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Mika Kaurismäki„Ich kenne das Gefühl, als Fremder anzufangen“

Interview mit Mika Kaurismäki: Mit „Master Cheng in Pohjanjoki“ erzählt der finnische Regisseur eine leichtfüßige Lovestory in Lappland. Über die Gegend und seine Corona-Bar in Helsinki.

Regisseur Mika Kaurismäki (64), der ältere Bruder von Ari Kaurismäki © imago/Prod.DB
 

Herr Kaurismäki, Sie sind selbst ein weit gereister Mensch, der schon in vielen Ländern der Welt gelebt hat. Wie sehr hat die Tatsache des Sich-neu-Ansiedelns Ihren neuen Film „Master Cheng in Pohjanjoki“ beeinflusst?

Mika Kaurismäki: Es hat schon etwas damit zu tun. Ich habe 30 Jahre in Brasilien gelebt, davor drei Jahre in Lissabon, davor in Deutschland, danach in den USA und nun wieder in Finnland. Ich kenne das Gefühl ziemlich gut, als Fremder anzufangen und sich zu integrieren. Das hat mir bei dem Film geholfen. Das Thema kam zufällig.

Wie denn das?

Mika Kaurismäki: Ich fahre jeden Sommer nach Lappland, dort veranstalten mein Bruder und ich seit 30 Jahren unser „Midnight Sun Film Festival“, und Weihnachten verbringen wir ebenso im Norden. Vor ein paar Jahren sind wir in dem kleinen Dorf angekommen, es war dunkel, aber es wimmelte vor Menschen. Lauter chinesische Touristen. Plötzlich gab es eine Invasion. Sie kommen wegen der Nordlichter. Gleichzeitig erzählte mir mein Drehbuchautor sehr viel über die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), in der Essen wie Medizin wirkt. Da kam mir die Idee vom Essen als Brücke zwischen unterschiedlichen Kulturen. Wenn man von Globalisierung spricht, meint man meist ein Geschäftsfeld für Firmen. Meine Idee war es, Leute zusammenzuführen. Das ist heutzutage ja das Problem der Welt, dass manche verrückten politischen Führer sogar versuchen, ihre Leute voneinander zu trennen, anstatt sie zusammenzubringen. Und das ist meine Botschaft: Wir müssen zusammenhalten.

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