Neu im KinoWelche Filme sich lohnen und welche nicht

Pointensichere Kriminaler, die Filmadaption eines Erich Kästner-Buchs, Wildes mit Harley Quinn und ein Blick in die Filmgeschichte. Was in diesen Tagen im Kino startet.

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KAISERSCHMNARRNDRAMA mit Sebastian Bezzel und Simon Schwarz. © CONSTANTIN
 

KAISERSCHMNARRNDRAMA

Bewertung:****

Ein ermordetes Webcam-Girl bereitet Provinzpolizist Eberhofer (Sebastian Bezzel) weniger Kopfzerbrechen als die Baupläne von Dauerfreundin Susi (Lisa Maria Potthoff) für das gemeinsame Eigenheim. Doch damit nicht genug: Freund und Co-Ermittler Rudi (Simon Schwarz) sitzt nach einem Unfall im Rollstuhl und leidet an einer Midlife-Crisis. Sympathische Charaktere, pointensichere Dialoge und viele zwischenmenschliche Irrungen und Wirrungen: Auch in Teil 7 der Landkrimi-Reihe läuft das Stammensemble zur Höchstform auf. Sammelpunkt ist wieder der Küchentisch von Oma Eberhofer (Enzi Fuchs), an dem Kaiserschmarrn die Nerven beruhigt. (JB)

Fabian oder der Gang vor die Hunde

Bewertung:****

Dominik Graf verbeugt sich mit „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ vor dem Berlin von einst und jetzt, vorm Filmemachen und vor Erich Kästner: Seine Adaption des 1931 erschienenen und zensurierten Romans ist ein verrucht-versoffenes Sittenbild der Weimarer Republik und ein betörender Liebesfilm. Graf verwebt Schwarz-Weiß-Aufnahmen, Tonfilm, körniges Super-8-Material sowie hyperrealistisches HD zu einem fiebrig-scheppernden, promillelastigen Zeitdokument. Tom Schilling spielt den jungen Mann mit Verve, auch Meret Becker überzeugt als Lebefrau, ebenso wie Saskia Rosendahl als Geliebte. Ein rohes Sittenbild, das einen fordert. (JS)

The Suicide Squad

Bewertung:***

Nach „Suicide Squad“ (2016) nun „The Suicide Squad“: eher ein neuer Versuch als eine Fortsetzung. Wieder retten zwangsverpflichtete Kriminellen-Söldner auf Selbstmord-Mission die Welt. Regisseur James Gunn führt zunächst auf eine falsche Fährte, bleibt auch die restlichen 132 überlangen Filmminuten lang angenehm unvorhersehbar und setzt auf hohe Augenzwinkerrate. In der etwas beliebigen Story soll das Antihelden-Ensemble um Harley Quinn (Margot Robbie) eine Forschungsanlage zerstören – und das Monster darin. (MW)

Jazz on a summer's day

Bewertung:****

Der restaurierte Kinoauftritt von Bert Sterns Konzertfilm-Klassiker fühlt sich im zweiten Coronasommer wie ein herrlich süßes Trostpflaster an. „Jazz on a Summer’s Day“ gibt Einblicke in das Newport Jazz Festival des Jahres 1958. Was heute nostalgisch aussieht, war damals Populärkultur, genauso wie die Jazz-Musik selbst. Von Aram Avakian montierte Filmbilder der Musiker auf der Bühne und des Publikums illustrieren die Song-Aufnahmen. Das Dokument eines Liveereignisses, einfach und sommerlich, ohne übertrieben erhabenen Gestus. (MW)

Be natural

Bewertung:****

Ihr Name ist aus den Geschichtsbüchern verschwunden. Pamela B. Greens Dokumentarfilm erinnert an die vergessene französische Filmpionierin Alice Guy-Blaché. Sie gilt als erste Regisseurin überhaupt und wohl auch als erste Person, die mit „The Cabbage Fairy“ im Jahr 1896 einen narrativen Film inszenierte. Die Doku beginnt als aufwendig animierte Reise in die Vergangenheit. Als Sekretärin des Kameraherstellers Gaumont versuchte sie sich selbst am Medium Film und gründete ein Studio. Es sollten mehr als 1000 Werke folgen – die meisten sind verschollen. Ihre Leistungen rückt die Doku nach achtjähriger Recherche wieder in den Fokus. Als Produzentin und Erzählstimme fungiert übrigens niemand geringerer als Hollywoodstar Jodie Foster.(JS)

 

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