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Festival10. Wiener Popfest: Heißer Eröffnungsabend mit Wurst

Rund 70 heimische Acts an vier Tagen, neue einmalige Festivalzentrale im leeren Wien Museum.

Tom Neuwirth bzw. Conchita bzw. Wurst eröffnet das Popfest
Tom Neuwirth bzw. Conchita bzw. Wurst eröffnet das Popfest © (c) Weichselbraun Helmuth
 

Das Wiener Popfest feiert runden Geburtstag: Bereits zum zehnten Mal findet ab Donnerstag der viertägige Konzertreigen rund um den Karlsplatz statt. Anders als beim Programm, das u.a. Tom Neuwirths neues Wurst-Projekt bietet, ist das Wetter einmal mehr der einzige unberechenbare Faktor. Macht nichts, denn laut Prognose steht an allen Open-Air-Tagen bestes Sommerwetter ins Haus.

Schauplätze des Gratis-Festivals, das zuletzt 58.000 Gäste anlockte, sind einmal mehr die Technische Universität, das Wien Museum, die Lokale Heuer und Roxy und natürlich der Karlsplatz selbst. Auf selbigem befindet sich mit der Seebühne vor der Karlskirche wieder das Freiluft-Herzstück der Veranstaltung, die mit rund 70 Acts erneut einen Querschnitt angesagter heimischer Popmusik abseits des Mainstreams kredenzen will.

Und kredenzen ist in diesem Fall nicht das schlechteste Wort, blickt man auf das Line-up des Eröffnungsabends. Denn Tom Neuwirth präsentiert als Headliner am Ententeich erstmals live sein neues Post-Conchita-Elektroprojekt Wurst. Der Auftritt mit Beginnzeit 22.00 Uhr darf als Vorgeschmack auf das erste Album gelten, das im Herbst erscheinen soll. Die bereits veröffentlichten Tracks "Trash all the Glam" und "Hit me" sind wohl ebenfalls Teil des Sets.

Soul & Rap

Der Slot davor - ab 20.00 Uhr - gehört auf der Open-Air-Bühne der heimischen Soulstimme Lylit. Insofern eine schlüssige Entscheidung des Kuratorinnen-Duos Mira Lu Kovacs (u.a. Schmieds Puls) und Yasmo, hat doch Eva Klampfer, wie Lylit mit bürgerlichem Namen heißt, die Songs für Wursts Debütscheibe geschrieben. Gestartet wird der Eröffnungsabend allerdings mit Rap von Ebow. "Du genießt das Wetter", heißt es in einem Song der gebürtigen Münchnerin und Wahlwienerin, deren Großeltern einst aus der Türkei eingewandert sind.

Wetter genießen dürfte beim Popfest tatsächlich nicht so schwer sein. Denn für Donnerstagabend ist - im Gegensatz zum heftigen Gewitter im Vorjahr - bestes Sommerwetter angesagt. Im schlechtesten Fall könnten "einzelne Wölkchen" über den ansonsten strahlend blauen Himmel ziehen, prognostizierte Thomas Turecek von der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) am Montag auf APA-Anfrage. Die Temperaturen sollten beim Startschuss um 18.30 Uhr bei etwa 27 oder 28 Grad liegen, mit Voranschreiten des Abends werde es dann weiter abkühlen.

Musik & Diskussionen

Auch an den restlichen Popfest-Tagen wird aus jetziger Sicht das Hochdruck- und damit stabile Sommerwetter anhalten. Sollte doch ein kurzer Regenguss dazwischenkommen, können sich die Besucher immer noch in eine von mehreren Indoor-Locations flüchten. Erkunden kann man diesmal etwa die neue und einmalige Festivalzentrale im inzwischen großteils leergeräumten Wien Museum. Das geschlossene Ausstellungshaus wird derzeit für die Aus- und Umbauarbeiten vorbereitet. Inmitten der Street-Art-Schau "Take Over" und im Atrium, das es im künftigen Museum nicht mehr geben wird, werden u.a. Auftritte von Singer-Songwritern und Poetry-Slammern geboten - beispielsweise von Clara Luzia, Mieze Medusa oder Blitzdichtgewitter. Diskussionen zum Musikbusiness und die Präsentation des Jubiläumsbandes "Ein Deka Pop" zum zehnten Fest-Geburtstag finden ebenfalls dort statt.

Auf der Seebühne selbst erwartet die Besucher am Freitag etwa Swankster und die Ex-Songcontest-Teilnehmerin Paenda und am Samstag Eva Billisich samt derrischer Kapelln, Avec und Soia. In den TU-Räumlichkeiten musizieren u.a. Dramas, Fauna, Electric Indigo, Inner Tongue, Ankathie Koi, EsRAP und Monobrother. Das Roxy öffnet am Freitag und Samstag seine Pforten für zwei Hip-Hop-Nächte, das Heuer lädt zu DJ-Sets.

Schon traditionell sakral fällt der Abschluss am Sonntag aus. The Unused Word, Golnar Shahyar und Iris Electrum bespielen die barocke Karlskirche mit experimentellen Sounds. Dass an diesem Tag laut ZAMG eventuell das eine oder andere Gewitter niedergehen könnte, kann man als Popfest-Besucher gelassen zur Kenntnis nehmen. Am Sonntag stehen keine Open-Air-Acts mehr am Programm.

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