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Premierenkritik StaatsoperOtello im Schwitzkasten

Die Wiener Staatsoper hat einen neuen "Otello". Adrian Nobles Neuinszenierung zeigt, was solide Personenregie zu packender Musik vermag.

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Otello in Wien: Aleksandrs Antonenko und Olga Beszmertna im Eifersuchtsdrama © Michael Poehn/Staatsoper
 

Weil die Wiener Philharmoniker just am letzten Premierenabend der Saison ihr Schönbrunner Massenkonzert geben mussten, sah sich das Publikum der Staatsoper gezwungen, in glühender Nachmittagshitze zu erscheinen. Manche Dame trug ihren Fächer bei sich, die Herren entledigten sich leger ihrer Sakkos. Nur die Musiker kannten keine Erleichterung.

Ob es auch daran lag, dass lange kein Schwung in die Sache kommen mochte? Zu Giuseppe Verdis aufpeitschender Sturmmusik bewegten sich edel gekleidete Zeitgenossen des Komponisten durch die monumentalen mobilen Wände, die Dick Bird entworfen hat. Gepflegt und spannungsarm begann auch Myung-Whun Chung seine Interpretation des aufwühlenden Spätwerks. Lyrisches liegt dem Maestro aus Korea offenbar nicht. Je aberwitziger der Abend, desto mehr trat aber sein Sinn für dramatische Zuspitzung hervor. Ungehemmt ließ Chung die Philharmoniker ihre Krallen zeigen, wo es der Komponist vorsieht. Nach der Pause folgte das hitzegeschwächte Publikum atemlos gebannt den bizarren Ausbrüchen des umnachteten Helden.

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