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Zum 90. GeburtstagArnulf Rainer und die Kunst der Gegensätze

Arnulf Rainer, Enfant terrible, Avantgardist und Über-Maler wird am 8. Dezember 90 Jahre alt. Gleich drei starke Ausstellungen feiern ihn. Annäherung an eine vielschichtige Künstlerlegende.

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Feiert am 8. Dezember seinen 90. Geburtstag: Arnulf Rainer © APA/HANS KLAUS TECHT
 

Kunst definiert sich bei ihm als dialogisch, als Zusammenstoß von gegensätzlichen Absichten. Behauptung und Absage, hell und dunkel, Leben und Tod“, erläuterte der Kunsthistoriker Peter Iden unlängst bei einer Vernissage in der Wiener Galerie Ulysses. „Arnulf Rainer hat sich diese Gegensätzlichkeit bewahrt.“ Der so gewürdigte Künstler saß still vergnügt daneben und ließ sich den Promi-Auflauf anlässlich der dritten großen Geburtstagsausstellung (neben der Schau in der Albertina und der Jubiläumsausstellung „Revue“ im Rainer-Museum in Baden) geduldig gefallen.
Gegensätzliches prägt das Werk dieser Ikone der österreichischen Nachkriegskunst. Nach seinem frühen Interesse für Surrealismus und Informel – resultierend aus einer Reise mit Maria Lassnig nach Paris –wandte er sich mit Beginn der 1950er Jahre den großflächigen, schwarzen Übermalungen zu. Mit Kugelschreibern, Farbe und Kohlestiften übermalt er zuerst Radierungen und Kreuze, danach Fotos und Selbstporträts. Das Etikett des Übermalers wird ihm sein Leben lang begleiten. Wie anders sind hingegen die kleinformatigen, farbstark-poetischen Arbeiten seines Schaffens aus 2015/16, die in der Wiener Galerie unter dem Titel „Farbenrausch“ derzeit zu sehen sind. Oder die zarten Schleierbilder mit ihren ästhetischen Licht- und Farbräumen, die in der Albertina gezeigt werden! Die dort ausgestellten rund 40 Bilder umfassen nur einen Teil des 250 Rainer-Werke starken Bestandes des Hauses (inklusive Essl-Sammlung). Rainers Selbstinszenierungen („Face farces“, „Body poses“) sind dabei ebenso zu sehen wie einige seiner Kreuzbilder, bei denen den Künstler vor allem die Form, nicht aber eine religiöse Interpretation interessierte.
Mit 90 Werken aus acht Jahrzehnten (die zur Gänze aus Leihgaben des Künstlers stammen) spannt auch das Arnulf-Rainer-Museum in Baden, der Geburtsstadt des Malers, einen weiten Bogen über das Leben des Ausnahmekünstlers, der stets lustvoll polarisierte.

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