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Tage der neuen Klaviermusik GrazEin Festival, ganz in Schwarz-Weiß

In Zeiten wie diesen ein neues Festival zu gründen, dazu gehört Mut. Der Grazer Pianist und Komponist Christoph Renhart (33) hat ihn.

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Lädt vom 10. bis 12. Juni erstmals zu drei „Tagen der neuen Klaviermusik Graz“: Pianist und Komponist Christoph Renhart, der auch Heft zwei seines „Orakels der Nacht“ uraufführen wird © privat
 

"Gemeinsam mit meinem Kompositionsprofessor und Freund Richard Dünser habe ich die Idee geboren, ein Zeichen für das Kulturleben und für Klaviermusik unserer Zeit zu setzen“, sagt Christoph Renhart. Also finden von 10. 12. Juni zum ersten Mal „Tage der neuen Klaviermusik Graz“ mit (nicht nur) vier Konzerten statt.

Renhart, an der Kunstuniversität Graz ausgebildet und heute beim Kultum, dem Kulturzentrum bei den Minoriten, als Kurator tätig, zeigt sich zuversichtlich, dieses ganz auf schwarze und weiße Tasten zugeschnittene Unternehmen nicht bloß Pianisten und Fans heutiger Musik schmackhaft machen zu können: Das soll auch die Kooperation mit zwei starken Partnern ermöglichen, nämlich mit der Kunstuniversität und der Österreichischen Gesellschaft für zeitgenössische Musik. „Das Festival soll vor allem auch dem pianistischen und kompositorischen Nachwuchs ein Auftrittsforum bieten. Gerade nach diesen restriktiven Zeiten ist eine solche Perspektive ein Mehrwert für alle“, betont Renhart.

Der 33-jährige Grazer sieht sich selber vornehmlich als Komponist. Wiewohl die Dreiviertelstunde Solomusik mit seinem „Orakel der Nacht“ am Freitag (11. Juni) ab 21 Uhr eine „große, aber willkommene Herausforderung“ bildet. Dieser Zyklus besteht aus 21 Stücken, die auf zwei Hefte aufgeteilt sind. Heft eins liegt bereits in bei der renommierten Universal Edition in Wien in gedruckter Form vor, Heft zwei wird als Uraufführung vorgestellt: „Es sollte richtig spektakulär werden“ zeigt sich Renhart enthusiastisch in eigener Sache. Danach werden noch Stücke seines Lehrers Richard Dünser und seiner Linzer Kollegin Katharina Roth zu hören sein. Schon zuvor widmet sich Konservatoriumsdirektor Eduard Lanner am Flügel anderen Werken aus der neueren Grazer Szene.

Nicht ohne Stolz verweist Renhart, der übrigens auch Webdesigner ist, auf diverse Erfolge: So konnte der 33-jährige Tonsetzer schon zahlreiche Auszeichnungen einheimsen, zum Beispiel in Weimar, Malta oder Klagenfurt. 2019 wurde er zum [‘tactus] Young Composers’ Forum nach Brüssel und Mons eingeladen, wo das Brussels Philharmonic und das Ensemble Musiques Nouvelles neue Werke von ihm aufführten.
Was als Nächstes ansteht? Zu eigenen Texten wird Christoph Renhart im Sommer einen vierteiligen Liederzyklus fertigstellen, den Klaudia Tandl singen wird. Der Pianist hat mit der aus Weiz stammenden 34-jährigen Mezzosopranistin übrigens auch seinen preisgekrönten Zyklus „Farben des Mohns“ für eine Porträt-CD aufgenommen (ORF-Edition Zeit-Ton, 2018).

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