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Steirische KulturszeneDer Stillstand und seine Folgen

Bestandsaufnahme. Die stillste Zeit im Jahr hat in der Kultur im März angefangen. Blick in eine Szene zwischen Geduld, Geld und gutem Willen.

Die Kultur befindet sich seit 9 Monaten im Coronamodus ©  imago images/IPON (Stefan Boness/Ipon via www.imago-images.de)
 

Am Tag nach der jüngsten Lockdown-Verlängerung für den Großteil der Kulturszene folgte ein Entlastungsakt. Gestern gab Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer bekannt: Der im November eingeführte „Lockdown-Bonus“ für freischaffende Künstler wird erhöht, die Einmalzahlung von 1300 auf 2000 Euro angehoben. Bereits beantragte Boni werden automatisch um 700 Euro aufgestockt. So soll den Freischaffenden der bis 7. Jänner verlängerte Stillstand erleichtert werden. Bis zum 30. November hatten den über die Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS) laufenden Bonus rund 3300 in Anspruch genommen. Auszahlungssumme: 4,3 Millionen.

Also alles halbwegs in Ordnung für die Kulturschaffenden? Nicht ganz. Institutionen wird von Bund, Ländern und Kommunen gut geholfen, findet Edith Draxl, die mit UniT und dem Theater am Lend zwei Grazer Einrichtungen leitet: „Unsere Anträge waren nach drei Tagen erledigt, das Geld überwiesen, auch Instrumente wie Kurzarbeit oder die Übertragbarkeit der mehrjährigen Förderverträge haben meines Wissens bei den meisten bestens funktioniert.“ Für prekär verdienende Einzelkämpfer der Szene sei es indes weit schwieriger, an Ersatzleistungen zu kommen – aufgrund unregelmäßiger Verdienste und weil sie zu komplexen Einkommenskonstrukten gezwungen und dann oft gar nicht SVS-versichert seien. Andere, so Draxl, „suchen nicht um den Bonus an, weil sie fürchten, dass sie das Geld zurückzahlen müssen, wenn man ihnen ihre ,Notlage‘ wieder aberkennt.“

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