Fußball wird zu Eishockey, aus Mattersburg wird Murbruck, und weil es „Steirerkrimi“ heißt, bekommt die Fiktionalisierung der spektakulären Bankenpleite der Commerzialbank Mattersburg noch einen Toten. „Steirergeld“ heißt der heutige Fall, in dem Sascha Bergmann (der Wiener Hary Prinz) mit Kollegin Anni Sulmtaler (die Südtirolerin Anna Unterberger) einen Mord, einen Raub und einen Finanzskandal aufzuklären haben.

Frau Unterberger, Sie sind eine viel gefragte Schauspielerin, nicht nur als „Wahlsteirerin“ im „Steirerkrimi“. Wie gelingt es, sich Pausen zu gönnen, ohne seiner Schauspielkarriere zu schaden?
ANNA UNTERBERGER: Ich versuche nach jedem Dreh, einen Zeitraum frei zu haben, um Energie zu tanken, weil ich so wieder besser in eine neue Rolle schlüpfen kann. Ich schätze mich da sehr privilegiert, weil ich mittlerweile auch in die Verlegenheit komme, Projekte absagen zu können, ja zu müssen, weil es sich zeitlich nicht ausgeht. Es ist für mich und meinen kreativen Prozess wichtig, zwischen größeren Projekten Zeit zu haben, um neu in eine Figur einsteigen zu können.

Das setzt voraus, dass alles planbar ist. Wie durchgeplant ist ihr Jahr 2023?
Das ist eine große Herausforderung an diesem Beruf, dass man das nie wissen kann. Anfragen können auch sehr kurzfristig kommen. Oder es sind Projekte, die anstehen, aber noch nicht spruchreif sind. Und dann gibt es Phasen, in denen man erst einmal nicht weiß, was kommt. Das auszuhalten, dafür muss man geschaffen sein. Ich finde solche Phasen ja sehr spannend, weil ich einfach neugierig bin, was kommt. Ich bin keine, die Däumchen dreht, ich versuche auf meine Weise kreativ zu sein.

Wie sieht das konkret aus?
Ich mag es, mich haptisch-kreativ zu beschäftigen. Einen schönen Ausgleich finde ich beim Malen, nur für mich selber, ohne das Bedürfnis, es auszustellen. Man wird eh schon ständig bewertet, wenn man so wie ich in der Öffentlichkeit steht. Malen tue ich nur für mich, um mich zu zentrieren.

Für die Öffentlichkeit bestimmt ist hingegen Ihre Arbeit vor der Kamera. Sind weitere Steirerkrimis schon fixiert?
Es sind weitere geplant.

Gerade wurde der zehnte Fall abgedreht. Wie viel Dynamik steckt noch in der Reihe?
Ich finde, dass Wolfgang Murnberger eine ganz eigene Note hat. Er hat ein Gespür für spannende Geschichten – sie gemeinsam mit seiner Frau Maria Murnberger zu schreiben, sie dann aber auch mit viel Humor durchzuziehen. Er kriegt das einfach hin, einen spannenden Fall – diesmal mit wahrem Hintergrund – ohne Langatmigkeit zu erzählen. Ich glaube sehr an dieses Format. Auch wenn viele Krimis produziert werden, das hier hat eine spezielle Note.

Achtet man auf dem Set auf die Deutschland-Tauglichkeit?
Ist das jetzt zu viel Dialekt? Verstehen das die Deutschen noch? Das ist schon immer wieder Thema. Dazu kommt, man muss ja in jedem Film etwas nachsynchronisieren – wenn genuschelt wurde oder der Ton nicht passt. Im „Steirerkrimi“ müssen wir, wenn wir zu sehr im Dialekt gesprochen haben, die Szenen verdeutschen: Es gibt dann zwei Versionen, je eine für Österreich und Deutschland.

Wie gut kennen Sie die Steiermark mittlerweile?
Hauptsächlich die Drehorte, Zeit zum weiteren Erkunden bleibt mir eigentlich nicht. Aber es ist ein Stück Land, das ich vorher noch nicht kannte, und ich bin ganz entzückt davon.

„Steirergeld“, 8. Dezember um 20.15 Uhr in ORF 1.