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Gesundheit Lancet-Studie: Zuwachs an Lebenserwartung ist nicht selbstverständlich

Die durchschnittliche Lebenserwartung hat sich weltweit erhöht. Der Trend muss sich allerdings nicht fortsetzen, heißt es in dier aktuellen Studie.

© Ljupco Smokovski - stock.adobe.c
 

Zwischen 1950 und 2017 hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung weltweit von 48,1 Jahre auf 70,5 Jahre bei den Männern und von 52,9 auf 75,6 Jahre bei den Frauen erhöht. Dies geht aus der neuen "Global Burden of Disease"-Studie hervor, die in der Medizin-Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht worden ist. Der Trend muss sich allerdings nicht fortsetzen, heißt es in dem Report.
(Lebenserwartung: Spanien auf der Überholspur)

Der gesamte Report mit den Anhängen erscheint in einer Extra-Ausgabe der Zeitschrift. Allein schon die länderspezifischen Appendices mit den Einzeldaten haben Tausende Seiten Umfang. Die Autoren haben mit Unterstützung der Bill & Melinda Gates-Stiftung vorhandene Daten von 195 Staaten der Erde zusammengetragen und analysiert.

Frauen in Singapur sind Alters-Spitzenreiterinnen

Bei der Lebenserwartung liegt Österreich aktuell mit 79,4 Jahren bei den männlichen Neugeborenen und 84,03 Jahren bei den Frauen im westeuropäischen Durchschnitt (79,53 Jahre für männliche Neugeborene und 84,21 Jahre bei den Frauen). In Italien sind es beispielsweise 80,85 Jahre bei den Männern und 85,31 Jahre bei den Frauen, in Deutschland 78,24 Jahre für die Männer und 83,01 Jahre bei den Frauen. Weltweit schwankt die Lebenserwartung zwischen dem niedrigsten Wert bei den Männern in der Zentralafrikanischen Republik mit 49,1 Jahren und 87,6 Jahren bei den Frauen in Singapur als Spitzenreiterinnen.

Der größte Fortschritt wurde zwischen 1950 und 2017 bei der Kindersterblichkeit (bis zum Alter von fünf Jahren) gemacht. Sie konnte von 216 Todesfällen pro 1.000 Lebendgeburten auf 38,9 pro 1.000 weltweit gesenkt werden. Trotzdem starben 2017 noch immer 5,4 Millionen Kinder in dieser Altersgruppe.

Allerdings hat sich die insgesamt positive Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten laut den Autoren um Christopher Murray, Direktor des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) an der Universität von Washington (USA) in jüngster Vergangenheit verlangsamt und ist für die Zukunft nicht vorgegeben. "Konflikte (Kriege etc.; Anm.) und Terrorismus sind eine wachsende Bedrohung für die Weltgesundheit (die Zahl der damit verbundenen Opfer hat sich zwischen 2007 und 2017 um 118 Prozent erhöht), eine diese Ära definierende Epidemie an Opiatabhängigkeit (vor allem ein US-Problem; Anm.) mit vier Millionen mehr Betroffenen im Jahr 2017 und 110.000 Toten geht weiter", schrieben die Wissenschafter.

Blutdruck, Rauchen, Übergewicht

Was besonders bedenklich ist: Mit einem Anteil von 51,5 Prozent und 28,8 Millionen Todesfällen von insgesamt 55,9 Verstorbenen im Jahr 2017 waren vier verhinderbare Risikofaktoren die häufigsten Ursachen: Hoher Blutdruck (10,4 Millionen Todesfälle), Rauchen (7,1 Millionen Todesfälle), erhöhte Blutzuckerwerte (6,5 Millionen Opfer) und Übergewicht sowie Fettsucht (4,7 Millionen Todesopfer). Insgesamt waren 2017 73,4 Prozent der Todesfälle auf nicht übertragbare Krankheiten zurückzuführen. An erster Stelle waren dabei die Herz-Kreislauferkrankungen (17,8 Millionen Opfer), Krebs (9,6 Millionen Tote) und chronische Atemwegserkrankungen (3,9 Millionen Todesopfer). Übergewicht und Fettsucht sind weltweit überall auf dem Vormarsch: Mehr als eine Million Menschen sterben bereits an den Folgen von Typ-2-Diabetes.

Unspezifische Kreuzschmerzen, Kopfschmerzen und Depressionen sind mittlerweile die häufigsten Ursachen von Invalidität (2017). Während das bereits seit drei Jahrzehnten der Fall ist, rückte mittlerweile Diabetes auf den vierten Platz vor. Für 2017 wurde die Zahl der neuen Fälle von chronischen und schmerzhaften Rückenbeschwerden auf knapp 246 Millionen geschätzt. 995 Millionen Menschen entwickelten Probleme wegen Kopfschmerzen, 258 Millionen Personen erkrankten neu an Depressionen.

Bei einem Ranking mit Werten zwischen null und hundert befindet sich Österreich, was die zur Verfügung stehenden Ressourcen für das Gesundheitswesen angeht, unter jenen 15 Staaten, welche den Wert 100 aufweisen: neben Ländern wie Norwegen, Schweden, und die Schweiz sowie Deutschland, aber auch beispielsweise die Slowakei und Kuba.

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