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Unterhaltungsshows Wenn das Fernsehstudio zur Risikozone wird

Von "I Can See Your Voice" bis zur "Millionenshow": Wie sich ORF und die Privatsender bei den Studio-Aufnahmen von TV-Shows in einer Zeit der Pandemie unterscheiden.

Die Millionenshow
Der ORF füllt für neue "Millionenshows“ nur die Hälfte der Plätze im Kölner Quizstudio © ORF
 

Rund 150 Zuschauer im Kölner TV-Studio saßen eng beisammen: Angesichts steigender Infektionszahlen und der erhöhten Ansteckungsgefahr in geschlossenen Räumen mit vielen Menschen gingen bei den zwei Show-Abenden von RTL („I Can See Your Voice“) diese Woche die Wogen hoch. Die Reaktionen in den sozialen Medien zwangen den Privatsender zu einem Statement: Beim Einlass sei Fieber gemessen und kontinuierlich Frischluft ins Studio geleitet worden.
„Eine Fernsehshow als Superspreader-Event ist sicher nicht das, was TV-Macher unter einer Event-Show verstehen sollten“, konstatiert der Branchendienst „dwdl“. RTL hat allerdings gerade ein weiteres Unterhaltungsformat aufgezeichnet („Big Performance – Wer ist der Star im Star?“), das am 12. September startet und dicht gefüllte Publikumsränge ins Bild bringen wird, als würde es den Corona-Virus nicht geben.

Stefan Raabs neue Show-Idee „FameMaker“ (Premiere am 17. September auf ProSieben) wurde auch kürzlich mit Publikum aufgezeichnet, während bei der „Roland Kaiser Show“ (letzten Samstag in der ARD) die wenigen Live-Zuschauer in großen Abständen voneinander entfernt saßen oder etwa bei „Promi Big Brother“ (Sat.1) die Reihen mit Papp-Zuschauern auffüllt werden.

Bei RTL saß das Publikum eng nebeneinander, aufgezeichnet war "I Can See Your Voice" Ende Juli worden Foto © RTL

Wie handhabt aber der ORF seine Studio-Produktionen? Seit Dienstag werden in Köln neue Ausgaben der „Millionenshow“ aufgezeichnet; die Quiz-Saison startet am 7. Oktober, am 26. September wird das Jubiläum „20 Jahre ,Millionenshow‘ gefeiert. Gefüllt werden die Zuschauerränge im Quizstudio jedenfalls nur zur Hälfte, jeder zweite Sitzplatz bleibt frei (siehe Foto oben von der Aufzeichnung). Bei der Auswahlrunde stehen schützende Plexiglaswände zwischen den Kandidaten; wer in die Mitte kommt, geht nicht auf Armin Assinger zu, sondern gleich auf den „heißen Stuhl“.

Ebenfalls in Köln wird „The Masked Singer“ von Puls 4 produziert. Corona-bedingt wurde nur eine Sendung im März ausgestrahlt, am 15. September geht es mit den maskierten Promis weiter. Sieben Sänger sind noch am Start. Aber wie geht Puls 4 mit der Risikozone TV-Studio um? Man werde alles „smart inszenieren“, schreib uns der Privatsender auf Anfrage – „und damit auch die Publikumssituation.“ Konkret schrieb uns der Unterhaltungschef: Es werde kein großes Live-Publikum geben, was dem Ratespaß aber nicht schaden würde.

"The Masked Singer Austria" mit Arabella Kiesbauer wird am 15. September auf Puls 4 fortsgesetzt Foto © Puls4

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