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Wohnzimmer-Konzert"Good Wilson" lieferten mehr als nur einen unfreiwilligen Corona-Soundtrack

Die steirisch-wienerische Band Good Wilson stellte ihr viel beachtetes Debüt vor und lud im Wohnzimmer-Konzert zum Träumen und Abdriften ein.

 

Mit der Single „Till We Meet Again“ hat die Band Good Wilson einen unfreiwilligen Soundtrack für die Coronazeit vorgelegt. Der Veröffentlichungstermin des Debüts am 20. März fiel just in die Krisenzeit. Konzerte in Deutschland, Österreich und England mussten verschoben werden.

Seit eineinhalb Jahren gibt es das steirisch-wienerische Vierergespann erst. Was die Gruppierung um Mastermind Günther Paulitsch mit ihrem selbst betitelten ersten Album vorgelegt hat, ist ein glänzendes Kleinod schummrig-schöner Frühsommer-Oden.

Das Werk hat bereits jetzt das Potenzial, ein Alternative-Klassiker zu werden. „Die meisten Lieder haben wir in der Nacht aufgenommen“, verrät Paulitsch. Und: „Ich möchte zum Träumen und Abdriften verleiten. Ich mag den Gedanken der Realitätsflucht.“

Diese Flucht vollzieht sich gemächlich. Die Songs galoppieren nicht, sondern traben. Sie wagen den Schulterschluss zwischen erdiger Pedalsteel-Kulisse und luftigem Dream-Pop. Die sonst online-scheue Band Good Wilson machten für die Kleine Zeitung eine Ausnahme und spielten Samstagabend ihr bis dato erstes „Internet-Konzert“ seit der Coronakrise. 

Wobei: Es war kein Bandauftritt, sondern eine ganz spezielle Einzelvorstellung des Sängers. Und Günther Paulitsch lieferte ein besonders stimmiges, intimes Wohnzimmer-Konzert, das in einem kleinen Kämmerchen stattfand, offenbar das Kreativatelier des Künstlers. Seine Songs strahlen eine tiefe Traurigkeit, aber dennoch ungeheure Schönheit aus. In dieser emotionalen Paarung passt diese Musik wunderbar in diese ver-rückte Zeit.

Fünf LoFi-Perlen hatte der „Good Wilson“-Sänger im Gepäck, instrumentiert nur mit kargen, staubtrockenen E-Gitarreklängen und Keyboard-Tupfern, feine Elektronikfäden ziehen sich mitunter durch die Melodien. Man spürte, dass hier jemand am Werk ist, der für, mit und in der Musik lebt, jedes weitere Wort dazwischen ist überflüssig. Hier geht es nicht um Bespaßung, sondern um das Wesentliche: die Musik.

„Notfall-Session“ hat Günther Paulitsch diesen Auftritt selbst genannt. Dem ist energisch zu widersprechen. Es war eine absolute Glücksfall-Session, der eine tiefe meditative Ruhe innewohnte. Mit solchen Songs übersteht man auch diese Krise.

Good Wilson ersucht um Spenden für die Flüchtlingshilfe der Caritas Österreich. IBAN: AT50 3843 9000 0525 0675

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