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HitzewelleArbeiterkammer: Kein Recht auf "hitzefrei"

Arbeitgeber müssen kühlen und Trinkwasser bereitstellen. Für die Baubranche gibt es eine eigene Regelung.

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Die aktuelle Hitzewelle lässt die Zahl der Anfragen von Arbeitnehmer bei der AK Niederösterreich in die Höhe schnellen. Die häufigste Frage derzeit:
Ab welchen Temperaturen muss der Chef Beschäftigten frei geben?
Die Antwort: Nie.
Nur in der Baubranche gibt es eine unverbindliche Sonderregelung.

Rund 50.000 Menschen arbeiten in Niederösterreich im Bau- und Baunebengewerbe - die Mehrzahl davon im Freien. Temperaturen um die 35 Grad im Schatten sind für sie wie auch für viele andere ArbeitnehmerInnen eine große körperliche Belastung. Wie die Hitzestrapazen für die Beschäftigten so gering wie möglich gehalten werden, hat der Gesetzgeber im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz und in der Arbeitsstättenverordnung festgeschrieben. "Hitzefrei gibt es aber nicht", informiert Christian Haberle, Gesundheitsexperte der AK Niederösterreich, "nur bei Bauarbeitern gibt es eine Sonderregelung: Wenn die Temperatur im Schatten länger als drei Stunden höher ist als 35 Grad, können Arbeitgeber die Arbeiter nach der Schlechtwetterregelung den Rest des Tages nach Hause schicken. Die Betroffenen bekommen dann den Großteil des Verdienstentgangs ersetzt." Viele Unternehmen nutzen diese Möglichkeit bereits.

Wasser bereitstellen, Arbeitsplatz kühlen, wenn möglich

"Den Arbeitsplatz verlassen, wenn es zu heiß ist, darf man aber nicht. Damit könnte man einen Entlassungsgrund liefern", sagt Haberle. Auch ein Recht auf eine Klimaanlage am Arbeitsplatz gibt es nicht. Ist jedoch eine installiert, muss der Arbeitgeber sie bei Hitze auch aufdrehen und die Räume kühlen. Dasselbe gilt für Lüftungen. Besonders bei Arbeiten im Freien ist wichtig: Der Dienstgeber muss Trinkwasser bereitstellen.

Bei unzumutbaren Belastungen ist das Arbeitsinspektorat der richtige Ansprechpartner. "Oft gibt es technische Lösungen, an die ein Arbeitgeber mitunter gar nicht denkt. Das können Jalousien sein oder ein reflektierender Anstrich auf einem Dach", sagt der Experte.

Die Top 10: Die besten Tipps gegen die Hitze

Lüften. Wie kann ich meine Wohnung kühl halten? Morgenstund’ hat Gold im Mund. Und auch kühle Luft. Deswegen sollten während einer Hitzeperiode auch die Nacht- und frühen Morgenstunden zum Lüften genutzt werden. Tagsüber sollten Fenster, Türen und Sonnenschutz wie Jalousien und Rollläden hingegen weitestgehend geschlossen bleiben, um zu verhindern, dass heiße, stickige Luft in die Räume gelangt.

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Trinken. Wie viel muss ich an heißen Tagen trinken? Der Körper verliert durch Schwitzen Flüssigkeit, deswegen ist es wichtig, den Speicher nachzufüllen. Hierfür sollte man am besten zu Mineralwasser oder verdünnten Fruchtsäften greifen. Die empfohlene tägliche Trinkmenge liegt an „normalen“ Tagen bei 1,5 Litern. Achtung: Er kann sich an besonders heißen Tagen verdrei- bis vervierfachen. Gerade bei Kindern und älteren Menschen ist es deshalb wichtig, darauf zu achten, dass sie genügend trinken. Bei Alkohol ist Vorsicht geboten.

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Essen. Leichtes und Bekömmliches sollte auf den Teller landen. Salate machen sich in dieser Hinsicht doppelt bezahlt. Einerseits sind Sie bekömmlich, andererseits erspart man sich das schweißtreibende Kochen in der heißen Küche. Scharfe und kalorienreiche Speisen sollten vermieden werden.

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Kinder. Nicht nur bei Spielen bei und im Wasser darf man den Nachwuchs nicht eine Sekunde aus den Augen lassen. Auch Autos können ab einer Außentemperatur von 25 Grad zur tödlichen Gefahr für Kinder werden. Babys und Kinder sollten deshalb niemals (!) im Auto gelassen werden. Innerhalb weniger Minuten können in einem in der Sonne geparkten Pkw zwischen 70 und 80 Grad herrschen. Ein Hitzschlag und Herz-Kreislauf-Stillstand können die Folgen sein. Beim Badeausflug sollte auch auf ausreichend Sonnenschutz geachtet werden. Experten empfehlen Lotions mit Lichtschutzfaktor 30 bis 50 sowie eine Kopfbedeckung. Regelmäßig nachcremen und für Schatten sorgen!

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Duschen. Wenn die Temperaturen steigen, duscht man am besten lauwarm. Um Schweißgeruch zu vermeiden, empfehlen Experten, die Haare unter den Achseln zu entfernen, weil sie die Geruchsausbreitung begünstigen und Bakterien ideale Lebensbedingungen bieten. Auch den Füßen sollte man eine Sonderbehandlung gönnen und so oft wie möglich barfuß gehen, um Schwitzen vorzubeugen.

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Schlafen. Ich kann in heißen Nächten nicht schlafen, was kann ich tun? Hier kann man sich in heißen Nächten mit der kleinsten Klimaanlage der Welt behelfen. Füllen Sie eine 1,5-Liter-Flasche mit Wasser und legen diese für eine halbe Stunde ins Gefrierfach. Danach einfach in ein dünnes Tuch wickeln und im Bett die Fußsohlen darauflegen. Auch Wechselduschen vor dem Schlafengehen kühlen den Körper. Einfach abwechselnd mit warmem (nicht heißem!) und kühlem (nicht kaltem!) Wasser abduschen.

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Anziehen. Finger weg von Kunstfasern wie Nylon oder Polyester und dunkler Kleidung. An heißen Tagen sollte man besser zu Leinen, Baumwolle und Seide in hellen Tönen greifen. Außerdem sollte man auf einen weiten, lockeren Schnitt achten. Denken Sie auch an Kopfbedeckung sowie Sonnenbrille.

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Sport. Ist Sport bei Hitze gefährlich? Ungeübte Sportler sollten Hitze so gut wie möglich meiden und Trainingseinheiten in die kühlen Abend- und Morgenstunden verlegen. Die Hitze bedeutet Mehrarbeit für den Kreislauf, da das Herz mehr pumpen muss, um den Körper zu kühlen. Besonders gefährdet: Menschen mit Herzerkrankungen wie Bluthochdruck, Herzschwäche und Durchblutungsstörungen.

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Auto. Wer keinen schattigen Parkplatz ergattert, kann sich mit Folien auf den Fensterflächen des Fahrzeugs behelfen, die vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Auch während der Fahrt geht das mit transparenten Rollos, die die Sicht nicht einschränken. Egal wie heiß es ist: Mit Flip-Flops oder gar barfuß sollten Autofahrer sich nicht hinters Steuer setzen.

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Tiere. Auch Haustiere stöhnen an heißen Tagen – besonders Hunde. Neben schweren Herz-Kreislauf-Störungen, die zum Hitzschlag führen können, drohen ihnen auch Sonnenbrand auf unbehaarten Körperstellen wie Nase oder Ohrmuscheln. Gassirunden sollten in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegt werden. Damit der heiße Asphalt die Pfoten nicht verbrennt, schattige Wege gehen. Wichtig: Hunde darf man nie allein im Auto lassen. Für Hunde, Katzen und Kleintiere gilt gleichermaßen: Stets zugängliches, frisches Trinkwasser ist jetzt ein Muss.

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Zutaten für 2 Portionen Minzjoghurt mit Früchten: Minze, 200 g Joghurt (1 % Fett), 1 TL Honig, Obst nach Wahl und Saison.
Zubereitung: Minzeblätter abzupfen und fein hacken. Mit Joghurt und Honig in einer Schüssel cremig rühren. Obst waschen, gegebenenfalls schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Geschnittenes Obst mit dem Joghurt
vermischen, in Schalen anrichten und servieren.

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Tee. Kalter Tee hat Geschmack und keine Kalorien. Ob Kräuter-, Früchte- oder Schwarztee – erlaubt ist, was gefällt.
Kräuter. Minze, Zitronenverbene, Zitronenmelisse oder
Basilikum: Frische Kräuter peppen das Wasser auf. Vor dem Einlegen gut waschen!
Früchte. Im Sommer kann man aus dem Vollen schöpfen: Beeren machen das Wasser süß, ohne dass es zusätzlichen Zucker braucht. Aber auch Gemüse wie Gurke verleiht dem Wasser ein Mehr an Geschmack.
Im Mix. Erdbeer und Basilikum, Zitrone und Minze: Diese Kombinationen harmonieren besonders gut. Aber wieder gilt: Erlaubt ist, was schmeckt.

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Kommentare (1)

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illuminati
1
3
Lesenswert?

Frage

Würde mich interessieren, wie viel Mitarbeiter der AK,besonders jene in den OBEREN POSITIONEN,heute ihre Pflicht verrichte.

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