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AusgezeichnetSteirische Landeskulturpreise: Spotlight auf die Kulturschaffenden

Kleine Feier für große Leistungen: Im Büro des Kulturlandesrates wurden acht der steirischen Landeskulturpreise verliehen.

Landeskulturpreise vergeben: "Mela" für Regisseurin Sandra Wollner (2. von links) un dihren Film "The Trouble With Being Born") © (c) Sebastian Reiser
 

Nicht wie gewohnt per großem öffentlichen Festakt, sondern mit einem wohldistanzierten und bewusst privat gehaltenen Defilee im Büro von Kulturlandesrat Christopher Drexler wurden diesmal die Kunst- und Kulturpreise des Landes Steiermark übergeben. Vorgabe war es, „das Scheinwerferlicht auf die steirischen Kunstschaffenden und ihre Leistungen zu richten“. Gut so, gerade in den finsteren Zeiten einer neuerlich drohenden Kultur-Lockdowns braucht der Kulturbetrieb jeden Lichtschein.

Der Schriftsteller und Kleine-Zeitung-Autor Günter Eichberger (zuletzt: „Stufen der Vollkommenheit“) erhielt den Literaturpreis des Landes, Dramatiker Ferdinand Schmalz („jedermann (stirbt)“) den Peter-Rosegger-Literaturpreis. Anita Leisz wurde mit dem Würdigungspreis für bildende Kunst geehrt, die beiden größten Musik-Auszeichnungen des Landes gingen an Günter Meinhart (Großer Interpretationspreis) und Winfried Ritsch (Andrzej-Dobrowolski-Kompositionspreis).

Für das „Andere Heimatmuseum“ konnten Britta Sievers und Andreas Staudinger den Volkskulturpreis der Steiermark entgegennehmen. Weil im Zuge des Frühjahrs-Lockdowns auch das Filmfestival „Diagonale“ plus Preisverleihung abgesagt werden musste, wurden nun auch die Trägerinnen der beiden großen Hauptpreise geehrt: Sandra Wollner erhielt für ihr aufsehenerregendes Werk „The Trouble with Being Born“ den Preis für den besten österreichischen Spielfilm, Sabine Derflinger für ihr feinfühliges Politikerinnenporträt „Die Dohnal“ den Preis für die beste Doku.

Landeskulturpreise: Steirische Landeskulturpreise verliehen

Anita Leisz erhielt den Würdigungspreis des Landes Steiermark für bildende Kunst: "Die Kunst von Anita Leisz ist sensibel wie kraftvoll, körperlich wie illusionistisch – stets aktuell, doch kein Mainstream. Der subtile Umgang mit Material und Form ergänzt sich durch das konsequente Denken und Wissen um Gegenwart", befand die Jury.

(c) Sebastian Reiser

Der Volkskulturpreis des Landes Steiermark ging an Britta Sievers und Andreas Staudinger von Schloss Lind: Das von ihnen entwickelte Projekt „Das Andere Heimatmuseum“  sei "ein völlig neu konzipiertes Zentrum für regionalspezifische Kunst, innovative Volkskultur und Erinnerungskultur", so die Jurybegründung.

(c) Sebastian Reiser

Peter-Rosegger-Literaturpreis für Ferdinand Schmalz: Laut Jiury schreibt der gebürtige Obersteirer "in einer Tradition, die von Ödön von Horváth und Wolfgang Bauer über Werner Schwab hinaus reicht. Schmalz gewinnt aus der präzisen Arbeit an der Sprache ganz neue Qualitäten. Sein Werk ist von einer atemberaubenden Gegenwärtigkeit."

(c) Sebastian Reiser

Günter Eichberger wurde mit dem Literaturpreis des Landes Steiermark ausgezeichnet: "Eine Künstlerpersönlichkeit, die international Beachtung findet und die literarische Szene vor Ort wie kaum ein anderer prägt", und einen Literaten, "der seit Jahrzehnten Möglichkeiten der Prosa befragt und erweitert", erkannte die Jury in dem Autor.

(c) Sebastian Reiser

Großer Interpretationspreis des Landes  für Günter Meinhart: Er habe "unverzichtbare Leuchtturm-Projekte" für die steirische Kulturszene geschaffen, so die Jury: "Scheinbar spielerisch gelingt es ihm, Konzerte auf internationalem Niveau zu verwirklichen, sowie Nachwuchsförderung und Life-Long-Learning miteinander zu vereinen."

(c) Sebastian Reiser

Großer Diagonale-Doku-Filmpreis für Sabine Derflinger, überreicht von Diagonale-Co-Intendant Sebastian Höglinger: "Ein Film über eine Frau, von einer Frau inszeniert und für die Frauen und Männer von heute gemacht. Ein Juwel für die Augen", stellte die Jury zu ihrem Politikerinnenporträt "Die Dohnal" fest.

(c) Sebastian Reiser

Der Große Diagonale-Spilefilmpreis ging an Anmdra Wollner und ihren Film "The Trouble With Being Born": Für die Jury legte ihr Film "Zeuggnis ab für die Breite und Zeitlosigkeit des Kino". Denn "niemals moralistisch, aber immer zwiespältig, rührt der Film an die Ängste und Begehrlichkeiten unserer Zeit".

(c) Sebastian Reiser

Winfried Ritsch ist Preisträger des Andrzej-Dobrowolski-Kompositionspreises: Der Medienkünstler, Wissenschaftler, Tonkünstler setze "neben seinen Kompositionen, Medienkunstprojekten und Installationen immer wieder neuartige künstlerische Konzepte um; von Medienkunstlabors, Künstlerinitiativen, bis hin zu Opernproduktionen", so die Jurybegründung.

(c) Sebastian Reiser
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Er freue sich sehr, dass mit dem Kulturpreis des Landes gezeigt werde, "dass die Arbeit nicht ungehört und ungesehen bleibt", stellte Musiker Günter Meinhart bei der kleinen Feier fest. Trotz der nötigen Abstände fühle sie sich "durch die Preisübergabe herzlich umarmt" und sehe die Auszeichnung "als Hilfe und Motivation für kommende Projekte", freute sich auch Sandra Wollner. Und ferdinand Schmalz stellte fest: Eine persönliche Preisverleihung, wenn auch im ganz kleinen Rahmen, sei einer Auszeichnung auf digitalem oder postalischem Weg jedenfalls vorzuziehen – wenngleich die Freude und die Hoffnung darauf groß sei, "dass es im kommenden Jahr wieder eine große Feier geben kann".

Zwei der nach der Autorin und Malerin Mela Hartwig „Mela“ benannten Trophäen sind noch ausständig: Der in Kooperation mit der Kleinen Zeitung eingerichtete Morgenstern-Preis für Künstlerdebüts und der heuer erstmals vergebene Glanzstück-Preis für innovative Institutionen werden Ende November an Musiker Moritz Weiß (Morgenstern) und Günther Friesinger für das Angerer KOMM.ST-Festival (Glanzstück) verliehen.

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