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Kritik Wiener Staatsoper"Carmen" in der Spirale der Gewalt

„Carmen“ ist ein extrem gewalttätiges Stück, der Regisseur Calixto Bieito betont das in der Wiener Staatsoper bis zur Klischeehaftgkeit. Seine fast schon klassisch gewordene, zwei Jahrzehnte alte Inszenierung wird nun auch dort gezeigt – wobei die Premiere ohne Publikum auskommen musste und nur live auf ORF III zu sehen war.

Tödlicher Kampf: Don José (Piotr Beczala) und Carmen (Anita Rachvelishvili) © Staatsoper/Poehn
 

Der Regisseur Calixto Bieito hat eine Vorliebe dafür, die verborgenen Mechanismen der Gewalt freizulegen, die der Gesellschaft zugrundeliegen. Bei Georges Bizets „Carmen“ musste er nicht tief graben, er musste nur die Brutalität des Stücks betonen, alle davon ablenkenden Klischees entfernen, und schon ergibt sich ein garstiger, düsterer und blutiger Abend, ein typischer Bieito, in dem der Unterschied zwischen Sexualität und Gewalt unkenntlich gemacht wird. Mehr als zwei Dutzend Bühnen haben Bieitos Interpretation in den letzten zwei Dekaden gezeigt.

Kommentare (2)
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plolin
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Das war eine sensationelle Carmen

Tolle Regie, Don Jose' und Carmen - traumhafte Stimmen.
Eine wirklich großartige Vorstellung.
Ich werde sie mir bestimmt noch einmal anschauen.

CIAO
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Lesenswert?

hätte das Bizet gefallen

?????
zum Glück greifen Regiegeure nicht allzu sehr in die Musik ein.
"Zum Glück" gibt es Corona um nicht in die Oper gehen zu können,

Habe die Carmen auf ORF III gesehen, meine Begeisterung hält sich in Grenzen.

Grossartig aber doch wieder online teilnehmen zu können.
Zu gerne möchte ich wieder im Opernhaus sitzen, in Wien oder in Graz