Unser BiogärtnerKarl Ploberger im Beerengarten

Faszinierende Neuheiten locken heuer nicht nur zu den Naschhecken, sondern auch auf Terrasse und Balkon. Beerige Schätze in Hülle und Fülle bis in den Herbst.

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© Vitalina Rybakova - stock.adobe.
 

Himbeerstauden, die nicht größer werden als einen halben Meter, Brombeeren, die in Ampeln wachsen, Heidelbeeren, die zwei Mal Früchte tragen, und grüne Ribisel, die trotzdem nach Cassis schmecken. Im Beerengarten gibt es heuer viel Neues!

Himbeeren: Eine Züchtungskooperation aus Neuseeland und Nordamerika hat eine Zwergform der beliebten Beere hervorgebracht. „Ruby Beauty“ wird nur gut einen Meter hoch, wächst im Topf und liefert im Sommer die Beeren. Abgetragene Ruten ausschneiden, an den neuen Trieben kommen im nächsten Jahr wieder Früchte. „Alpenglühen“ nennt sich eine Himbeere mit gelben und roten Früchten. Die Herbsthimbeere wird gut im Topf kultiviert.
Mehr Himbeere oder doch mehr Brombeere? „Californica“ ist eine Kreuzung zwischen Himbeere und Brombeere. Auf den gut einen Meter hohen Trieben des Vorjahres kommen die Früchte, die sich von Hellrot nach Burgunder färben.
Die Pflege: Himbeeren waren ursprünglich Waldrandpflanzen, daher lieben sie eine eher „saure Bodenreaktion“. Beim Pflanzen sollte daher etwas Rindendekor als Drainageschicht und zur Abdeckung verwendet werden. Ständige Bodenfeuchte wirkt sich gut auf das Wachstum der Pflanzen aus. Herbsthimbeeren erst im Frühjahr schneiden - die Pflanze lagert bis in den November Nährstoffe in den Wurzeln ein.

Foto © Ballguide/Großschädl
Brombeeren. Für Balkongärtner die gute Nachricht: Die Brombeere „Black Cascade“ wächst in der Hängeampel und liefert viele köstliche Früchte. Die „Monster“-Brombeere „Ouachita“ gedeiht besonders gut und präsentiert im Sommer Unmengen an großen, glänzenden Früchten. Abgeerntete Ruten sofort bodeneben abschneiden und die neuen Triebe an einem Spalier festbinden.
Die Pflege: Abgesehen von den Balkonsorten benötigen Brombeeren ein stabiles Gerüst zum Anbinden. Da die Ruten bis zu drei Meter lang werden, sollte das Gerüst gut 2,5 Meter hoch sein. Die Triebe dann palmettenförmig aufbinden. Im Frühjahr kräftig mit Dünger versorgen und gut mulchen.

Zur Person

Mehr zu Biogärtner Karl Ploberger unter: biogärtner.at

Heidelbeeren. Ohne Zweifel ist die Sorte „Blue Crop“ nach wie vor eine der besten, weil sie in unseren Breiten extrem frostfest ist und viel trägt. Doch einige neue Sorten sind es wert, probiert zu werden: „Pink Lemonade“ hat zunächst hellrosa und später tiefrosa-pinkfarbene Früchte. Ist zwar selbstfruchtend, trägt aber mehr, wenn die Sorte „Buddy Blue“ mit angepflanzt wird. „Hortblue Petite“ wächst kompakt und trägt zwei Mal, hat sich seit einigen Jahren bewährt.
Die Pflege: Heidelbeeren haben nur eine Vorliebe - einen sauren Boden. Wenn der nicht vorhanden ist, sollte man am besten ein etwa 60 cm hohes Hochbeet anlegen, wo die Pflanzen in einer Erde wachsen, die absolut kalkfrei ist: Lauberde-Kompost mit Rhododendron-Erde am besten gemischt mit Sägespänen. Und: ausreichend düngen.

Ribisel. Neben den Roten Johannisbeeren sind Schwarze und Weiße bekannt, nun gibt es eine Grüne: „Vilma“ ist eine mit dem Geschmack der Schwarzen Johannisbeere. Weil immer das Besondere gesucht wird, wachsen Grüne und Schwarze in einem Topf: „Cassissima - Blackbells und Greenlife“.
Die Pflege: Johannisbeeren gedeihen auch in größeren Töpfen, sie sollten an einem sonnigen Platz in lockerer und humusreicher Erde stehen. Die Gehölze entwickeln besonders viele Seitentriebe, wenn sie beim Pflanzen etwas tiefer eingegraben werden, als sie in der Baumschule standen. Erde mit Rindenmulch abdecken. Nach drei bis fünf Jahren die ältesten Äste herausschneiden. Immer gut mulchen - es sind Flachwurzler!