Abopreis erhöht sich Neuer Channel "Star": Disney+ und seine Kampfansage an Netflix & Co.

Disney+ schraubt nicht nur seine Abonnentenziele in die Höhe, sondern zielt mit seinem neuen Channel "Star" auf Erwachsene ab. Spannend: Künftig gibt es auch lokale Produktionen. Für Neueinsteiger erhöht sich der Preis.

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Gehört auch zum Disney-Konzern: Darth Vader. Das Disney-Imperium expandiert weiter
Gehört auch zum Disney-Konzern: Darth Vader. Das Disney-Imperium expandiert weiter © (c) APA/EPA/BRITTA PEDERSEN (BRITTA PEDERSEN)
 

Wer bislang geglaubt hat, dass Disney+ mit seinen Inhalten vor allem Kinder und Jugendliche anspricht, lag zumindest bisher richtig. Am kommenden Dienstag wird der Mauskonzern einen sechsten Channel namens "Star" launchen. Und das darf durchaus auch als Kampfansage an die großen Streamer gesehen werden. Einerseits baut man mit den großen Film- und Serienfirmen, die Disney sukzessive in sein Portfolio aufgenommen hat, ein ordentliches Archiv an Klassikern aus Serien und Filmen auf. Andererseits, und das ist die wirkliche Überraschung, setzt man ebenso auf lokale Produktionen, wie heute bei der Pressevorstellung von Star verkündet wurde.

Zunächst zu den Zahlen: Hier geht die Pole Position im Rennen der Streaminggiganten klar an Disney+. Vor einem Jahr gestartet, hat man bereits 95 Millionen Abonnenten. Das hat den Konzern selbst überrascht, zumindest gab man das zu Protokoll - mit 60 bis maximal 90 Millionen Abonnenten hatte man gerechnet. Im Vergleich: Mitte Jänner hat Konkurrent Netflix zwar die 200 Millionen-Abonnenten-Marke überschritten, aber der Streamingdienst arbeitet seit vielen Jahren kontinuierlich daran und war lange Zeit Marktführer. Ob das in den nächsten Jahren so bleiben wird, ist mehr als unklar. Disney+ hat ob seiner guten Performance die Latte nach oben geschraubt: 230 bis 260 Millionen Nutzer sollen in den nächsten Jahren dazu kommen.

Die neueste Säule ist der Channel "Star", der am kommenden Dienstag gelauncht wird: Hier zielt man vor allem auf Erwachsene ab und damit auch auf die Konkurrenz. Einerseits baut man auf echte Serienklassiker zum Bingewatchen, darunter: "24", "How i met your Mother", "Prison Break", "Grey's Anatomie", "Desperate Housewives" oder alle Staffeln von "Lost" oder "The Walking Dead". Auch Filmklassiker wie  "Pretty Woman", "Shape of Water", "Grand Budapest Hotel" und weiteren Filmen von Wes Anderson. Hinzu kommen noch "Independence Day", "Deadpool", "Kingsman" und viele mehr. Möglich macht das der Kauf von großen Studios wie FX Productions, Touchstone Pictures, ABC Signature oder Searchlight. 1100 Filme und 280 Serien sind beim Start von "Star" bereits verfügbar. Zwar hat auch die Konkurrenz viele dieser Filme und Serien in ihrem Portfolio, die Frage ist jedoch: Wie lange noch? Immerhin laufen Rechte naturgemäß aus. Wir erinnern uns an die Übernahme von Marvel durch Disney - innerhalb kürzester Zeit sind sämtliche Marvelfilme von den anderen Streamingplatformen verschwunden.

Auch neue Produktionen kommen demnächst auf die Plattform, unter anderem die Serie "Big Sky", in der drei Detektive einen Trucker jagen, der junge Frauen entführt. "Helstrom" handelt von Sohn und Tochter eines Serienkillers. In der animierten Serie "Solar Opposites" geht es um eine Alienfamilie in den USA. "Only Murders in the Building" ist eine Comedy-Serie von Steve Martin und John Hoffman. Mit dabei ist unter anderem Selena Gomez. Und in "The Old Man" gibt Jeff Bridges einen ehemaligen Agenten.

Spannend ist in jedem Fall jedoch die Ankündigung, künftig auch lokale Produktionen liefern zu wollen. Disney+ macht es somit Netflix und Amazon Prime gleicht. Für den deutschsprachigen Raum wurden zwei Produktionen angekündigt: "Sam - Ein Sachse". Sie erzählt die wahre Geschichte von Ostdeutschlands erstem schwarzen Polizisten Samuel Meffire, der vom Symbol der Vielfalt im wiedervereinigten Deutschland gefeiert wurde und danach zum Staatsfeind mutierte. In der Komödie "Sultan City" geht es um eine deutschtürkische Familie, deren weibliches Oberhaupt mit ihren Töchtern in die Fußstapfen des kriminellen Vaters treten muss - durchaus erfolgreich. Insgesamt sollen 50 Produktionen bis 2024 in Europa in Auftrag gegeben werden. Insgesamt wurden am Dienstag zehn Produktionen vorgestellt. Mit dabei sind unter anderem auch: Für Italien ist etwa die Serie "The Good Mothers" geplant: Hier soll die Mafia zur Gänze aus der Frauenperspektive dargestellt werden. "Feyenoord Rotterdam" hingegen ist eine Doku über den gleichnamigen Fußballverein.

Mit der Einführung von "Star" steigt jedoch auch der Preis: Neukunden zahlen künftig 8.99 Euro (89,90 für das Jahresabo). Für bestehende Kunden bleibt der aktuelle Preis von 6,99 Euro für die nächsten sechs Monate bestehen. Für Italien ist etwa die Serie "The Good Mothers" geplant: Hier soll die Mafia zur Gänze aus der Frauenperspektive dargestellt werden. 

 

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