„Non voglio morir! – Ich will nicht sterben!“: Zwischen großen, schrägen oder schwebenden Containern im Nirgendwo von Amerika schreit die völlig erschöpfte, beinahe schon verdurstete Manon diese Worte knapp vor ihrem Tod, begleitet von einem großen dramatischen orchestralen Ausbruch unter Mobilisierung ihrer letzten Kräfte hinaus. Da bleibt kein Zuhörer im Stadttheater Klagenfurt unberührt, denn Heather Engebretson vermag der Titelrolle von Giacomo Puccinis „Manon Lescaut“ viele Emotionen zu verleihen. Als Kindfrau ausstaffiert, trotzig und aufsässig spielend, klingt sie jugendlich unverbraucht. Viele Schattierungen der Partie wie Leichtfertigkeit, Koketterie werden mit Ausdrucksstärke wiedergegeben. Den ganzen zweiten Akt muss sie allerdings sehr unvorteilhaft angezogen in Unterwäsche agieren.
Stadttheater Klagenfurt
„Manon Lescaut“: Lieben und Leiden zwischen Schiffscontainern
Kritik.
Klagenfurt: Puccinis „Manon Lescaut“ ist am Stadttheater sängerisch qualitätsvoll, aber szenisch überfrachtet und unästhetisch mit seltsamen Ideen.
© Karlheinz Fessl/STK