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FestspieleReichenau eröffnete mit "Eine blassblaue Frauenschrift"

Überschattet ist der Spielstart in Reichenau durch das Ableben von Peter Matic, der in dieser Produktion für die Rolle des Ministers vorgesehen war. Nun ist Thomas Kamper relativ kurzfristig eingesprungen.

Reichenau eröffnete mit "Eine blassblaue Frauenschrift"
Reichenau eröffnete mit "Eine blassblaue Frauenschrift" © APA/ROBERT JAEGER
 

Mit einer neuen Bühnenfassung von Nicolaus Hagg nach der Novelle "Eine blassblaue Frauenschrift" von Franz Werfel haben die am Montagabend die Saison 2019 eröffnet. Überschattet ist der Spielstart in Reichenau durch das Ableben von Peter Matic, der in dieser Produktion für die Rolle des Ministers vorgesehen war. Nun ist Thomas Kamper relativ kurzfristig eingesprungen.

In Reichenau steht das Werk zum zweiten Mal auf dem Spielplan: 2002 ist es in der Dramatisierung von Hermann Beil und Vera Sturm zu sehen gewesen, besetzt mit Miguel Herz-Kestranek, Petra Morzé und Birgit Doll. Nicht zuletzt die Verfilmung durch Axel Corti 1984 hat zur Bekanntheit der Geschichte wesentlich beigetragen. Als Regieassistent wirkte damals Julian Pölsler mit, der nun seinen Inszenierungseinstand in Reichenau lieferte. 

Festspiele Reichenau: Sommerfrische auf der Bühne

Festspiele Reichenau

Julia Stemberger (Natalja) und Maria Schuchter (Werotschka,L.) während der Fotoprobe von Iwan Turgenjews 'Ein Monat auf dem Lande'

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Auch die zweite Produktion der Festspiele Reichenau ist eine Neuauflage:

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Nach Beverly Blankenships Inszenierung im Jahr 1998 hat sich nun Hermann Beil Iwan Turgenjews "Ein Monat auf dem Lande" angenommen.

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Nicolaus Haag (Bolschintzow,L.) und David Oberkogler (Ignatij) während der Fotoprobe von Iwan Turgenjews 'Ein Monat auf dem Lande'

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Julia Stemberger (Natalja) und Tobias Reinthaller (Student).

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Der Plot von der fadisierten Sommerfrischengesellschaft, die sich in erotischen Scharmützeln und neurasthenischen Befindlichkeiten ergeht, zieht sich wie ein roter Faden durch viele Reichenauer Produktionen.

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Beil inszeniert erstaunlich konventionell, lässt viel Outrieren zu und schafft nur phasenweise Spannung, etwa wenn der Gutsbesitzer Arkadij (Dirk Nocker) zu guter Letzt doch einmal so richtig explodiert.

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Mit einer neuen Bühnenfassung von Nicolaus Hagg nach der Novelle "Eine blassblaue Frauenschrift" von Franz Werfel haben die Festspiele Reichenau am Montagabend die Saison 2019 eröffnet.

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Überschattet ist der Spielstart in Reichenau durch das Ableben von Peter Matic, der in dieser Produktion für die Rolle des Ministers vorgesehen war. Nun ist Thomas Kamper relativ kurzfristig eingesprungen.

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Joseph Lorenz (Leonidas) und Fanny Stavjanik (Amelie)

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In Reichenau steht das Werk zum zweiten Mal auf dem Spielplan: 2002 ist es in der Dramatisierung von Hermann Beil und Vera Sturm zu sehen gewesen, besetzt mit Miguel Herz-Kestranek, Petra Morzé und Birgit Doll.

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Festspiele Reichenau

Nicht zuletzt die Verfilmung durch Axel Corti 1984 hat zur Bekanntheit der Geschichte wesentlich beigetragen. Als Regieassistent wirkte damals Julian Pölsler mit, der nun seinen Inszenierungseinstand in Reichenau lieferte.

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Grindige Schleimspur

Wer sich allerdings großes Kino erwartete, kam nur teilweise auf seine Rechnung. Natürlich ist Joseph Lorenz ein ansehnlicher Sektionschef Leonidas, der sein mimisches und gestisches Repertoire souverän zur Anwendung bringt. Fanny Stavjanik als seine Frau Amelie bleibt rollengemäß zurückhaltend, Stefanie Dvorak als einstige Geliebte agiert in dezenter Verbitterung, Peter Moucka gibt den national gesinnten Hofrat Skutecky hervorragend in aller zeitlos üblen Bürokraten-Armseligkeit, Kamper verleiht dem Minister die erforderliche grindige Schleimspur.

Festspiele Reichenau: Fulminanter Start

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Rainer Friedrichsen (Adam Patch) und Wanda Worch (Gloria) während der Fotoprobe von Scott Fitzgeralds 'Die Schönen und Verdammten.

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DIE SCHÖNEN UND VERDAMMTEN - „The Beautiful and Damned“ - ist der Titel von Scott Fitzgeralds Roman.

 

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Die Geschichte einer Clique von Harvard-Boys, schönen Mädchen und reichen Eltern – und einem übermächtig dominierenden Großvater gerät zu einem trefflichen Portrait des „Jazz-Zeitalters“, der „Roaring Twenties“ in den USA.

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Johanna Arrouas (Muriel,L.) und Wanda Worch (Gloria).

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Anthony Patch ist durch die Millionen seines Großvaters der begehrteste Junggeselle von New York.

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Doch ganz im Gegensatz zu den strengen Moralvorstellungen des alten Patch, hat Anthony keinen Ehrgeiz, sich durch regelmäßige Arbeit das Ansehen eines wertvollen Mitglieds der Gesellschaft zu geben.

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Durch seine Freunde wird ihm Gloria zugeführt, das begehrteste und schönste Mädchen der Stadt. Die beiden werden ein Paar und führen ein exzessives Leben. Alkohol im Übermaß, Partys, schöne Appartements, Pelze und Schmuck – bis die Reserven zur Neige gehen.

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Will der Großvater nicht endlich sterben und sein Erbe
dem einzigen Enkel überlassen?

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Rainer Friedrichsen (Adam Patch), Gerhard Roiss (Diener) und Daniel Jesch (Anthony Patch).

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Sascha Oskar Weis (Arzt), Johanna Prosl (Tochter) und Alina Fritsch (Katharina,M.) während der Fotoprobe von Arthur Schnitzlers 'Der Ruf des Lebens' .

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Für die 26-jährige Titelheldin, Marie, dringt der Wunsch nach einer leidenschaftlich erfüllten Liebe – dieser Ruf des Lebens – mitten hinein in ein freudloses Dasein am Krankenbett des alten Vaters, der trotz seiner Gebrechlichkeit wie ein böser Tyrann den bescheidenen Haushalt beherrscht.

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Da nützt es nichts, dass ein Bewerber ihr ein friedliches, ruhiges Glück verspricht! Marie hat in einer durchtanzten Ballnacht bei einem jungen Offizier eine Ahnung von einem anderen Glück erfahren, nach dem jetzt ihre Sehnsucht strebt.

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Doch dieser Max, Leutnant bei den „Blauen Kürassieren“, hat sich mit seinen Kameraden verschworen, in den sicheren Tod zu ziehen – um eine alte Schuld des Regiments zu sühnen.

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Auch an ihn geht der „Ruf des Lebens“ – die Versuchung, von dem sinnlosen Heldenmut abzulassen und sein Leben auf ein neues Glück aufzubauen.

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Die Hindernisse, die sich den jungen Leuten dabei in den Weg stellen, sind so groß, dass sie in Mord, Schuld und Tod getrieben werden.

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Doch wer diese Erschütterungen überlebt, muss weiterleben und neue Hoffnung finden…

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Johanna Prosl (Tochter) und Alina Fritsch (Katharina,R.)

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Toni Slama (Moser) und Johanna Prosl (Tochter)

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Toni Slama (Moser) und Johanna Prosl (Tochter)

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Gabriele Schuchter (Frau Richter) und Johanna Prosl (Tochter,L.)

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Sascha Oskar Weis (Arzt) und Toni Slama (Moser,R.)

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Julia Stemberger (Natalja) und Maria Schuchter (Werotschka,L.) während der Fotoprobe von Iwan Turgenjews 'Ein Monat auf dem Lande'.

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"Ja, kurz!"

So weit, so gut. Hagg hat allerdings auch eine neue Figur eingebracht: Alexander Rossi verkörpert Amelies smarten Bruder Paul, dessen Funktion offenbar darin besteht, dem tumben Publikum die Zeitlage um 1936 nachdrücklich zu erklären und auch dem historisch unbelecktesten Zuseher einzubläuen, dass Österreich damals unmittelbar vor der Auslöschung stand. Ein Dialog wie "Du hast ja mit dem Bundeskanzler gesprochen?" - "Ja, kurz!" erscheint in diesem Kontext denn doch als etwas billiger Gag, der einem uninspirierten Kabarettprogramm angemessen wäre, aber nicht unbedingt Franz Werfel. 

Fotogene Standbilder

Ansonsten ist eine Abfolge vieler fotogener Standbilder in diversen Beleuchtungsvarianten zu vermerken und eine musikalische Untermalung der Umbaupausen mit alten Schlagern wie "Kann denn Liebe Sünde sein", sogar die Mondscheinsonate flackert auf. Das macht zwar ein wenig Stimmung, aber noch keine durchgehende Atmosphäre. Nur selten werden in diesen kammerspielartigen Sequenzen emotionale Vorgänge in und zwischen den Personen unmittelbar spürbar. Zudem waren - zumindest in der Hauptprobe am Montagvormittag - noch einige Leerläufe vorhanden.

Luftschnappende Schwimmer

Die schönsten Momente erlebt diese Produktion denn doch im O-Ton Werfels, als wäre es erst soeben geschrieben worden: "Die Minister wurden von den Parteien empor- und wieder davongespült, luftschnappende Schwimmer zumeist, die sich verzweifelt an die Planken der Macht klammerten... Sie waren nur allzuhäufig wohlfeile Simplisten, die nichts andres gelernt hatten, als in Massenversammlungen ihre ordinären Stimmen anzustrengen und durch die Hintertüren der Ämter lästige Interventionen für ihre Parteigenossen und deren Familienanhang auszuüben." Dieser Befund gilt offenbar seit Jahrzehnten, dem Lauf der Geschichte zum Trotz. Die vorliegende Kritik bezieht sich auf die Hauptprobe von Montagvormittag.

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