Wenn die Zeit durch die Finger rinnt und nur noch acht Tage bis zum Untergang bleiben, funktioniert dann noch ein moralischer Kompass oder wird der Mensch zur Bestie? Mit dieser Frage beschäftigt sich die neue Eigenproduktion von Sky, inszeniert von Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky und seinem Schweizer Kollege Michael Krummenacher. Die bedien teilten sich Drehblöcke (und nicht die einzelnen Folgen) auf.
„Wir wurden von Sky ermutigt, etwas Spezielles zu machen“, erzählt Ruzowitzky. Schließlich soll das Ergebnis ja etwas sein, „das es nebenan beim Free-TV vom Stoff, von den Figuren oder von der Dramaturgie her so nicht gibt“, konkretisiert er und erinnert sich: „Es gab den Aufruf: Traut’s euch was!“ Während bei anderen Sendern gerne nach dem größten gemeinsamen Nenner gesucht wird, stehe bei Sky die Lust auf das Außergewöhnliche Vordergrund.


Die Bedrohung ist freilich nichts Neues in Film und Fernsehen – den Weltungergang hatten etwa „The Day After Tomorrow“, „Deep Impact“ und „Armageddon“, wo ebenfalls ein Asteroid auf die Erde zurast, zum Thema. „Bei uns stehen aber die moralischen Konstrukte, die zusammenbrechen, im Vordergrund“, sagt Ruzowitzky, „es ist eine Drama-Serie und kein gigantischer Actionthriller. Es ist auch eine Parabel, mit Elementen der Gesellschaftssatire – mit einer Flüchtlingswelle in die andere Richtung und geschlossenen Grenzen. Und jeder Zuschauer kann sich selbst die Frage: Kann ich jetzt alles tun, da es ohnehin ohne Konsequenzen bleibt?“

Rund 60 Kilometer groß ist der Asteroid Horus, der in der Sky-Serie mitten in Europa einschlagen soll. Die Szenen mit den gepanzerten Fahrzeugen wurden in den Straßen von Berlin gedreht: „Das hat für Aufsehen gesorgt, weil es so realistisch wirkte“, schmunzelt Ruzowitzky. Muss doch das Militär angesichts der Eskalationen einschreiten. Laut einer Studie, die Sky zum Serienstart in Auftrag gab, hält jeder fünfte Deutsche einen nahenden Weltuntergang an sich für nicht ganz unwahrscheinlich.

Chaos in den Straßen von Berlin: "8 Tage" startet am 1. März
Chaos in den Straßen von Berlin: "8 Tage" startet am 1. März © Sky

Mit Mark Waschke, Fabian Hinrichs und Devid Striesow sind übrigens gleich drei Schauspieler im Ensemble, die auch als „Tatort“-Kommissare ermitteln. Vor allem an der Figur von Waschke bleibt man dran: Er will sich mit Familie auf eigene Faust nach Russland durchschlagen und fällt auf Schlepper herein.