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Reine SprechrolleHarald Schmidt gibt in Stuttgart sein Operndebüt

Harald Schmidt (61) will nicht mehr ins Fernsehen. Er spielt lieber an der Oper. Und zwar in "Ariadne auf Naxos" von Richard Strauss, wo er eine Sprechrolle übernimmt.

Harald Schmidt
Harald Schmidt gibt sein Operndebüt © APA/dpa/Christoph Schmidt
 

Vor nunmehr fünf Jahren hörte er mit seiner Late-Night-Show auf, und wer von seinen Fans noch Hoffnung auf ein Comeback hegte, kann diese nun aufgeben: Harald Schmidt schließt eine Rückkehr als TV-Moderator komplett aus: „Es langweilt mich und das Fernsehen ist für mich ein Medium der Vergangenheit“, sagte er jüngst in einem Interview. Ganz von der Bildfläche verschwindet er aber nicht. Der 61-Jährige betätigt sich unter anderem als Videokolumnist für „Spiegel Online“, als Fußballexperte im Fernsehen oder schrulliger Kreuzfahrtdirektor auf dem „Traumschiff“.

Jetzt feiert „Dirty Harry“ gar sein Debüt als Operndarsteller: In der Oper „Ariadne auf Naxos“ ist Harald Schmidt an der Staatsoper Stuttgart als Haushofmeister zu sehen, sein erster Auftritt geht am 2. Juni über die Bühne. „Mich verbindet mit der Staatsoper Stuttgart vor allem die gemeinsame Kantine, die ich schon aus meiner Zeit als Schauspielschüler und später als Ensemblemitglied im Schauspiel kenne“, lässt Harald Schmidt in gewohnt ironischer Manier verlauten.

„Womit kann ich dienen?“ – das ist der erste Satz des Haushofmeisters in „Ariadne“. Gesangstechnisch gefordert ist Schmidt da nicht, es handelt sich um eine reine Sprechrolle in der von Richard Strauss komponierten Oper, zu der Hugo von Hofmannsthal das Libretto beisteuerte. Schmidt muss nur schauspielerisch überzeugen, was dem Schwaben, der einst an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart zum Schauspieler ausgebildet wurde, nicht schwerfallen dürfte.

Gelernt ist halt gelernt, zudem hat er in den vergangenen Jahren ohnehin die eine oder andere Bühnenrolle übernommen – etwa in Samuel Becketts Klassiker „Warten auf Godot“ in Bochum. Dabei hatte der junge und nur mäßig erfolgreiche Schauspieler Harald Schmidt der Theaterbühne einst frustriert den Rücken gekehrt, um beim Fernsehen berühmt zu werden. Was ihm auch gelang: Vor allem mit seiner von 1995 bis 2014 bei verschiedenen Sendern ausgestrahlten „Harald Schmidt Show“ setzte der Zyniker Maßstäbe in der deutschen Fernsehunterhaltung und wurde zur Kultfigur Dirty Harry.

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