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Protestschreiben

Mitarbeiter von ORF III pochen auf Kollektivvertrag

Rund 40 Mitarbeiter von ORF III würden seit Jahren ohne kollektivvertragliche Basis arbeiten, klagt ORF III-Betriebsratsvorsitzender Andreas Heyer.

ORF III-Chef Peter Schöber und Moderator Peter Fässlacher © ORF
 

Die Belegschaft von ORF III verhandelt seit geraumer Zeit über einen Kollektivvertrag und hat nun in einer Resolution ihrem Unmut über den Verhandlungsfortgang Ausdruck verliehen. "Über die unzumutbaren Angebote sind wir zutiefst empört", heißt es in dem Schreiben, das der APA vorliegt und den Charakter einer Protestnote hat.

Rund 40 Mitarbeiter bei ORF III würden seit Jahren ohne kollektivvertragliche Basis arbeiten, sagte ORF III-Betriebsratsvorsitzender Andreas Heyer im APA-Gespräch. Seit rund drei Jahren werde verhandelt, zuletzt sei eine Annäherung an den sogenannten "ORF-KV 14" in Aussicht gestellt worden. Nach ORF-Wahl und Wechsel an der Spitze der Kaufmännischen Direktion aber heiße es nun quasi zurück an den Start - und plötzlich sei die Rede vom KV für Tages- und Wochenzeitungen als Richtschnur, wobei dieser "unterboten" würde, so Heyer.

Als ähnlich problematisch schildert er die Situation jener Mitarbeiter, die für die TVthek Sendungen untertiteln. Diese seien nach dem Gewerbe-Kollektivvertrag angestellt, würden aber nicht einmal die jährlichen Valorisierungen erhalten, sondern hätten "seit fünf Jahren Nulllohnrunden" hinter sich.

Wir erwarten, dass die Gespräche über unsere Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisse rasch und konstruktiv zu einem für uns zufriedenstellenden Abschluss gebracht werden. 

Gerhard Moser, Zentrabetriebsratschef

"Dass Journalistinnen im führenden österreichischen Medienunternehmen im Gewerbe-KV oder gänzlich ohne KV angestellt sind, ist politisch, moralisch und arbeitsrechtlich untragbar", heißt es in der Resolution. ORF III steuere Entscheidendes zur Erfüllung des Public Value-Auftrags durch den ORF bei. Dasselbe gelte für den Untertitel-Content der TVthek, der Barrierefreiheit sichere und Projekte wie "TVthek goes school" möglich mache.

ORF-Zentrabetriebsratschef Gerhard Moser kritisierte in der Resolution, dass die Betroffenen "auf unerträgliche Art hingehalten und verunsichert" würden. "Wir erwarten, dass die Gespräche über unsere Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisse rasch und konstruktiv zu einem für uns zufriedenstellenden Abschluss gebracht werden."

Das Schreiben richtet sich an das ORF-Direktorium (Generaldirektor, Finanzen) ebenso wie an die Geschäftsführer von ORF III und an die Chefin der ORF-Enterprise. Formal sind die Untertitel-Redakteure bei der ORF Programmservice GmbH beschäftigt, die wiederum zu 100 Prozent im Eigentum der Enterprise steht. Trägergesellschaft von ORF III ist die ORF Fernsehprogramm-Service GmbH.

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