Erinnern Sie sich noch an die Zahnpasta mit Erdbeergeschmack, die unseren kleinen Zahnputzfaulen den Spaß am Beißerchen bürsten bringen sollte? So etwas gibt es auch für Erwachsene. Irgendein völlig Verrückter hat Zahnpasta mit Speckgeschmack erfunden. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, natürlich. Das „Speck“trum ungewöhnlicher Produkte mit Speckgeschmack ist generell erstaunlich groß. Da gibt es Speckschokolade, Speck-Bonbons oder auch Speck-Cola. Künstliche Produkte, die mit Sicherheit früher oder später zu Plomben in der Kauleiste führen.

Video - Zu Besuch bei der Speckproduktion am Lerchenhof

Wahre Genussfans landen über kurz oder lang aber ebenfalls bei einer Plombe. Grüne und rote Plomben lassen Verbraucher nämlich auf einen Blick erkennen, ob der berühmteste Speck Österreichs vom Bauern oder Fleischer produziert wurde und dass er auch echt ist. „Die Herstellung von Gailtaler Speck erfolgt nach strengen Richtlinien: Er wird ungepresst und ungespritzt verarbeitet, um die natürliche Beschaffenheit und auch den Geschmack des Fleisches zu bewahren“, erklärt Johann Steinwender. Er ist Gastgeber im Biedermeier-Schlössl Lerchenhof. Der leidenschaftliche Landwirt ist einer von nur 15 zertifizierten Herstellern des echten Gailtaler Specks.

Video - So fertigt Manuel Ressi Speck-Arancini

Beim Lokalaugenschein gemeinsam mit Bärenwirt-Küchenchef Manuel Ressi verdeutlicht Steinwender wie wichtig der respektvolle Umgang mit den Produkten und Lebensmitteln ist: „Wir geben unserem Speck Zeit. Das ist eigentlich das wichtigste Credo hier auf dem Hof.“ Die Ferkel am Lerchenhof reifen langsam heran, bis sie nach zehn bis 12 Monaten das Schlachtgewicht von etwa 160 bis 200 Kilogramm erreicht haben. „In dieser Zeit bekommen die Tiere nur Gerste, Mais, Gras und Heu, zu fressen“, erklärt der Speckproduzent. Alles stammt aus der Landwirtschaft von Familie Steinwender selbst. Koch Ressi kommt ins Schwärmen: „Mit dem weißen Fett, das auf der Zunge zergeht, der saftig roten Farbe, der besonderen Konsistenz und dem Duft nach Pfeffer, Knoblauch und Wacholder macht er schnell Lust auf den ersten Bissen.“

Im beliebten Bärenwirt in Hermagor kreiert Ressi mit regionalen Produkten herrlich kreative Gerichte. Wie etwa das heutige Rezept, dass sich der Koch extra für das Gailtaler Speckfest einfallen hat lassen. „Aus übrig gebliebenem Risotto fertigen wir Arancini. Die Füllung besteht unter anderem aus Gailtaler Speck und auch in der Beilage fügt er sich harmonisch ein und setzt aromatische Akzente.“