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MedientagebuchLinke Medien, rechte Medien sind (k)eine Ansichtssache

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Wenn man durch diverse Foren und „soziale“ Netzwerke herumstrolcht, stößt man allenthalben auf Formulierungen wie „linke Mediengesellschaft“ oder „Rotfunk“ und dergleichen. Die Behauptung, Medien seien überwiegend linksgerichtet, hält sich hartnäckig und wird auch immer wieder politisch instrumentalisiert. Das ist sehr merkwürdig, denn gerade besonders auflagenstarke Boulevardzeitungen in ganz Europa sind meist rechtskonservativ (von „Bild“‘ bis zu „Sun“ und „Daily Mail“ ). Auch deutschsprachige, übernationale Qualitätsblätter wie „F. A. Z.“, „Neue Zürcher Zeitung“ und „Welt“ sind traditionell keinesfalls „links“ und wollten das auch nie sein. Deren Feuilleton (dort, wo sich angeblich nur mehr linke Kulturjournalisten herumtreiben) ist in den letzten Jahren eher zur Einflugschneise eines erstarkenden, bürgerlichen Intellektualismus geworden. Und der ORF, der in den 70ern von einem echten wertkonservativen Geist, der Überfigur Gerd Bacher, geleitet wurde, hatte damals Reportage-Formate, die im Vergleich zum heutigen ORF geradezu antibürgerlich anmuteten. Das alles nur als ein paar (nichtsdestotrotz gewichtige) Beispiele.

In Anbetracht dessen wundert man sich, wie manche heute „links“, „rechts“ und „Mitte“ (neu) definieren. Oder wie Dichterfürst Ernst Jandl sel. einst in „lichtung“ schrieb: „manche meinen/lechts und rinks/ kann man nicht velwechsern/ werch ein illtum“.

Kommentare (3)

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freeman666
1
3
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Deutschland: Politische Präferenz von Journalisten ( FOCUS Artikel)

Im Auftrag des Fachjournalistenverbands befragte Margreth Lünenborg, Professorin an der Freien Universität Berlin, Politikjournalisten nach deren Einstellung zur Parteienlandschaft:

Ergebnis:
36,1 Prozent stehen keiner Partei nahe.
26,9 Prozent die Grünen,
15,5 Prozent die SPD,
9,0 Prozent die CDU/CSU
7,4 Prozent die FDP.
Bei einer Wahl, bei der die Unparteiischen als Nichtwähler zu Hause blieben, ergäbe sich somit folgende Stimmverteilung:
Grüne 42 Prozent,
SPD 24 Prozent,
CDU/CSU 14 Prozent,
FDP zwölf Prozent,
Linke sieben Prozent.

Plantago
3
6
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Netter Versuch...

die Statistiken sagen etwas anderes.

Plantago
2
4
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Nach dem "langen Marsch durch die Institutionen"

sitzen die Revolutionäre von gestern überall in den etablierten Sesseln. Es ist gelungen, und die Leute merken es gar nicht.