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Grazer Osterfestival"Psalm" bringt Musik zum Thema "Exil"

Von Scarlattis Oratorium "Hagar und Ismael" bis zu Musik aus Lateinamerika: Sieben Konzerte bei "Psalm in Graz beschäftigen sich vom 14. bis 22. April mit dem brisanten Gegenwartsthema "Exil".

Arianna Savall
Arianna Savalls Ensembles Hirundo Maris setzt sich musikalisch mit der Vertreibung der Juden 1492 aus Spanien auseinander © KK
 

Sieben Konzertabende zum Thema "Exil" stehen beim Grazer Osterfestival "Psalm" in der Karwoche auf dem Programm. Dabei spannt sich der Bogen von der biblischen Hagar über den Exil-Polen Frederic Chopin bis zur Freiheitssuche von Menschen in Lateinamerika. Zu hören ist unter anderem ein selten gespieltes Oratorium von Alessandro Scarlatti, hieß es bei der Programmpräsentation am Freitag.

"Es geht um Menschen, die eine andere Heimat suchen. Wir sind damit mitten in der brisantesten Debatte der Gegenwart", erklärte Intendant Mathis Huber. Die Konzerte "erzählen von Exilsituationen, die mit Europa zu tun haben."

Den Beginn macht "Hagar und Ismael", ein Oratorium von Alessandro Scarlatti mit dem Countertenor Philipp Mathmann und der Neuen Hofkapelle Graz.

"Die blühende Rose" nennt sich das Programm des Ensembles Hirundo Maris, das sich musikalisch mit der Vertreibung der Juden 1492 aus Spanien auseinandersetzt und Lieder aus der jüdischen Tradition zu Gehör bringt.

Heimatlosigkeit ist auch Thema des Abends mit dem Vokalensemble Nobuntu & Insingizi aus Simbabwe. Die "Lieder der Hoffnung" erklingen gegen Ungerechtigkeiten und künden von der Solidarität der Exilanten.

"Chopin im Exil": Ebenfalls seine Heimat verlassen hatte Komponist Frederic Chopin, der nach der Teilung Polens im Ausland um Hilfe für den Kampf seiner Landsleute warb. Daran erinnert ein Konzert mit der Pianistin Aleksandra Mikulska und dem Girardi Quartett.

"Die Königinnen von Rom": Zwei Königinnen im frei gewählten Exil waren Christina von Schweden und Maria Kasimira von Polen. Beide lebten in Rom, wo sie Arcangelo Corelli und Alessandro Scarlatti förderten. Das Ensemble LaRisonanza spielt Musik der beiden Komponisten, die Schauspielerin Chris Pichler wird historische Berichte aus dem Leben der beiden Frauen lesen.

Am Karfreitag erinnert "El Camino a la libertad" an jene Menschen in Lateinamerika, die mit einer Mauer aus den USA ferngehalten werden sollen.

Den Abschluss stellt am Ostermontag "Robert Stolz - A Night in Vienna" dar. Das Programm basiert auf einem Konzert, das Stolz - der vor den Nazis geflüchtet war - 1943 in der New Yorker Carnegie Hall spielte, um daran zu erinnern, dass es auch noch ein anderes Wien gab.

Das Budget für die sieben Konzerte in der Helmut List-Halle beträgt 180.000 Euro, erwartet werden rund 4.000 Besucher.

 "Psalm": Osterfestival der styriarte in der Grazer Helmut List-Halle. Von 14. bis 22. April. Karten und Abos: Tel. (0316) 825 000.  www.styriarte.comwww.psalm.at

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