AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Brüssel Flandern setzt Bruegel ins Bild

Flandern und insbesondere Brüssel gibt sich zum Bruegel-Jahr 2019 auf Spurensuche nach dem Universum der Künstlerikone. Sogar mit Augmented Reality.

Im Freilichtmuseum Bokrijk außerhalb von Brüssel ist man bruegel-mäßig voll im Bilde © Eva Gabriel
 

Ei in ’t groen – also Ei in Grün, das könnte er gegessen haben. Wir sprechen von hart gekochten Eiern mit Spinat und gerösteter Gerste. Oder den Paradieskuchen „Paradijskoek“ aus einer Roggen- und Weizenmischung mit karamellisiertem Apfel.

All dies und noch viel mehr kann man heuer in Flandern verkosten. Die belgische Region mit Verwaltung in Brüssel, in die die historischen Territorien der Herzogtümer Brabant und Limburg eingeflossen sind, erinnert zum 450. Todestag an ihren großen Sohn Pieter Bruegel den Älteren, der am Höhepunkt seiner Karriere von Amsterdam hierhergezogen war. Foodarchäologen, Spieledesigner, IT-Techniker und Kunsthistoriker haben ein Ausstellungs- und Veranstaltungskaleidoskop zusammengestellt, das zu lesen ist wie ein Bruegel-Bild: im Kreis.

Brüssel: Bruegel-Jahr 2019

In der Kapellenkirche in Brüssel sind Bruegel-Figuren aus den Bildern "entflohen".

Eva Gabriel

Der junge Kunsthistoriker Maarten Bassens zeigt Bruegel-Originaldrucke, von denen die Königliche Bibliothek in Brüssel eine große Sammlung besitzt („Bruegels Welt in Schwarz und Weiß“, ab 15. Oktober).

Eva Gabriel

Stiegenhaus im Hallepoort, einem mittelalterlichen Stadttor von Brüssel, das Teil der Stadtmauer war. Von oben hat man eine gute Aussicht über die Stadt und im heurigen Jubiläumsjahr auch eine Aussicht auf das Brüssel des 16. Jahrhunderts. Mithife von Virtual-Reality-Brillen blicken die Besucher "zurück zu Bruegel“.

Eva Gabriel

Das romantische Schloss Gaasbeek nahe Brüssel ist eine Reise wert. Heuer zeigt sie die Ausstellung "Das Narrenfest", in der junge Künstler ihre Beziehung zu Bruegel thematisieren.

Nikolai Sorokin/stock.adobe.com

Auf Bruegels Gemälde „Der Blindensturz“ erkennt man die Kirche von Sint Anna-Pede, die heuer den Ausgangspunkt einer Wander- und Radtour bildet. Man wandert auf Bruegels Spuren.

Eva Gabriel

Gebäude und Objekte im Freilichtmuseum Bokrijk bei Brüssel wirken wie aus einem Bruegel-Bild entnommen.  Dei Ausstellung "Die Welt von Bruegel" macht den alten Meister wieder lebendig.

Luc Daelemans/Bokrijk

Mit einem „Augmented Reality Hutdesign-Wettbewerb“ können die Besucher in Bokrijk sogar virtuelle Kopfbedeckungen aus Bruegel-Bildern „aufsetzen“.

Luc Daelemans/KK

Eintauchen in Bruegel: Im majestätischen Dynastiegebäude im Herzen Brüssels zeigt die Multimedia-Ausstellung "Beyond Bruegel" 360-Grad-Projektionen seiner Bilder.

Eva Gabriel

Im Königlichen Museum der Schönen Künste in Brüssel zeigt Führerin Rosemarie Bruegels "Die Volkszählung von Bethlehem".

Eva Gabriel

Vorhang auf für Bruegel. Bei der Ortschaft Dilbeek soll ein Wanderweg vorbei an zeitgenössischer Kunst und unter einer Schnellbahntrasse hindurch den Blickwinkel Bruegels eröffnen.

Eva Gabriel
1/10

In den Königlichen Museen der Schönen Künste in Brüssel zeigt die Ausstellung „Unseen Masterpieces“ seine Meisterwerke, zerlegt in Tausende Dateien und eine Milliarde Pixel.

Wer die Stufen auf die Aussichtsplattform am Stadttor Hallepoort von 1381 schafft, kann (ab 21. Juni) nicht nur auf das Brüssel von heute, sondern auch auf das Brüssel des 16. Jahrhunderts blicken. Der Trick funktioniert mit Virtual-Reality-Brillen. Und zwar so gut, dass sich ein Referenzpunkt in der Jetztzeit empfiehlt: einfach an der Turmmauer festhalten!

Bruegel Skulptur
Peter Bruegel Bronzefigur vor der Kapellenkirche in Brüssel, in der der Maler begraben liegt. Stadtführerin Lora blickt ihm über die Schulter Foto © Eva Gabriel

Das Freilichtmuseum Bokrijk, in das viele flämische Originalgebäude aus dem 16. Jahrhundert transferiert wurden, widmet Bruegel ebenfalls ein großes Projekt. Bauten und Alltagsgegenstände scheinen direkt aus seinen Werken zu stammen, vor allem die Windmühlen.

In der Spielscheune können sich Besucher wie anno dazumal austoben: beim Reifentreiben zum Beispiel. Das Restaurant serviert Gerichte mit Zutaten aus der Volksküche des 16. Jahrhunderts. Der Shop verkauft Bruegel-Stelzen (aus dem Bild „Die Kinderspiele“). Mit einem „Augmented-Reality-Hutdesign-Wettbewerb“ können die Zuschauer sogar virtuelle Kopfbedeckungen aus Bruegel-Bildern „aufsetzen“.

Reisetipps

Einen guten Überblick über die Aktivitäten Flanderns im Bruegel-Jahr erhält man auf: www.visitflanders.com
Weitere nützliche Adressen:
www.bokrijk.be

www.kasteelvangaasbeek.be
www.bozar.be
www.toerismevlaamsbrabant.be

Diese Reise wurde unterstützt von Visit Flanders.

Zurück in Brüssel zeigt der junge Kunsthistoriker Maarten Bassens Originaldrucke, von denen die Königliche Bibliothek eine große Sammlung besitzt („Bruegels Welt in Schwarz und Weiß“, ab 15. Oktober). Bassens klärt auch auf, dass man Bruegel wie Brögl ausspricht. Und nicht Breugel.

Der Brüsseler Bozar, der Palast der Schönen Künste, beteiligt sich mit zwei Ausstellungen am Themenjahr (und hat ein geschmackvolles Restaurant). Auf Spurensuche begibt sich auch in der Brüsseler Kapellenkirche, in der Bruegel geheiratet hat und in der er auch begraben wurde. Zehn Figuren scheinen dort den Gemälden des Meisters „entflohen“: Sie sitzen auf Altären, in Seitenschiffen – und lachen sich eins.

Das romantische Schloss Gaasbeek, zehn Kilometer westlich von Brüssel, zeigt zeitgenössische Künstler mit Bezug zu Bruegel – darunter auch eine bemerkenswerte Installation der Künstlergruppe Rimini Protokoll. Aber es lohnt alleine schon, seinen wunderschönen Barockgarten zu durchwandern (und ein paar Bärlauchblätter mitgehen zu lassen).

Auf Bruegels Gemälde „Der Blindensturz“ erkennt man die Kirche von Sint-Anna-Pede, die heuer den Ausgangspunkt einer Wander- und Radtour bildet. Wer sich auf den Weg macht, wird selbst Teil der Landschaftsbilder Bruegels. Muss aber feste Schuhe anhaben.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren