Tag des HaustieresCheckliste: Passt ein Haustier in unsere Familie?

Ein Haustier zu adoptieren, geht schnell – oft vorschnell. Zum Tag des Haustieres, am 11. April, haben wir 8 Fragen parat, die sich künftige Frauchen und Herrchen stellen sollten, bevor ein Vierbeiner in die Familie kommt.

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Children sleeping with their parents
© YakobchukOlena - stock.adobe.com
 

Wollen alle Familienmitglieder ein Haustier? Das ist die grundsätzliche Frage – denn es müssen sich auch alle darum kümmern. Eine Bereicherung – aber auch Arbeit. Vom Füttern über das Putzen des Käfigs bis zum Spielen und Gassigehen. „Nur der Kinder zuliebe ein Tier zu adoptieren, geht meist schief“, sagt Beate Katharina Schuller von der Tierärztekammer. Die Freude am flauschigen Mitbewohner ist oft schnell verflogen. Die Pflege bleibt dann an den Eltern hängen oder Tiere werden abgegeben.

Für wie für viele Jahre wollen wir Verantwortung übernehmen? Rein nach der Statistik: Ein Hund wird im Durchschnitt 10 bis 13 Jahre alt, bei Meerschweinchen sind es 4 bis 8 Jahre. „Man muss sich sehr genau überlegen, ob das Wunschtier auch in Zukunft im Leben Platz finden wird“, sagt Schuller.

KLEINSÄUGER

  • Meerschweinchen und Kaninchen sind Fluchttiere. Sie mögen Hochheben und Streicheln nicht. Tipp: Farbratten sind wesentlich zutraulicher.
  • Bis auf wenige Ausnahmen leiden Kleinsäuger in Einzelhaltung – sie müssen in Gruppen (empfohlen ab 3 Tieren) leben.
  • Viele Käfige im Handel sind für artgerechte Haltung zu klein (Platzbedarf beachten!) und einige Arten brauchen zudem Freilauf.
  • Für eine gesunde Ernährung ist es mit fertig abgemischtem Körnerfutter nicht getan, Heu und frische Kost sind wichtig.
  • Kleinsäuger müssen unbedingt kastriert werden – sie vermehren sich sehr schnell.

Haben wir genügend Zeit? Irgendwo zwischen Büro, Sport, Familienausflug schnell füttern und ein paar Streicheleinheiten verpassen – damit ist es nicht getan. Tiere brauchen Aufmerksamkeit, Liebe und Beschäftigung – das kostet Zeit.

Dürfen wir ein Tier halten? Es ist wichtig zu prüfen, ob es diesbezüglich Einschränkungen im Mietvertrag gibt.

Können wir uns ein Tier leisten? Die Anschaffung ist das eine, aber laufende Kosten für Futter, Ausstattung und Tierarztbesuche muss man einkalkulieren.

KATZE

  • Katzen mit Freigang kommen und gehen, wie sie mögen, und sind sehr selbstständig. Wohnungskatzen hingegen brauchen Beschäftigung wie Spielen mit der Reizangel oder Clickertraining.
  • Katzen sollten (sofern verträglich) nicht in Einzelhaltung leben – vor allem, wenn sie viel alleine sind.
  • Die Sicherung von Fenstern (auch Kippschutz!) und Balkonen ist im Tierschutzgesetz vorgeschrieben.
  • Katzen brauchen die Möglichkeit zum Klettern und Springen in Form von Kratzbäumen oder an der Wand montierten Catwalks.
  • Es besteht eine Kastrationspflicht (Ausnahme gemeldete Züchter).

Wer pflegt das Tier, wenn wir auf Urlaub sind? Familie, Freunde oder Nachbarn müssen in der Zeit die Betreuung übernehmen. Sonst schlagen ein Tiersitter oder eine Tierpension aufs Urlaubsbudget.

Reagiert jemand in der Familie auf Tiere allergisch? Davon abgesehen, dass man den künftigen Mitbewohner vor dem Einzug ohnehin unbedingt kennenlernen sollte: Ob jemand Allergiesymptome zeigt, testet man am konkreten Kandidaten bei Besuchen im Tierheim, auf Pflegestellen von Vereinen und beim Züchter. „Wir reagieren nicht auf alle Tiere gleich. Eine Katze kann Reaktionen hervorrufen, die andere nicht“, sagt Schuller.

HUND

  • Wie bei kaum einem anderen Haustier gilt: Hund ist nicht gleich Hund. Deshalb muss man sich genau überlegen, welcher Typ Hund zu einem passt.
  • Solche mit großem Bewegungsdrang brauchen aktive Herrchen, Arbeitshunde eine Aufgabe, aber alle Charaktere eint, dass sie geistige Beschäftigung wie Targettraining, Fährtenarbeit oder ihre Spielstunde mit Stöckchen und Co brauchen.
  • Grundsätzlich gilt: Hunde sind voll und ganz auf ihreMenschen angewiesen, vom Füttern bis zum Gassigehen.
  • Viele wollen nicht lange alleine zu Hause bleiben.

Welches Tier passt zu uns? Die Eigenschaften und Bedürfnisse der gängigen Haustiere sind so unterschiedlich wie die ihrer Besitzer. Da hilft es nur, sich zu informieren und mit Menschen zu sprechen, die bereits Hund, Katze und Co haben.