Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Plaikners Medien-KolumnePolitik und Medien: Glaubwürdigkeit benötigt Abstand

Interviewer-Applaus für Baerbock, brave Fragen an Merkel, eine Sendung speziell für Kurz: Im Fernsehen grassiert der journalistische Distanzverlust.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
© 
 

Falls hierzulande etwas in Schieflage gerät, schauen wir gern dorthin, wo Standards noch intakt sind. Dazu bietet sich oft Deutschland an, zumal uns dessen zehnfache Bevölkerung die Ausrede erlaubt, wir würden ja, wenn wir größer wären. Im Medienbereich üben die verfreundeten Nachbarn aber aktuell den Umkehrschub. Die erste grüne Kanzlerkandidatin lässt journalistische Sicherungen durchbrennen. Dass Annalena Baerbock am Abend nach ihrer Nominierung ProSieben für 45 Minuten Live-Interview zur Verfügung stand, darf – je nach Blickwinkel – als Statement oder Coup gelten. Sie hat den Privatsender als Wink mit dem Zaunpfahl zur ARD gewählt, der bevorzugten Arena von Angela Merkel für ihre raren Fernsehauftritte. Die Kanzlerin gewährte so etwas zuletzt Ende März in Form eines lammfrommen Solo-Talks bei Anne Will.

Kommentare (1)
Kommentieren
beobachter2014
4
5
Lesenswert?

Kanzler-Botschaft

Eine ZiB-Sendung im "unabhängigen" ORF als zu Kanzler-freundlich (nur weil in 45 Minuten ein 13-minütiges Interview mit dem BK enthalten ist) zu bezeichnen und mit dem Applaus von Journalisten nach dem Statement der grünen Spitzenkandidatin in Deutschland zu vergleichen - da hat Herr Plaikner wohl eine rote?, blaue?, pinke?, zumindest eine trübe Brille auf!