Steirische KunstszeneEine Auferstehung und viele Paukenschläge

Neue Alben und Videos, der Gang auf die Straße oder der Tanz auf dem Vulkan: Die heimische Szene meldet sich zurück.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
"My Wonderland": Simone Kopmajer singt Jazz und Bossa Nova © Bytinski
 

Die Britin Natalie Clein zelebrierte 2017 mit recreation im Stefaniensaal Graz beide Cellokonzerte von Joseph Haydn. Nun liegen die Live-Mitschnitte auch auf CD beim Label Oehms vor, auf der nachzuhören ist, wie das Orchester unter seinem ehemaligen Chefdirigenten Michael Hofstetter in die historische Aufführungspraxis hineingewachsen ist. recreation spielt ja noch heute und morgen in der List-Halle sein wegen Corona auf zehn Tranchen aufgesplittetes „Wunschkonzert“ vor jeweils 100 Zuhörern. Das Programm mit Beethoven, Mozart und Haydns „Symphonie mit dem Paukenschlag“ wird übrigens am 14. Juni um 20.04 Uhr von Radio Steiermark übertragen.
www.styriarte.com

KK
© KK

Apropos Paukenschlag: „Beat the Virus“, unter diesem Motto geht das Austrian Percussion Camp in der Carinthischen Musikakademie in Ossiach in die zwölfte Runde. „Ist es nicht eigenartig, dass wir Menschen im öffentlichen Raum so eingeengt und reglementiert werden?“, fragte Günter Meinhart im ursprünglichen Programmheft fast prophetisch. In Zeiten von Corona haben die Teilnehmer aller Altersgruppen an den von ihm geleiteten Workshops nun einen gewichtigen Grund mehr, zwischen 23. und 29. August mit ihren Instrumenten auch auf die Straße zu gehen und „mit dieser geballten Kraft und Lebensfreude dem Virus entgegenzutreten“, wie es sich der Grazer Parade-Schlagwerker und sein Team wünschen.
www.studiopercussion.com

Simone Kopmajer war wie so viele Künstlerinnen und Künstler unfreiwillig in Klausur, nutzte diese aber kreativ: Die Vokalistin hatte im Jänner 2020 mit ihrem Quintett das Jazz- und Bossa-Nova-Album „My Wonderland“ (Mojo Lucky) aufgenommen, in das sie auch Terry Myers gelockt hatte – mit dem Ausnahmesaxophonisten und Leiter des Tommy Dorsey Orchestra war sie im Februar noch auf US-Tour. Eigentlich stand ihre erste Weihnachts-CD auf dem Plan, aber nun hat sie die Platte mit Klassikern von Duke Ellington bis Antonio Carlos Jobim vorgezogen und wird diese am 4. Juli im Wiener Porgy & Bess vorstellen: „Ich möchte gerade in diesen schwierigen Zeiten meinen Fans Leichtigkeit und Summerfeeling nach Hause liefern“, sagt die 39-jährige Ausseerin.
www.simonekopmajer.com

Auferstehung!“, schallt es aus dem 1. Stock am Grazer Jakominiplatz 18. Otmar Klammer musste alle Frühjahrskonzerte absagen, aber nun bietet er doch noch das geplante Saisonfinale seines Stockwerkjazz mit dem Adrabesa Quartet. „Wir haben uns in einem Anfall von Solidarität dazu entschlossen, das Ensemble aus Slowenien am 10. Juli zum Tanz auf den Vulkan zu bitten“, sagt der Impresario und verspricht: „Nach unserer nicht verdienten Sommerpause geht es dann endgültig ab 18. September mit dem coronabedingt dichtesten Herbstprogramm aller Zeiten weiter.“
www.stockwerkjazz.mur.at

Der Holzbläser und Komponist Vasko Atanasovski kommt mit seinem Quartett zum Stockwerkjazz Foto © Ursa Lukovnjak

Dialektpop-Musiker Erwin R. alias Erwin Reisinger sammelte für das Video seiner neuen Single „Mir is gleich“ Handy-Clips von Leuten, die das Lied mitsingen und mitfeiern. „Mit dem aufgedrehten, spritzigen Song will ich zeigen, dass uns die Lebensfreude in dieser schwierigen Zeit nicht abhandengekommen ist“, sagt der 40-jährige Grazer mit Kärntner Migrationshintergrund. Das Video enthält Beiträge aus fünf Kontinenten, darunter auch einer von Konstantin Wecker. Der Liedermacher, der den Bassisten und Sänger vorigen August auf die Kasemattenbühne holte, lobt Erwin R. als „aufrechten und unverbiegbaren Songpoeten“.
www.erwin-r.com

 

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!