"And Just Like That" ab Donnerstag"Sex and the City": Vom schwierigen Versuch einer Neuauflage

Die Kultserie „Sex and the City“ geht am Donnerstag (Sky) in die Verlängerung. Eine mutige Entscheidung, aber auch die richtige? Denn längst hat sich auch die Unterhaltungswelt weitergedreht.

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"Sex and the City": Serienplakat aus dem Jahr 2000
"Sex and the City": Serienplakat aus dem Jahr 2000 © (c) imago/Cinema Publishers Collection
 

Bisweilen hat man den Eindruck, als würde es auf den Streamingplattformen nur mehr Serienfortsetzungen geben. Frei nach dem Motto: Ein sicheres Pferd wird auch mit ziemlicher Sicherheit totgeritten. Das ist keine Kunst, die wäre es, einer Kultserie eine Fortsetzung zu verpassen, die das Original übertrifft. Nicht, dass es kein Interesse gibt: Das große Freundestreffen „Friends: The Reunion“ von Jennifer Aniston & Co im Mai wurde zum Quotenhit und blieb doch nur eine einmalige Veranstaltung. An „Twin Peaks: The Return“ von 2017 kann und will man sich schon gar nicht mehr erinnern. „Game of Thrones“ zieht sich mit dem Prequel „House of the Dragon“ aus der Affäre und nur Grey’s Anatomy schafft ihn, den echten Serienmarathon: seit 2006 läuft die Arztserie, die mittlerweile 18 Staffeln umfasst. Kein Wunder, physischer Herzschmerz geht immer.

Groß war also die Aufregung, als Anfang des Jahres eine Fortsetzung der Kultserie „Sex and the City“ angekündigt wurde. Mit neuem Namen: „And Just Like That ...“, aber alter Crew. Fast zumindest, denn Kim Cattrall (64) hatte sich schon längere Zeit filmreif von der Serie verabschiedet. Von 1998 bis 2004 war die Serie um vier New Yorkerinnen und ihre Liebesbeziehungen Kult. Die Serie war ein Kind ihrer Zeit: frech und frei, unverklemmt und witzig, modeaffin und schillernd. Gefühlt immer zwei Meter über dem Boden schwebend und scheinbar unberührt von sämtlichen ökonomischen Zwängen.



Zu einer Zeit, als es das Wort „Bingen“, also der Dauerkonsum von Serien, ebenso wenig gab wie Streamingplattformen an sich, war die Serie eine wöchentliche halbstündige Weltflucht in den Big Apple. Instagram wurde erst sechs Jahre nach der letzten Staffel erfunden. Kein Wunder also, dass die Serie im nostalgischen Rückblick auch in modischen Belangen Kult wurde. Doch als sich zunehmend ernstere Themen einschlichen und die Leichtigkeit verloren ging, kam die Serie an ihr natürliches Ende. „Wenn das ein Reife-Prozess sein sollte, dann war die Serie am Ende ein bisschen überreif“, kritisierte damals „USA Today“. Kein Wunder, denn aus den drei alternativen Enden wurde die wohl biederste Version umgesetzt. Selbst die Autorin der Romanvorlage, Candace Bushnell, hielt im Oktober fest: „Die TV-Show und die Botschaft waren am Ende nicht sehr feministisch.“

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