Kaiserschmarrndrama"Da waren natürlich Jack Lemmon und Walter Matthau die großen Vorbilder"

Der Film sollte schon 2020 in die Kinos kommen, aber coronabedingt erfolgt der Start erst jetzt. Nämlich für die Rita-Falk-Verfilmung „Kaiserschmarrndrama“. Wieder sind Sebastian Bezzel als Franz Eberhofer und Simon Schwarz als sein nicht unschwieriger Spezi Rudi Birkenberger in den Hauptrollen zu sehen.

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Sbastian Bezzel © Constantin Film Verleih
 

Sehen Sie wesentliche Unterschiede zu den vorherigen Falk-Verfilmungen?
SEBASTIAN BEZZEL: Ja und nein. Der Eberhofer ist ja einer, der am liebsten möchte, dass alles so bleibt wie es ist. Doch diesmal passieren viele sich überschachtelnde Dinge, die ihm um die Ohren fliegen. Er kommt einfach nicht zur Ruhe, und speziell der Tod seines geliebten Hundes Ludwig vermittelt ihm, dass das Leben kein Ist-Zustand ist.

SIMON SCHWARZ: Ich finde, "Kaiserschmarrndrama" ist der bisher beste Streifen dieser Reihe. Auf jeden Fall ist es m e i n Lieblingsfilm. Und schön ist, dass er jetzt endlich in die Kinos kommt, denn ich finde prinzipiell: Kino ist etwas Großartiges. Das hat wohl auch Netflix erkannt, als die während der Pandemie zahlreiche Lichtspielhäuser gekauft haben. Allein das zeigt ja schon die Wertigkeit des Kinos. Und jeder Neurobiologe wird Ihnen bestätigen: Wer gerne im Kino sitzt, tut sich was Gutes an. Kinobesuche sind gesund für unseren Geist.

In Anspielung auf den Titel: Mögen Sie persönlich Kaiserschmarrn?
BEZZEL: Sehr gerne, aber nicht oft. Das ist ein vermeintlich leichtes Rezept, aber der Kaiserschmarrn schmeckt nur, wenn er richtig gut gemacht ist. Leider ist das nicht sehr oft der Fall. Und wenn, dann mag ich ihn am liebsten ohne Rosinen. Die mochte ich schon als Kind nicht, und das hat sich in meinem Leben bis jetzt nicht geändert.

SCHWARZ: Ich mag ihn, obwohl ich kein ausgewiesener Kaiserschmarrn-Esser bin. Und wenn doch, dann gibt es lediglich die Diskussion, ob mit oder ohne Rosinen. Da gilt für mich: m i t.

Was ist wichtig an einer guten Komödie?
BEZZEL: Dass man sie nicht spielt, nicht auf lustig macht. Die Komödie müssen die anderen empfinden. Da waren natürlich Jack Lemmon und Walter Matthau die großen Vorbilder. Die gaben volle Fahne, aber dahinter konnte man sehen, dass das Leben für sie nicht so irre komisch war.

SCHWARZ: Nach sieben Filmen und der gemeinsamen TV-Serie "Bezzel und Schwarz – Die Grenzgänger" sind wir beide natürlich bestens für solche klassischen Buddy-Komödien eingespielt. Und wenn einer die Laufwege des anderen kennt, kommt man schneller ans Ziel. Wir funktionieren, glaube ich, in der Tat wie altvertraute Buddy-Komödien-Typen.  Natürlich fallen da einem auf Anhieb Namen wie Jack Lemmon und Walter Matthau ein, aber so hoch wage ich nicht zu greifen. Doch wenn zwei Typen einander so gut verstehen wie Sebastian und ich, wenn einer dem anderen nur das Beste gönnt, dann hilft das sehr, würde ich sagen.

Nach so vielen gemeinsamen Drehtagen könnte aus der Partnerschaft auch tiefe Freundschaft entstanden sein. Ist es so?
BEZZEL: Es ist in der Tat so, dass wir keine Geheimnisse voreinander haben. Zwischen uns beiden gibt es auch keine Vorwürfe, keine Erwartungen, das finde ich toll. Es herrscht einfach großes Vertrauen zueinander. Wir verbringen auch Freizeit gemeinsam, meist, wenn wir drehfreie Tage haben. Es ist aber nicht so, dass ich auf einmal sage: "Ich besuch’ dich zu Hause!" Das Zuhause gehört der Familie. Wenn einer aber zum Beispiel in Hamburg dreht, kann es schon passieren, dass ihn der andere dort besucht. Meine Kinder lieben den Simon übrigens total. Und für mich ist er als Schauspieler höchst wandelbar, der kann nicht nur herrlich blödeln, sondern auch in ganz andere Figuren schlüpfen und sie uns vermitteln. Nebenbei: Bei privaten Gesprächen erzählt er mir oft  sehr dramatisch von schauerlichen und katastrophalen Dingen, die er im TV gesehen hat. Da habe ich ihm eine eigene Serie mit dem Titel "Simon sieht schwarz" vorgeschlagen. . .

SCHWARZ: Ich kann mich nur anschließen: Zwischen uns beiden herrscht ein sehr inniges Verhältnis.

Haben Sie, Herr Bezzel, Identitätsprobleme? Das heißt, dass man Sie vielleicht öfter mit Ihrem Rollennamen Franz Eberhofer anpricht als mit Ihrem wirklichen Namen? Ein Problem, das zum Beispiel Kollege Karl Merkatz hatte, der für viele nur noch "der Mundl" war?

BEZZEL: Wenn ich andere Rollen spiele, wird häufig auf den Eberhofer Bezug genommen. Aber ich lasse das nicht zu sehr an mich ran. Und natürlich versuche ich, so oft wie möglich verschiedene Charaktere zu verkörpern. Den Merkatz als Mundl habe ich übrigens geliebt. Wenn das im Fernsehen war, durfte ich immer länger aufbleiben. Auch als "Bockerer" war er großartig.

Auf der Suche nach anderen Rollen werden Sie ja nicht unglücklich gewesen sein, als Sie Marcus H. Rosenmüller zuletzt als Bösewicht für die Komödie "Beckenrand Sheriff" holte, die im September in die Kinos kommt?
BEZZEL: Der Bauherr Albert Dengler, den ich da spiele, ist ja, und das machte die Rolle besonders interessant, gar kein Bösewicht, sondern eigentlich ein armer Teufel. Obwohl er ein intriganter Typ ist, hat er genug Sorgen und vom Leben einiges abgekriegt. In der Tat: Das war ein tolles Drehbuch und für mich wirklich eine komplett andere Nummer.

Was der Polizist Kai Perlmann im "Tatort" ja auch war?
BEZZEL: Den habe ich 13 Jahre lang gespielt, in insgesamt 27 Folgen. Der Perlmann war in der Tat eine sehr konträre Figur zum Eberhofer. Ein echter Kripo-Polizist, während der Eberhofer für mich ja weniger Polizist als Dorf-Sheriff ist. Dem geht es gar nicht um das Polizistentum, und ich glaube, wenn er einen anderen Beruf ergriffen hätte, wäre er Fahrlehrer geworden. Perlmann hingegen war einer, dem es sehr um die Außendarstellung und um die Frage "Was denken die anderen über uns?" ging Der Franz hingegen ist ein ländlicher Typ, dem die Außendarstellung völlig wurscht ist. Eine andere "antizyklische" Rolle gab es für mich zuletzt bei der ARD mit "Lauterbronn". Ganz, ganz anders als die Falk-Verfilmungen. Doch mehr möchte ich jetzt noch nicht verraten.

Sie, Simon Schwarz, können sich ja nicht beklagen, Sie spielen immer die variabelsten Rollen. Was zum Beispiel steht als nächstes an?
SCHWARZ: Christine Nöstlingers "Geschichten vom Franz" fürs Kino. Eine sehr schöne Geschichte, für die es ein fabelhaftes Drehbuch gibt. Franz ist ein kleiner Bub, der eine beste Freundin hat – die Gaby. Und ich spiel’ seinen Vater.

Wenn eine Rita-Falk-Verfilmung ins Kino kommt, steht meist der Drehbeginn für die nächste bereits bevor?
SCHWARZ: So auch diesmal. Im September beginnen wir mit Nummer acht, "Guglhupfgeschwader".

BEZZEL: Die Geschichte ist actionlastiger und gefährlicher als die vorhergehenden. Da kämpfen wir gegen richtige Bösewichte und sind mit brutalen Morden und der Wettmafia konfrontiert.

Wie viele Filme kann die Rita-Falk-Reihe Ihrer Ansicht nach noch tragen?
SCHWARZ: Da schauen die Produzenten immer, wie der vorige angekommen ist. Sebastian und ich sind meist die letzten, die davon erfahren. Aber es wird wohl so lange gehen, so lange die Bücher gut sind. Wir beide sind jedenfalls immer gern dabei.

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