gesamten Prozess automatisiert – vom Einfangen der Pollen über einen Partikelkonzentrator und ein digitales Durchlichtmikroskop bis zur Analyse. Bis zu 100 mikroskopische Bilder können in 30 Sekunden hochgeladen werden. Die Identifizierung und Klassifizierung der Pollenkörner übernimmt eine Software, die die Bilder in kleinste Bestandteile auflöst und nach Mustern in den gewonnenen Daten sucht. Das System optimiert sich mithilfe von selbstlernenden Algorithmen.

Wann Höchstwerte? Was hilft

Die Freisetzung von Gräserpollen erfolgt vorwiegend bei einer hohen Luftfeuchtigkeit (ca. 70 Prozent). Daher ist die Konzentration der Graspollen in den Morgenstunden oder bei Gewittern sehr hoch. Die in der Luft befindlichen Pollen nehmen das Wasser auf und sinken schneller zu Boden. Die Pollenkonzentration in Bodennähe wird dadurch erhöht.

Bereits nach zehn Minuten geht die Pollenkonzentration in Innenräumen auf etwa ein Prozent des Außenwertes zurück, wenn man die Fenster schließt. Ventilatoren wirbeln Pollen wieder auf.

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