Täglich blicken Menschen auf ihre Smartwatch oder Apps, um Daten über ihren Körper zu erhalten. Woher kommt der Wunsch, sich ständig selbst zu vermessen?
Vivien SUCHERT: Diese Daten befriedigen einen Teil des Bedürfnisses nach Selbsterkenntnis. Die Neugier, Sachen wissen und besser verstehen zu wollen, wohnt dem Menschen schon immer inne. Mit der Selbstvermessung geht das einen Schritt weiter. Auf einmal haben wir Zugang zu Werten, die wir vorher gar nicht wissen konnten. Wir konnten zwar zum Beispiel spüren, dass unser Herz schneller schlägt, aber wie schnell es genau schlägt, konnten wir nicht wissen. Jetzt haben wir die Möglichkeit, über die Beschränktheit der eigenen Sinne hinaus zugehen und eine scheinbar objektive Messung zu erhalten.