Es ist wohl eine der ergreifendsten Sterbeszene in der Opernliteratur überhaupt, wenn Rodolfo begreifen muss, dass seine geliebte Mimi bereits verstorben ist, er sie nochmals mit leidenschaftlichem Schmerz am Bett umarmt und dabei sein berühmtes „Mimi, Mimi“ im vollen Fortissimo hinausschluchzt. Auch hier am Opernhaus in Laibach berührt diese Schlussszene aus Giacomo Puccinis „La Bohème“, die zu den populärsten und häufigst aufgeführten Opern überhaupt zählt, sehr, obwohl sie in einem recht nüchternen, kargen Bühnenbild stattfindet. Denn in dieser Koproduktion mit der Grand Opera Avignon trägt das Einheitsbühnenbild mit einem Holzboden in verschiedenen Ebenen und angedeuteten Fenstern im Hintergrund wenig zu einer verstärkenden, emotionalen Stimmung bei. Die Protagonisten agieren in stilisierten, historischen Kostümen (Ausstattung: Lionel Lesire) in der Inszenierung von Frédéric Roels immer hautnah am Text und der Musik des Seelendramas, ohne Firlefanz, recht konventionell und durchaus spielfreudig.
Oper Laibach
„La Bohème“ in Laibach: Ergreifende Gefühlwelten
Kritik.
Ljubljana/Laibach: Puccinis „La Bohème“ hinterließ trotz nüchterner Szene am Opernhaus musikalisch starke Emotionen.
© Darja Stravs Tisu