AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Oper GrazFrühzeitiger Abschied von Chefdirigentin Oksana Lyniv

Überraschender Wechsel an der Oper Graz: Oksana Lyniv, erst 2017 zur Chefdirigentin bestellt, wird ihren Vertrag nicht verlängern. Ihr folgt ab 2020/21 der Sachse Roland Kluttig nach.

Jetzt weiterlesen mit unserem Digitalabo

Gratis testen

    Ihr Testabo beinhaltet:

  • Alle Kleine Zeitung Plus Artikel
  • Tägliches E-Paper
  • Zugriff auf die Smartphone App
  • Test endet automatisch nach 4 Wochen
Oksana Lyniv übernahm 2017 als erste Frau an der Oper Graz das Chefpult © Kmetitsch
 

Am Mittwoch dirigierte sie eine Gala in der Lemberger Oper. Und tags darauf machte sie Verwandtenbesuche daheim in Brody. Aber da dürfte es nicht nur Familiengespräche gegeben haben, obwohl ihr Entschluss bestimmt schon länger feststand: Oksana Lyniv wird die Oper Graz 2020 verlassen.

2017 hatte die Ukrainerin das Chefpult vom nach Bonn abgewanderten Dirk Kaftan übernommen. Mit einem Vertrag, der zunächst bis 2020 gelten sollte. Gestern gaben sie und die Oper Graz bekannt, dass sie nicht verlängern und nach nur drei Spielzeiten bereits wieder Abschied nehmen wird.

Die 40-Jährige ist dem Haus und seiner Intendantin Nora Schmid dankbar, „dass ich hier mein Wirken als Dirigentin weiterentwickeln konnte. Dass diese Arbeit so schnell eine solche internationale Ausstrahlung gewinnt, liegt auch an der Qualität des Orchesters und dem hohen künstlerischen Anspruch der Oper Graz.“

Die Verpflichtungen einer Chefdirigentin ließen sich mit ihren vielen zusätzlichen Engagements – im Jänner etwa fünf Vorstellungen von Tschaikowskys „Pique Dame“ in Stuttgart, im März die Premiere von Tschaikowskys „Jungfrau von Orleans“ im Theater an der Wien, aber auch zahlreiche Konzerte – nur sehr eingeschränkt vereinbaren. Daher wolle sie künftig freischaffend tätig sein. Bis dahin freue sie sich aber noch auf die Herausforderungen in Graz: Nach „Cavalleria rusticana & Pagliacci“ und der „Salome“ von Strauss warten in der Saison etwa noch Webers (konzertanter) „Oberon“ und Puccinis „Tosca“.

Immer wieder tauchen Gerüchte auf, die Chemie zwischen Lyniv und den Grazer Philharmonikern stimme nicht. Ob dies den Entschluss für den Weggang beschleunigte, lässt sich nicht sagen. Fest steht aber, dass die ehrgeizige, akkurate, oft streng wirkende Frau am Chefpult – die erste überhaupt in Graz – mit Feuer, Eifer, Gespür und Tiefgang bisher schon viele Glanzpunkte gesetzt hat.

Was im September im deutschen Wochenmagazin „Die Zeit“ in einer Reportage über Lyniv fast wie ein Omen stand, gilt für viele: „Da schwingt leise mit: Graz ist nicht für die Ewigkeit. Graz ist ein Sprungbrett“. Was Intendantin Schmid mit ihrer Reaktion bestätigte: „Oksana Lynivs Entwicklung ist ein Beweis für die Strahlkraft der Oper Graz: Es ist nicht das erste Mal, dass Karrieren bei uns einen entscheidenden Impuls erfahren. Ich freue mich für sie, dass sich ihr solche Chancen eröffnen.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren