Premierenkritik Theater in der Josefstadt: "Der Bockerer" bewahrt grimmig die Haltung

Das Wiener Publikum feiert Johannes Krisch als Bockerer.

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Vater-Sohn-Kontroverse: Johannes Krisch, Tobias Reinthaller
Vater-Sohn-Kontroverse: Johannes Krisch, Tobias Reinthaller © (c) APA/ASTRID KNIE (ASTRID KNIE)
 

Der Bockerer: Synonym für einen, der sich nicht verbiegen lässt, ein aufrechter Wutbürger aus der Zeit der Hitlerei. Karl Merkatz und Fritz Muliar haben ihn gespielt. Seit der umjubelten Premiere am Samstag im Theater in der Josefstadt ist Johannes Krisch die perfekte Verkörperung des widerspenstigen Fleischhauermeisters aus der Feder von Ulrich Becher und Peter Preses.

Schlagfertig und bissig hat er das Herz am rechten Fleck - und kann nur mehr den linken Arm zu einer Karikatur des Hitlergrußes heben, weil sein Sohn ihm den anderen verletzt hat. Krischs Bockerer ist ein grimmiger Widerständler, der mit seiner Schlagfertigkeit den heraufziehenden NS-Wahnsinn demaskiert, ohne in „wienerische Dorftrottelei“ zu verfallen. Haltung zu bewahren im menschlichen statt im militärischen Sinn, ist nicht leicht für ihn, sind doch seine naiv-eifrige Frau Binerl (Alexandra Krismer) und sein polternder Sohn Hans (Tobias Reinthaller) glühende Anhänger der erstarkenden Ideologie.

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